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#239 Erbitterter Hahnenkampf

Shownotes

Mit dem Kauf eines alten Hofes in der Eifel schaffen sich Otto und Ina Meyer ein neues Zuhause. Doch das vermeintliche Idyll ist nicht unbewohnt: Auch Walter Klein lebt auf dem Anwesen - in seinem Elternhaus, dem er sich tief verbunden fühlt und das für ihn seit jeher Heimat bedeutet. Schon das erste Aufeinandertreffen der neuen Nachbar:innen wirkt wie ein Vorbote dessen, was noch kommen wird. Aus einem angespannten Nebeneinander entwickelt sich über Jahre ein erbitterter Kleinkrieg aus Drohungen, Hass und Gewalt. Bis eines Tages einer von ihnen spurlos verschwindet.

In dieser Folge von „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ geht es um einen jahrzehntelangen Nachbarschaftsstreit und die Frage, ob eine Kette aus Indizien ausreichen kann, um einen Menschen wegen Mordes schuldig zu sprechen - selbst dann, wenn das wichtigste Beweismittel fehlt.

Experte in dieser Folge: Pensionierter Kriminalhauptkommissar des Polizeipräsidium Trier und damaliger Leiter der Sonderkommission, Harald Richter

Credit

Hosts: Paulina Krasa, Laura Wohlers

Producer: Paulina Krasa, Laura Wohlers und Jon Handschin

Redaktion: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Marysol Mercado

Schnitt: Pauline Korb

Rechtliche Abnahme: „Abel und Kollegen“; Benedikt Müller

Quellen (Auswahl)

Urteil Landgericht Trier - liegt uns vor

volksfreund Podcast: Ein Mord und keine Leiche – der Fall Walter Klein

volksfreund Ein Rentner verschwindet spurlos im Prümer Land

Frankfurter Rundschau Mord ohne Leiche

SWR Einer zu viel im Haus – True Crime | Mord unter Nachbarn

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Transkript anzeigen

00:00:11:

00:00:19: Und ich bin Laura Wohlers.

00:00:20: In jeder Folge erzählen wir euch von einem Kriminalfall aus Deutschland, dabei schauen wir uns juristische, psychologische und gesellschaftliche Aspekte an Und

00:00:33: True Crime heißt eben auch, dass hinter jedem Fall echte Menschen und ihre Schicksale stehen.

00:00:37: Das solltet ihr beim Hören nicht vergessen!

00:00:39: Wir berücksichtigen das auch bei unserer Arbeit.

00:00:42: wenn ihr merkt, dass euch bestimmte Themen nicht gut tun dann passt lieber auf euch auf.

00:00:46: uns gibt die Folge und weil wir bei all der Schwere zwischendurch aber auch mal etwas Luft brauchen erlauben wir uns manchmal kleine Abschweifungen.

00:00:55: das ist aber nicht despektierlich gemeint.

00:00:57: so wer erzählen gleich die Geschichte eines hofs der viele Geheimnisse birgt, die bis heute noch nicht vollständig gelüftet sind.

00:01:06: Und von euch ist in diesem Fall mehr Konzentration gefragt als sonst.

00:01:12: dieser Fall spielt nämlich auf zwei unterschiedlichen Zeit-Ebenen.

00:01:15: Wir hoffen ihr kommt da mit Einigen Namen haben wir geändert.

00:01:21: Als sich an diesem Herbsttag im Jahr zehnt die Türen des Saals im Trierer Landgericht öffnen, füllen sich nach und nach die Reihen im Zuschauerbereich während das Blitzlicht der Presse die Anklagebank erhält.

00:01:34: Das mediale Interesse ist groß – verhandelt wird einer der wohl spektakulärsten Kriminalfälle der Region Trier überhaupt, der seit drei Jahren Rätsel aufgibt!

00:01:45: Ein Fall, der ein kleines Eifeldorf ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte und dessen Bekanntheit längst über die Landesgrenzen hinausgewachsen ist.

00:01:53: Es ist die Geschichte von fünf Menschen und einem alten Hof, der allen einmal ein Zuhause war – einen Ort an dem man sich wohlfühlen sollte.

00:02:03: doch stattdessen entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg ein Streit, der genau das Gegenteil hervorbrachte Misstrauen, Gewalt und Eskalation bis ein regelrechter Kleinkrieg entfachte, indem man sich Tag für Tag das Leben zur Hölle machte.

00:02:19: Dem robusten Mann auf der Anklagebank dessen Haare- und Bart von Grau durchzogen sind wird vorgeworfen seinen Widersacher in der Nacht vom vierten auf den fünften September zwei tausend sieben getötet zu haben.

00:02:32: Hass und Habgier sollen ihn dazu getrieben haben.

00:02:36: Der Tote sei für den Angeklagten so der Staatsanwalt zum Störfaktor geworden.

00:02:41: Was in jener Nacht vor drei Jahren tatsächlich geschah, kann bis heute niemand mit Gewissheit sagen – nur auf der Anklagebank.

00:02:49: davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt, kennt man die Wahrheit!

00:02:53: Ob man diese im Prozess zu Tage fördern wird, ist fraglich denn ein Beweismittel wenn nicht gar das Wichtigste fehlt….

00:03:01: Ob die Indizienkette, die während der dreijährigen Ermittlungsarbeit zusammengetragen wurde am Ende wohl reichen wird?

00:03:08: Um zu verstehen wie es überhaupt zu dieser Eskalationsspirale hinter verschlossenen Türen und dem Mordprozess kommen konnte, muss man zurück zum Anfang der Geschichte.

00:03:18: Und diese liegt dreiundzwanzig Jahre zurück!

00:03:23: Das kleine Dorf liegt im Sommer neunzehntsiebeneunachtzig beschaulich und eingebettet in den Weiten der Elfler Landschaft Wälder, Felder, Wanderwege – viel gibt es hier nicht.

00:03:35: Zur Gemeinde gehören gerade einmal hundertdreiundsiebzig Einwohnerinnen.

00:03:39: Eines der wenigen Häuser die hier stehen ist ein alter Bauernhof auf dem der landwirtschaftliche Betrieb schon lange eingestellt und das einzige Brummen von Traktoren längst verstummt ist.

00:03:49: Das einzige was aus vergangenen Tagen geblieben ist, ist ein lang gezogenes Gebäude mitten auf dem Hof Im linken Teil das zweistecke Gewohnhaus, weiß verputzt mit dunklen Fensteramen.

00:04:02: Rechts eine kleine Einliegerwohnung.

00:04:04: Dazwischen liegen Scheune und Speicher, die mittlerweile zur Werkstatt- und Garage umfunktioniert wurden.

00:04:10: Verbunden ist alles durch ein gemeinsames Dach überzogen von Moos und dunklen Flecken – genauso in die Jahre gekommen wie der Hof selbst!

00:04:19: Es ist ein Haus mit

00:04:20: Geschichte.".

00:04:21: Eines, das immer wieder vermietet, weiterverkauft und neu bezogen wurde – und schon vielen Menschen ein Zuhause war.

00:04:28: Nur einer lebt hier schon sein Leben lang — der neunvierzigjährige Walter Klein!

00:04:33: Er wohnt im rechten Teil des Gebäudes in der heruntergekommen wirkenden Einliga-Wohnung.

00:04:38: Walter ist hier aufgewachsen, hat auf dem Hof gearbeitet und kennt jeden Winkel des Grundstücks.

00:04:44: Der Hof gehörte mal seinen Eltern die ihn Walter übertragen haben als er Mitte zwanzig war….

00:04:50: Doch nicht einmal zehn Jahre später musste er das Eigentum wegen finanzieller Schwierigkeiten wieder aufgeben und der Hof wurde zwangsversteigert.

00:04:58: Was ihm geblieben ist, ist ein lebenslanges Wohnrecht eingetragen im Grundbuch Ausziehen kam für ihn nie in Frage – zu sehr hängt er an dem ehemaligen Haus seiner Eltern die mittlerweile verstorben sind.

00:05:11: Wer sich entscheidet diesen Hof zu kaufen kauft Walter also gewissermaßen mit.

00:05:17: Und genau das ist nun passiert An einem warmen Tag im Sommer, die Neuen rollen in blauen Obelkurser auf den Hof.

00:05:27: Otto und Ina Meier beide Anfang dreißig – er ein eher robuster Typ sie schmal mit dunklen Haaren und einem Pony der ihr spitzes Gesicht rahmt steigen aus und betreten jenes Grundstück das Sie ab jetzt Ihres nennen können.

00:05:41: Für einhundertzehntausend D-Mark, also etwa für fünfzigtausend Euro haben sie die zwei tausend achthundert Quadratmeter zu ihrem Reich gemacht.

00:05:50: Ein Ort mitten in der Natur mit Platz für Tiere, Obstbäume und Gemüsebete – und Walter auf den die beiden heute zum ersten Mal treffen!

00:05:59: Als sich das junge Ehepaar und der einzige Landwirt an diesem Tag gegenüberstehen scheint es nicht darum zu gehen, sich zu beschnuppern oder von seiner besten Seite zu zeigen….

00:06:08: Walter will lieber organisatorisches klären und stellt gleich erstmal eine Forderung.

00:06:13: Er will eine eigene Zufahrt zu seiner Wohnung.

00:06:15: Schließlich habe er einen gerichtlichen Titel, also ein Urteil gegen den vorherigen Eigentümer des Hofes das ihm genau das zuspricht.

00:06:23: Von nachbarschaftlicher Herzlichkeit ist wenig zu spüren.

00:06:26: Vielmehr wirkt dieses erste Gespräch wie eine Altlast aus den verherrterten Fronten zwischen dem vorherigen eigentüma und Bewohner Walter.

00:06:35: In der Vergangenheit gab es hier auf dem Hof oft streit, Konflikte die sogar vor Gericht landeten und in den Walter unter anderem Beleidigung-und Sachbeschädigungen vorgeworfen wurde.

00:06:46: Einmal ging es soweit, dass gegen ihn Anzerge wegen Körperverletzung erstattet wurde weil er einer früheren Eigentümerin ins Gesicht geschlagen haben soll.

00:06:55: Für den neunvierzigjährigen ist es offenbar kaum zu ertragen das alles was ihm wichtig ist längst anderen gehört.

00:07:03: Zu tief scheint das Bild zu sitzen, dass er als Hausherr von sich hat und an dem er bis heute festzuhalten scheint.

00:07:10: Vielleicht ist auch das ein Grund wieso die Eigentümer in immer wegsitten – Walter aber blieb!

00:07:17: Rückblickend lässt sich sagen, dass vermutlich schon dieses erste Aufeinandertreffen den Grundstein gelegt hat für das was später folgen sollte... Damals, aber wohl niemand, dass die Geschichte dreiundzwanzig Jahre später in einem Mordprozess enden würde.

00:07:34: Doch Fakt ist heute sitzt einer der beiden Männer auf der Anklagebank und das ist Hauseigentümer Otto Meier.

00:07:43: Neben dem mittlerweile fünfundfünfzigjährigen seine Frau Ina und sein Verteidiger – nur sitzt Ina nicht dort weil sie selbst angeklagt ist sondern weil sie beantragt hat im Saal direkt leben ihrem Mann sitzen zu dürfen!

00:07:55: und dem wurde stattgegeben.

00:07:58: So ist sie direkt an seiner Seite, wie schon die meiste Zeit ihres Lebens.

00:08:03: Kennengelernt haben sich die beiden in der fünften Klasse – seither sind Sie unzertrennlich!

00:08:08: Nach dem Abitur studierten sie gemeinsam zwanzig Semester Jura aber weil beide eigentlich kein Interesse an der Materie hatten brachen sie schließlich natürlich auch gemeinsam ab.

00:08:19: Viel brauchten die Beiden in der Ehe nie abgesehen voneinander Keine Kinder, keine Freundinnen, keine Arbeit.

00:08:27: Zum Leben reichte das Geld des Otto nach dem Tod seines Vaters geerbt hatte und auch Ina kommt aus gut betuchtem Elternhaus.

00:08:35: Es war genug um ihren Entwurf eines zurückgezogenen Lebenswirklichkeit werden zu lassen und den Hof zu kaufen.

00:08:46: Die beiden wirken wie ein geschlossenes System nach außen hin nahezu undurchdringlich.

00:08:51: Auch hier im Gerichtsaal ist das nicht zu übersehen, Walter habe versucht sie zu terrorisieren damit sie das Haus wieder aufgeben heißt es demnach von der Anklagebank.

00:09:01: Otto Meier betont bei seiner Einlassung dass Walter klein ohnehin ein Mensch mit extremem Charakter gewesen sei einer der rasend geworden sei wenn etwas nicht nach seinem Willen lief.

00:09:13: Ein friedliches Zusammenleben, so zeichnet Otto es, sei mit diesem Mann kaum möglich gewesen.

00:09:19: Im Jahr siebenundachtzig hinterlässt die erste Begegnung mit Walter Klein bei dem jungen Paar einen bitteren Nachgeschmack.

00:09:26: Statt Freude endlich ein Hof zu besitzen, schleichen sich Zweifel ein.

00:09:31: Können Sie hier wirklich glücklich werden?

00:09:33: Dabei ist es nicht der Gedanke an einem Mitbewohner an Sicht, der sie stört – sie wussten von Anfang an, dass sie hier nicht alleine leben würden!

00:09:41: Ein Nachbar in einem anderen Teil des Hauses mit eigenem Eingang war für sie kein Problem.

00:09:46: Doch nun wirkt es, als würde Eigenbrötler Walter mit seiner eigensinnigen Art mehr Raum einnehmen, als den Paar lieb

00:09:53: ist.".

00:09:54: So hatten sie sich das nicht vorgestellt – noch am Abend ihres Ersten aufeinandertreffens treffen die Meyers deshalb eine Entscheidung.

00:10:02: Ina geht mit einem handgeschriebenen Zettel rüber zur Wohnung ihres neuen Nachbarn und legt ihn vor dessen Tür ab!

00:10:09: Die beiden machen Walter ein Angebot – zwanzigtausend Mark, wenn er bereit ist auf sein Wohnrecht zu verzichten.

00:10:16: Sie bieten ihm Geld dafür, zu gehen!

00:10:18: Es ist der Versuch, ein Problem zu lösen, bevor es wirklich eines

00:10:21: wird.".

00:10:23: Doch Walter denkt gar nicht daran sich kaufen zu lassen.

00:10:26: Seine Antwort folgt prompt.

00:10:28: Er selbst habe einst vierzigtausende Mark für dieses Wohnrecht gezahlt.

00:10:32: Weggehen kommt für ihn nicht infrage.

00:10:34: Das kam es noch nie….

00:10:36: Stimmt genug, dass andere den Hof ihr Eigentum nennen dürfen.

00:10:40: Und diese anderen – also die Meyers – ziehen nicht nur mit ihrem kompletten Habern gut auf den Hof sondern auch noch mit jeder Menge Vierbeiner!

00:10:48: Fünf Schäferhunde und sechs Katzen, die sich auf dem weitläufigen Grundstück besonders wohlführen sollen.

00:10:54: Für die Meiers ist es ein Stück Lebensglück für Walter einen

00:10:58: Albtraum.".

00:10:59: Immer dann, wenn die großen Hunde über den Hof rennen und ihr Bellen über das Gelände halt gerät sein Körper in Alarmbereitschaft.

00:11:06: Denn Walter hat panische Angst vor den Hunden – und dass diese frei herumlaufen führt dazu, dass er sich an dem Ort, indem er sein Leben lang gelebt hat nicht mehr sicher fühlt!

00:11:15: Die Hunde werden zum Streitthema.

00:11:18: Zumal Otto und Ina wenig Verständnis dafür haben und sie nicht online oder einsperren wollen….

00:11:23: Dicht an dicht mit jemandem zu leben, für den man wenig Sympathie hegt und durch den man sich im eigenen Zuhause eingeschränkt fühlt ist für keinen der Dreier ein Zustand, mit dem sie sich arrangieren wollen.

00:11:35: Doch statt aufeinander zuzugehen verhärten sich die Fronten – so hört man auf dem eigentlich so idyllisch darliegenden Hof schon bald Wüstebeschimpfung oder Hastiraden.

00:11:44: Schon bald geht es nicht mehr nur um die Hunde sondern immer wieder neue Dinge!

00:11:49: Kleinigkeiten reichen schon bald, damit der Streit immer weiter eskaliert.

00:11:54: Ganz vorne mit dabei wie man das Zugangstor richtig benutzt – ein Thema bei dem sich vor allem die beiden Männer einfach nicht einig werden.

00:12:02: Otto will dass das Tor zu seinem Hof grundsätzlich nach außen geöffnet wird.

00:12:07: Walter hingegen zieht es mal nach innen und mal nach aussen auf!

00:12:12: Hast du auch solche Befindlichkeiten?

00:12:14: Bei denen du willst, dass sie auf eine bestimmte Art gemacht werden?

00:12:17: ansonsten gibt's Stunk

00:12:18: Also gibt es ganz viele Sachen.

00:12:20: Aber ein Beispiel ist, wir haben so an den Fenstern so Fensterläden mit nicht mit Lamellen aber quasi in einer Holzversion und man kann sie eben so arrangieren dass die ganz zu sind, das man nicht rausgucken kann und es relativ dunkel ist oder so, dass man von außen reingucken kann Und es gibt insgesamt

00:12:42: acht

00:12:43: von diesen Dingern ist auch egal, aber ich habe halt eine ganz bestimmte Art.

00:12:48: Es

00:12:48: scheint ja nicht egal zu sein!

00:12:50: Nee und zwar ich hab' ne ganz bestimmten Art auch in welchem Winkel die offen sein müssen, ja?

00:12:56: Ich kann es nicht ab wenn alle so offen sind dass man einfach reingucken kann.

00:13:00: Ich will sie aber auch nicht alle zu haben.

00:13:02: Die unteren vier müssen in einem bestimmten Winkel sein das man von außen nicht alles sieht Aber es trotzdem noch Licht reinkommt.

00:13:11: Und oben dürfen Sie geöffneten Winkel sein, aber auch nicht zu weit.

00:13:16: Das ist wirklich schlimm und da ich aber niemals jemandem dazu kriege das so zu machen wie ich das will weil es auch eigentlich niemand interessiert mache ich das dann selber weißt du?

00:13:29: Aber wenn ich dann reinkomme ins Wohnzimmer und sehe dass irgendjemand verstellt hat, muss ich's machen, sonst fühle ich mich nicht wohl.

00:13:37: Ich meine das ist ja auch die richtige Lösungen dann, wenn man weiß.

00:13:43: Ja andere gewöhnen sich jetzt hier nicht so an meiner Eigenheit und da mache ich es halt selber ist das bei uns beiden ja auch oft so wenn wir zusammen... Wir schlafen immer zusammen in einem Hotelzimmer.

00:13:52: Wenn wir unterwegs sind und Laura hat die Angewohnheit dass die Badezimmertür immer zu sein muss.

00:13:58: Also vergesse ich ja und mir ist ja auch Schnuppe.

00:14:00: deswegen denke ich da ja auch gar nicht dran Dass das bei dir so sein muss und du machst es ja auch immer selber.

00:14:06: Und zum Beispiel bei uns weil wir uns schon so gut kennen weiß ich, wenn ich jetzt einen Joghurt für uns vorbereite.

00:14:12: Dass sich Paulina's Joghurte auf keinen Fall bevor ich es ihr gebe ihn schon mal durch rühre und somit alle Zutaten vermengen so wie ich das halt mache damit es auch besser schmeckt.

00:14:21: Das möchte sie nicht.

00:14:23: Nee, das ist so unappetitlich!

00:14:25: Das sieht so eklig aus also dass da wirklich auf gar keinen Fall passieren.

00:14:32: Ich möchte noch einbringen, dass ich das nicht mag wenn jemand anders aus der Firma in unserem Korrekturfarben in den Skripten schreibt.

00:14:40: Also wenn jemand plötzlich dein Kreischendes lila oder mein Himmelsblau nimmt um eine Anmerkung zu machen damit man es dann farblich so vom Text hervorhebt ne?

00:14:48: Das verwirrt mich so dermaßen weil ich dann entweder denke du hast da schon gefeedbackt oder ich habe da schon was zugeschrieben aber ich kann mich ja nicht mehr dran erinnern und das macht mich wirklich fuchs teufelswild.

00:14:59: ihr habt jetzt alle gehört Wenn man da jetzt noch mal so drüber spricht und man nimmt den objektiven Betrachter an, denkt man eine Lächerlichkeit.

00:15:10: Aber wenn man mittendrin steckt wie wir oder in unserem Fall Walter

00:15:16: dann

00:15:16: ist es klar dass das Tor aufmacht zum Brennpunkt der Auseinandersetzung wird.

00:15:24: Natürlich geht es eigentlich aber nicht um das Tor!

00:15:27: Es geht vielmehr darum, wer hier bestimmt wie gelebt wird.

00:15:31: Wer die Regeln macht?

00:15:32: Otto – der neue Eigentümer – besteht auf seinem Grundstück und seine Vorstellung von Ordnung Walter – der einstige Hausherr will sich nichts vorschreiben lassen.

00:15:42: Im Herzen ist der Hof noch immer seiner Und so wächst der Groll auf beiden Seiten Bis Otto stießt sich eine Entscheidung trifft, die weitreichende Folgen haben wird.

00:15:52: Dass beide Parteien ihren Anteil daran hatten, dass die Situation in den letzten Jahren kurz nach dem Einzug von Otto und Ina auf dem Hof immer unerträglicher wurde, ergibt sich für die Kammer aus der jahrelangen Vorgeschichte dokumentiert in Akten, die die Polizei über Jahre angelegt hatte.

00:16:10: Darin zeigt auch, dass der Konflikt bereits einige Wochen nach dem Einstieg der Meier seinen ersten tragischen Höhepunkt erreichte ein, mit dem Otto Meier nun vor Gericht erneut konfrontiert wird.

00:16:23: Im Januar nixundhundert achtundachtzig kam Walter Klein an einem Abend mit seinem Auto nach Hause.

00:16:29: Nach seiner Arbeit in einer Palettenbauffirma, der er zwei bis dreimal die Woche nachging war er noch etwas trinken gewesen.

00:16:37: Dass es später geworden ist spielte für ihn keine Rolle – es wartete ohnehin niemand auf ihn!

00:16:42: Seine Eltern lebten nicht mehr und seine sozialen Kontakte beschränkten sich auf seine damalzexundsechzigjährige Freundin Erdmute, die er zwar mehrmals die Woche besuchte aber trotzdem nicht mehr als eine Bekannte war.

00:16:54: Als Walter am Hoftor anhielt und Ausstieg um es zu öffnen muss er festgestellt haben dass sie sich nicht mehr nach innen aufdrücken sondern nur noch nach außen aufziehen ließ.

00:17:05: Der Grund?

00:17:06: Eine neu angebrachte Konstruktion aus Holz, die das nach Innen auf drücken verhinderte.

00:17:11: Walter hätte klein beigeben können, doch offenbar kam das für ihn nicht in Frage.

00:17:17: Er begann an der Konstruktion zu rütteln und versuchte sie zu lösen.

00:17:20: Otto musste das gehört haben denn er stürzte nach draußen wo Walter ihm drohte das Tor aufzuhebeln wenn er die Konstruktion nicht entferne.

00:17:29: Offenbar so lässt es sich den Akten von damals entnehmen war keiner bereit nachzugeben Wie es dann genau zu dem kam, was danach passierte lässt sich heute nicht mehr lückenlos aufklären.

00:17:41: Klar ist nur das Otto schon als er rausging eine Waffe dabei hatte.

00:17:46: Dann fiel ein Schuss und kurz danach einen Zweiter.

00:17:50: Der erste ging daneben der zweite traf Walter oberhalb der rechten Brust Und so kam es ein Jahr nach den Schüssen bereits zum ersten Prozess gegen Otto Meier.

00:18:00: wie Heute musste er sich damals vor dem Landgericht Trier verantworten.

00:18:04: Vor der Kammer berief sich Otto auf Notwehr.

00:18:07: Er habe sich verteidigen müssen, sagte er.

00:18:09: Doch die Kammer folgte dieser Darstellung nicht und sprach Otto wegen versuchten Totschlags

00:18:14: schuldig.".

00:18:15: Das Urteil lautete drei Jahre und drei Monate.

00:18:19: Aufgrund einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung ordnete das Gericht zunächst Ottos Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

00:18:26: Eineinhalb Jahre später, im Juni-Ninundundneunzig wurde Otto aus dem Psychiatrischen Krankenhaus von Pflegerinnen erneut in einen Gericht sei geführt.

00:18:35: Walter hatte Zivilklage eingereicht und forderte Schadensersatz uns Schmerzensgeld für die Schussverletzung, die ihm noch immer zu schaffen machte.

00:18:43: Doch in einem Moment der Verhandlung, in dem sich Otto offenbar unbeobachtet fühlte, sprang der damals thirty-fünfjährige plötzlich von seinem Platz auf.

00:18:52: Hände, die nach ihm griffen verfehlten ihn – und Otto rannte los!

00:18:56: Raus aus dem Gerichtssaal, raus aus dem Gebäude und wenig später aus dem Blick derer die vergeblich versuchten ihn einzuholen.

00:19:04: Trotz sofortiger Großfahndung blieb Otto seit diesem Tag unauffindbar.

00:19:10: Walter hätte neunzehntneunzig nun allen Grund den Hof zu verlassen – das Haus aufzugeben und sich in Sicherheit zu bringen bevor Otto zurückkehren und beenden könnte was er begonnen hat.

00:19:21: Doch genau das tut Walter damals nicht.

00:19:23: Er bleibt dort, wo er am liebsten ist.

00:19:26: In dem Haus seiner Eltern auf dem Hof, der für ihn trotz allem Heimat geblieben

00:19:30: ist.".

00:19:31: Schon nach Ottos Verhaftung hatte er mit Ina recht friedlich auf demhof gelebt – doch die Ruhe, die jetzt auf den Hof herrscht, ist für Walter ein purer Segen!

00:19:41: Denn auch Ina verschwand noch am selben Tag als ihr Mann aus dem Gerichtssaal geflohen war.

00:19:47: Nach dieser kurzen aber intensiven Nachbarschaft kann Walters Nervensystem nun endlich wieder herunterfahren….

00:19:53: Wie gewohnt, geht er seine Arbeit nach, besucht er muteregemäßig und verbringt den Rest seiner Zeit in Frieden auf dem Hof.

00:20:00: So vergehen drei weitere Jahre bis neunzehnundneinzig wieder Fremde vor Walters Haus zu stehen – neue MieterInnen.

00:20:09: Offiziell gehört der Hof zwar noch immer den Meyers doch weil sie verschwunden sind hat das Gericht eine sogenannte Abwesenheitspflegschaft eingesetzt, dieses Haus verwaltet und dafür sorgt es die leerstehenden Räume wieder bewohnt werden

00:20:21: können.".

00:20:22: Anneliese und Gerhard Neumann stellen sich die neuen bei Walter vor.

00:20:26: Für den inzwischen fünfundfünfzigjährigen ist dieses ständige Kommen und gehen längst zur Gewohnheit geworden.

00:20:32: Die Neumans ziehen ins Erdgeschoss des linken Hausteils, in die Räume, in denen zuvor auch Otto und Ina gelebt haben.

00:20:39: Bleibt nur zu hoffen dass sie nicht dort weitermachen wo ihre Vorgängerin aufgehört haben.

00:20:44: doch im Vergleich zu den Jahren zuvor verläuft das Miteinander diesmal auffallend ruhig.

00:20:49: Zwar kommt es auch hier und da mal zu kleinen Reibereien, aber nicht somit es sich nicht leben ließe.

00:20:55: Da ist niemand mehr vor dem Walter um sein Leben fürchten

00:20:58: muss.".

00:20:59: Und so ziehen die Jahre ins Land – eins nach dem anderen in dem der alte Hof einmal nicht zur Ruhe kommt und man beinah vergessen könnte was die Vergangenheit hier schon für Geschichten geschrieben hat.

00:21:11: Dann anfangt er zweitausender durchbricht ein Motorengeräusch die Stille Ein blauer Opel Corsa fährt den unbefestigten Weg zum Hof entlang hinauf zum Grundstück.

00:21:22: Elf Jahre sind vergangen, seit Otto damals aus dem Griechzei geflohen ist – elf Jahre in denen dieser Ort ohne das Ehepameier weiter existiert hat!

00:21:32: Doch jetzt sind Otto und Ina wieder hier vor genau diesem Tor, dem Tor an dem es eins deskaliert ist….

00:21:40: Und für einen Moment scheint es was würde der Hof selbst den Atem anhalten?

00:21:46: Der Hof hat sich über die vergangenen elf Jahre verändert.

00:21:49: Im Haus der Meyers leben inzwischen Anneliese und Gerhard Neumann, weil niemand vorhat Umzugskartons zu packen muss eine Lösung her.

00:21:57: Die Zugezogenen Annelise und Gerhart bleiben links im Erdgeschoss.

00:22:01: Otto und Ina ziehen darüber in den ersten Stock des Hauses.

00:22:05: Walter lebt weiterhin zurückgezogen in seine Einligawohnung im rechten Haustal und hält Abstand zur Otto.

00:22:11: so gut es geht kaum vorstellbar unter welchen Umständen hier nun zusammengelebt werden soll, zwei Männer unter einem Dach von denen der eine laut Urteil eins versucht hat den anderen umzubringen.

00:22:24: Walther begegnet seinem Angreifer nun Tag für Tag, weil noch immer keiner von ihnen bereit ist das Feld zu räumen und doch ist mittlerweile eine fast verdächtige Ruhe

00:22:33: eingekehrt.".

00:22:35: Ein klarendes Gespräch mit dem sich das Kriegsbeil begraben lassen würde gibt es zwar nicht aber die beiden Streithähne legen es zumindest beiseite Vorerst.

00:22:45: So, nun fragt man sich natürlich wieso kann der Otto dann eigentlich jetzt so unbescholten wieder auf dem Hof leben wenn er doch die letzten zehn Jahre auf der Flucht war?

00:22:54: Der Zeitpunkt an dem das Ehepaar Meier nach Hause zurückgekehrt ist, war kein Zufall.

00:22:59: Die Meiers hatten den Kalender in diesen Jahren vermutlich ganz genau am Blick und zogen genau dann wieder auf den Hof als sie nicht mehr befürchten mussten dass Otto erneut Handschellen angelegt werden würden.

00:23:10: Und der Grund dafür liegt in der Verstreckungsverjährung.

00:23:14: Die besagt, dass eine Strafe nur innerhalb einer bestimmten Frist vollstreckt werden darf.

00:23:19: Wie lange diese Friste hängt von der Höhe der Straße ab?

00:23:22: Bei Freiheitsstrafen zwischen einem und fünf Jahren beträgt die Verstreckungsverjährungsfrist zehn Jahre.

00:23:28: Wir erinnern uns Otto wurde wegen der Schüsse auf Walter zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt.

00:23:32: was bedeutet das seine Strafe also genau in diesem Bereich fällt Weil er nach seiner Flucht jetzt mehr als zehn Jahre verschwunden blieb, kann die verhängte Strafe also anschließend nicht mehr rechtlich verstreckt werden.

00:23:45: Heißt Otto hat seine Strafe zwar nicht abgesessen – trotzdem muss er jetzt noch dem Ablauf der zehn Jahre nicht mehr in Haft!

00:23:53: Otto sieht darin so macht er bei seinem zweiten Verfahren im Jahr zwei Tausendzehn klar die Korrektur eines Unrechts.

00:24:00: Er erklärt der Kammer nun, dass die damalige Verurteilung ohnehin falsch gewesen sei.

00:24:05: Er habe damals nämlich sehr wohl in Notwehr gehandelt.

00:24:08: Man habe ihn zu Unrecht schuldig gesprochen und genau dieses Urteil werde nun auch noch instrumentalisiert um ihm heute wieder den Prozess zu machen.

00:24:18: Das Otto damals unbehelligt zurückkehren konnte änderte vor allem für Anneliese und Gerhard Neumann die Verhältnisse auf dem Hof.

00:24:26: Neun Jahre hatten sie dort gemeinsam mit Walter gelebt, doch nur wenige Monate nach Ottos und Inas Rückkehr verließen sie das Grundstück wieder.

00:24:34: Sie zogen in den rund zwei Stunden entfernten Westerwald weit weg vom Hof.

00:24:39: Wieso wird vor Gericht später noch eine entscheidende Rolle spielen?

00:24:44: Zurück blieb das unheilvolle Trio Walter Klein und die Meyers – was letztendlich der Grund dafür war, warum das Zusammenleben nicht weiterhin so ruhig bliebe, weiß heute keiner mehr!

00:24:55: Vielleicht lag es daran, dass Otto Walter die über zwanzigtausend D-Mark Schmerzensgeld nie zahlte zu denen er während seiner Flucht verurteilt wurde.

00:25:03: Vielleicht fing es wie beim ersten Mal mit Lapalien an.

00:25:07: Otto Meier jedenfalls behauptet vor Gericht das Walter Klein ihn schikaniert habe.

00:25:11: Er habe ein Wasserrohr abmontiert und ihm Wasser in die Stiefel gekippt Bis im Sommer, zwei Tausend Sieben nach fünf weiteren gemeinsamen Jahren auf dem Hof schließlich die nächste Runde des erbitterten Haarenkampfes eingeläutet wurde.

00:25:26: Vor Gericht sagen nun Zeuginnen aus, die den jahrelangen Konflikte auf demhof aus nächster Nähe miterlebt haben.

00:25:32: eine Nachbarin Die Unweites Hofes Wohnte berichtet dass sie im Jahr Zwei Tausends Sieben gesehen habe wie Otto Steine auf dem Zufahrtsweg verteilte So viele, dass Walter mit seinem Auto nur noch im Slalom bis zum Tor kam.

00:25:46: Einmal habe die Nachbarin beobachtet wie Otto-Walter per Handzeichen durch die Hindernisse dirigierte was auf sie wie eine gezielte Demütigung gewirkt habe.

00:25:56: Später sei der Weg so blockiert gewesen das Walter seinen Wagen an der Gemeindestraße abstellte und den Rest zu Fuß gehen musste.

00:26:03: Vielleicht wollte der Otto dem Walter ja nur helfen?

00:26:07: Also ich meine ich sehe selbst immer ganz kritisch, wenn mich jemand beim Einparken oder so mir zeigen will was ich machen soll.

00:26:16: So es gibt's ja ne?

00:26:17: Vor allem würde ich sagen bei Männern dass sie dann hinter dem Auto stehen oder vorm Auto stehen und dann so komische Bewegung machen.

00:26:24: Aber man könnte auch

00:26:25: komische Bewegungen

00:26:28: aber man könnte das einfach als Hilfestellung ansehen, dass Otto Walter per Handzeichen durch die Hindernisse dirigiert.

00:26:35: Also erstmal bin ich froh, dass das bei uns beiden ja Nien-Thema ist.

00:26:38: Weil in der Vergangenheit bist du ja beim Einparken dann einfach oft ausgestiegen obwohl du gefahren bist und ich habe das Auto eingeparkt.

00:26:45: Aber Hilfestellung!

00:26:46: Ich meine da hat ja extra die Steine überall platziert.

00:26:51: also da bist Du ja sehr wohlwollend dem Otto gegenüber, dass er da helfen wollte

00:26:56: Ja aber er wollte ihn ja offenbar nicht auch total reinreiten.

00:27:00: Nee ich sehe das hier als pure Provokation und Schikane an.

00:27:04: Ja, vielleicht ist es aber auch langsam so ein Verhältnis wie Pärchen die ganz lange zusammen sind.

00:27:10: Weißt du?

00:27:11: Ja das ist ein spannender Punkt!

00:27:13: Man kann sich hier ja auch schon mal fragen was dieses Verhältnissen von zwei Männern die beide sehr viel Zeit haben für beide vielleicht auch bedeutet weil es ist ja schon das zeichnet sich ja ab auch eine Art Beschäftigung miteinander.

00:27:28: Eine intensive, keine schöne aber eine intensive und vielleicht möchte man damit ja auch irgendetwas im Leben füllen was nicht da ist denn gerade die Meyers haben ja offenbar keine anderen sozialen Kontakte.

00:27:43: Aber das sind alles Mutmaßung das wissen wir natürlich

00:27:45: nicht

00:27:46: Jedenfalls und deswegen glaube ich auch nicht, dass Walter sehr erfreut über diese Steine zumindest war entdeckte er später Kratzer im Lackse eines Autos die er eben auf jene Steine zurückführte.

00:27:58: So geht es aus einer Anzeige wegen Sachbeschädigung hervor die er gegen Otto stellte und die dem Gericht jetzt vorliegt.

00:28:04: Für die Steine gebe es eine Erklärung, verteidigt sich Otto vor Gericht.

00:28:08: Er habe diese zum eigenen Schutz auf den Zufahrtsweg gelegt.

00:28:12: Walter sei nämlich in seinem Wagen mit voller Geschwindigkeit auf einer der Katzen zugefahren.

00:28:18: Als ihn er versucht habe das Tier hochzunehmen, sei Walter auch auf sie zugesteuert.

00:28:23: Überhaupt, so beschreibt es Otto, sei Walter Klein ein äußerst aggressiver Mensch gewesen.

00:28:28: Mehrfach habe Walter ihn und seine Frau bedroht – einmal mit einem Schneeschieber, ein anderes Mal mit einem Hammer.

00:28:36: Aus den Strafanzeigen die Walter damals gestellt hat wird klar dass seine Darstellung der Dinge eine ganz andere war.

00:28:42: Vor der Polizei hatte er angegeben das die Meyers ihnen mit Werkzeugen bedrohte.

00:28:47: Auf Anschuldigung folgte Anschuldigungen und jeweils danach der Vorwurf der falschen Verdächtigung.

00:28:53: Außerdem Beleidigung, Sachbeschädigung, Bedrohung, Körperverletzungen – die Liste der gegeneinandergestellten Anzeigen wurde immer länger.

00:29:02: Weiters Rechtsanwalt, der ihm seit den Schüssen in dem zermürbende Nachbarschaftsstreit zur Seite stand, findet im Prozess klare Worte.

00:29:10: Es habe ein regelrechter Krieg geherrscht.

00:29:13: Otto habe Psychoterror

00:29:14: betrieben.".

00:29:15: Nachts habe er gegen Walters Fenster geklopft und sei durch den Teil der alten Scheune getrampelt, der direkt über Walter Schlafzimmer verlief.

00:29:23: Er habe Lärm mit dem Tor gemacht und Walter immer wieder aufgelauert ihn Mürbe machen

00:29:28: wollen.".

00:29:29: Auch die inzwischen achtundachtzigjährige Edmute, deren Gesundheitszustand eine Teilnahme am Prozess nicht mehr zulässt, habe sich große Sorgen um ihren langjährigen Bekannten gemacht heißt es von Walters ehemaligen Anwalt vor Gericht.

00:29:42: Walter hingegen habe geglaubt, dass sein Nachbar aus der Vergangenheit gelernt hätte und das so etwas wie damals nicht noch einmal passieren würde.

00:29:51: Zugleich betont er Anwalt sei aber auch Walter ein schwieriger Mensch gewesen, der mit nahezu allen die im Haus lebten über die Jahre Probleme gehabt haben.

00:30:01: Walter war es offenbar gewohnt, dass die meisten irgendwann klein beigaben – aber nicht Otto Meier!

00:30:09: Am Nachmittag des fünften September, sieben klingelt im Polizeipräsidium das Telefon.

00:30:14: Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein Mann, da den Beamtinnen kein Unbekannter ist – es ist Walter Kleins Rechtsanwalt!

00:30:22: Er hat etwas beunruhigendes mitzuteilen….

00:30:24: er wolle seinen Mann landen als vermisst melden.

00:30:28: Der Anwalt erzählt dass ich Walters bekannter Erdmutter die Walter oft besuchen komme gerade bei ihm gemeldet habe Sie habe ein ungutes Gefühl, Walter sei heute Morgen nicht wie verabredet zu ihr gekommen.

00:30:40: Dabei hatten die beiden den Tag gemeinsam durchgeplant.

00:30:44: Nach seinem Termin beim Arzt – einer routinemäßigen Kontrolle wegen seiner Diabetes- und Herzprobleme sollte er bei ihr vorbeikommen um gemeinsam zu essen.

00:30:52: Doch der mittlerweile neunundsechzigjährige sei weder bei ihr noch bei seinem Arzttermin erschienen, das sei ihr auf Nachfrage mitgeteilt

00:31:00: worden.".

00:31:01: Der Anwalt sagt, dass dieses Verhalten gar nicht zu seinem Mandanten passe.

00:31:05: Walter sei absolut zuverlässig und genau das bereite ihm unter bekannten Sorgen.

00:31:10: Der Anwald erinnert eindringlich an die lange Vorgeschichte zwischen Walter- und Hofeigentümer Otto Meier der Walter-Habe loswerden wollen, seitdem er ihm das erste Mal begegnet ist.

00:31:21: Auf der Polizeistation schrillen wegen der aktenkundigen Streitigkeiten der beiden sofort die Alarmglocken.

00:31:27: Nach dem Telefonat machen Beamtinnen sich daher direkt auf den Weg zum Hof, um dort nach dem Rechten zu schauen.

00:31:33: Vor Ort treffen sie allerdings nur auf den zweiundfünfzigjährigen Hofeigentümer.

00:31:38: Als die Otto auf Walter ansprechen, sagt dieser gelassen, dass er gestern Abend noch mitbekommen habe wie Walter nach Hause gekommen sei – das müsse so um zwanzig Uhr gewesen sein!

00:31:48: Heute Morgen, als er gegen halb acht in den Garten gegangen sei, sei Walters Auto auch schon wieder weggewiesen.

00:31:54: Das war's.

00:31:56: Mehr Informationen gibt Otto an, habe er nicht.

00:31:59: Und so verlassen die Beamten in den Hof wieder ohne zu ahnen, dass der Zufall knapp fünfzig Kilometer entfernt auf ihrer Seite ist.

00:32:07: Nur wenige Stunden nach dem Walters Anwalt seinen Mandanten als vermisst gemeldet hat findet man im luxemburgischen Clairvaux einen völlig zerstörten Wagen.

00:32:16: Ein junger Mann hatte beim Rasen durch einen Kreisverkehr die Kontrolle über sein Auto verloren und war mit voller Wucht in ein parkenden Wagen gekracht, der vorne gegen eine Laternmaske prallt war.

00:32:27: Der blaue Rhinocynik erinnert nun eher an eine zerdrückte Ziamonika.

00:32:33: Um den Eigentümer oder die Eigentümeren zu ermitteln und bei den Schaden zu informieren führt die luxemburgische Polizei eine Halterabfrage durch – und die ergibt es ist Waltersauto!

00:32:43: Als die deutschen Behörden die Meldung über den Fund von Walterswagen erhalten, fahren sie erneut auf den Hof.

00:32:49: Dort verschärfen sich die ermittelnden Zutritt zu Walters Wohnung.

00:32:54: Sie sieht verwarlos aus – kein Strom und kein Wasser!

00:32:58: Ein trostloser Ort aber keiner der von einem Verbrechen erzählt.

00:33:02: Nichts deutet dort darauf hin dass Walter in dieser Wohnung etwas zugestoßen ist.

00:33:06: Es gibt keine Einbruchsspuren an Zeichen für ein gewaltsames Eindring noch Hinweise auf einen Kampf.

00:33:13: Anschließend versuchen die Beamtinnen, die Meyers in ihrem Wohnhaus anzutreffen.

00:33:17: Doch als sie dort klingeln und klopfen, öffnet niemand!

00:33:20: Vor dem Haus hängt auf einem Wäscheständer noch feuchte Wäsche – was daraufhin deutet, dass sie kurz zuvor noch hier gewesen sein müssten.

00:33:28: Später erzählt eine Nachbarin ihnen, Sie habe Ina noch während dieses Besuchs erspähen können.

00:33:33: Für die Ermittlenden steht damit fest, Die Meyers waren in diesem Moment Zuhause haben sich aber nicht zu erkennen gegeben etwa weil sie etwas zu verbergen haben.

00:33:42: Auch als die Imagininen in den Folgetagen zurück zum Hof kommen, bleibt es ungewohnt ruhig.

00:33:48: Dort wo sonst zugehütet wurde.

00:33:51: Noch immer steht die Wäsche vor dem Haus der Meiers.

00:33:54: An den Bäumen hängt Obst.

00:33:55: das längste hätte geerntet werden müssen.

00:33:57: Einiges ist schon heruntergefallen liegt im Gras und fault Überall finden die Imaginnen verteilte Nepfe mit Futter und Wasser bereitgestellt für Tiere um die sich offenbar niemand kümmert.

00:34:08: Zwischen ausgewachsenen Katzen entdecken die Polizistinnen kitten so klein, dass sie vor kurzem erst geboren sein müssen.

00:34:15: Für Menschen deren Leben sich um diesen Hof und ihre Tiere dreht erscheint das höchst ungewöhnlich.

00:34:22: Die Ermittlungen gehen in eine neue entscheidende Phase.

00:34:25: Eine Sonderkommission wird eingerichtet, die Soco Clairvaux benannt nach dem Ort an dem Walters Wagen gefunden wurde.

00:34:32: Die Leitung übernimmt Kriminalhauptkommissar Harald Richter, mit dem wir für die Folge gesprochen haben.

00:34:38: Er hat uns erzählt, dass in der Zeit dann eine wirklich groß angelegte Suche nach Walter Klein folgt.

00:34:45: Die Soko arbeitet sich durch das Anwesen, die Wohnräume der Meyers, die Garage und alle weiteren Räume.

00:34:51: Sie schauen an einen alten Brunnen auf dem Hof öffnen einen Kanalschacht und lassen leichen Spürhunde über das Gelände in den umliegenden Feldern laufen.

00:34:59: Ein Hubschrauber kreist über die Umgebung, die Wärmebildkamera tastet Felder und Waldränder ab.

00:35:05: Am Boden durchkämmen etliche Einsatzkräfte, Wälder und Wiesen nach Walter.

00:35:10: Doch trotz des riesigen Aufgebots bleibt der neunundsechzigjährige verschwunden.

00:35:15: Das einzige was gefunden wird ist das Handy von Ina Meier – doch auch dessen Auswertungen bringt keine Hinweise auf Walters Verbleib.

00:35:23: Parallel wird Walters Wagen aus Luxembrücken nach Deutschland gebracht!

00:35:27: Die Hoffnung ist groß, im Auto endlich eine Spur zu finden.

00:35:31: Doch Fehlanzeige!

00:35:33: Keine verwertbaren Hinweise – keine Fremde nach.

00:35:37: Nur ein zerstörter Wagen abgestellt an einem Ort der mehr Fragen aufwirft als es Antworten gibt.

00:35:43: Zwei Wochen nach Waldes verschwinden, wenn sich die Soko an die Öffentlichkeit.

00:35:48: Zeitungen berichten, Flugbärter werden verteilt, Plakate aufgehängt.

00:35:52: Gesucht wird ein neunsechzigjähriger Mann mit grauen Haaren und schmaler Statur.

00:35:57: Im Eifeldorf spricht Wald jeder über den Vermissten.

00:36:00: Doch gefunden wird der Weder in der Umgebung noch in Luxemburg, wo mit einem Großaufgebot nach dem Vermiszenwalter gesucht wird.

00:36:08: Walter Klein scheint wie vom Erdboden verschluckt.

00:36:11: Unterdessen prüfen Sokoleiter Richter und sein Team jedes denkbare Szenario – sie sprechen mit wenigen Menschen aus Walters Umfeld, Erdmute, seinem Anwalt, seinem Hausarzt und seinem Arbeitgeber!

00:36:24: Aus den Gesprächen ergibt sich, dass Walter keine Verbindung nach Luxemburg hatte.

00:36:28: Niemand kann sich erklären, warum der von allen als ängstlich beschriebene Walter dorthin gefahren sein sollte – noch das zu alleine!

00:36:35: Zudem sei seine Misstrauen gegenüber dem Ausland viel zu groß.

00:36:38: Er fahre trotz günstiger Preise nicht einmal zum Tanken über die Grenze.

00:36:42: Dass Walter freiwillig abgehauen sein könnte ohne jemanden Bescheid zu geben, sei nah zu

00:36:47: ausgeschlossen.".

00:36:48: Auch auf seinem Konto wurde seit dem Verschwinden keine Aktivität festgestellt und in seinem Haus sind keine fehlenden Sachen aufgefallen, die dafür sprechen würden, dass er freiwillig gegangen ist.

00:36:58: Ohnehin hätte Walter seinem Elternhaus niemals freiwilligt den Rückenzug gekehrt!

00:37:02: Und wäre er eines natürlichen Todes gestorben?

00:37:05: oder hätte er sich das Leben genommen?

00:37:07: Ist die Soko überzeugt, hätte man ihn längst gefunden – zumal ihm sein Hausarzt als körperlich und psychisch stabil beschreibt und nichts auf einen geplanten Suizid hindeutet….

00:37:16: Im Zuge der Befragung erzählt er den Mutter allerdings von einem Vorfall, der die Ermittlenden aufreuchen lässt.

00:37:22: In einer Nacht kurz vor seinem Verschwinden sei Walter völlig aufgelöst bei ihr Zuhause aufgetaucht.

00:37:28: Er habe ihr erzählt dass Otto sich mit einer Schaufel vor ihm aufgebaut haben als er abends mit dem Auto nach Hause gekommen sei.

00:37:36: Komm raus ich schlage dir das Hirn aus dem Kopf soll er berufen haben!

00:37:40: Walter hatte große Angst gehabt und geweint als er ihr das erzählte Sie sei sehr besorgt gewesen und habe ihm angeboten, dass er bei ihr einziehen könne.

00:37:49: Aber Walter wollte das nicht.

00:37:51: Er habe sich nur dazu überreden lassen die Wochenenden zu nutzen um etwas Abstand zwischen ihn und Otto zu bringen und von Freitag bis Sonntag Abend bei Erdmutter zu schlafen.

00:38:00: Und ähm wird er vermisst!

00:38:02: Und solange Walter nicht plötzlich quick lebendig auf sein geliebten Hof zurückkehrt bleibt der Soku nur eine Erklärung für seinen Verschwinden – genauer gesagt einen Name.

00:38:13: Und so wird nun nicht mehr noch nach Walter, sondern auch nach den Meiers gefahntet.

00:38:18: In Luxemburg suchen die Ermittlenden gezielt nach Menschen, die in der Nähe der Fundstelle von Walters Wagen Beobachtungen gemacht haben.

00:38:24: und unter das viele Kopfschütteln mischt sich schließlich eine Person, die weiterhelfen kann.

00:38:29: Die junge Luxemburgerin wohnte in einem der Häuser nahe der Straße an der sich der Unfall ereignete.

00:38:35: Ungefähr zwei Wochen danach, sagt sie, habe sie eine Frau gesehen, die ihr komisch vorkam.

00:38:40: Die Frau ging langsam an der Unfallstelle vorbei und versuchte diese unauffällig zu beobachten, indem sie kurz hinschaute und sofort wieder wegsah.

00:38:48: Als sie sie bemerkte, dass sie sie dabei beobachtete, habe die Frau den Blick gesenkt und sei schnell weitergegangen.

00:38:55: Sie habe tiefe Falten im Gesicht gehabt, die sich von der Nase bis zum Mundwinken zogen, die Schultern hängen lassen und sei schluderisch gekleidet gewesen – ein Zitat «ziegen vollsocken Typ».

00:39:07: Die achtzehnjährige Zeugin nimmt Zettel und Stift zur Hand und beginnt für die Polizei zu zeichnen, was sie noch im Gedächtnis geblieben ist.

00:39:13: Eine schlanke Frau mit klobigen Schuhen in einer Leggins, die oberhalb der Knöchel endet, dunklem Haar mit Pony.

00:39:20: Die Imagine sind sich einig – das ist Ina Meier!

00:39:23: Und Ina ist nicht die einzige, die erkannt wird.

00:39:26: Ein weiterer Hinweis führt zu einem kleinen Ordner der deutschluxemburgischen Grenze.

00:39:31: Dort will eine Zeugin einen Mann am Straßenrand gesehen haben, der in ihr ein ungutes Gefühl geweckt habe ohne dass sie genauer sagen können warum.

00:39:40: Der Mann hat einen kurzgeschurnen grauen Kinnbad gehabt, ein kariertes Hemd getragen und so gewirkt als Warte er auf jemandem.

00:39:47: Im Zuge einer Wahllichtbildvorlage werden der Zeugen anschließend mehrere Fotos von unterschiedlichen Männern vorgelegt.

00:39:54: Vollkommen überzeugt zeigt sie auf eines der Bilder.

00:39:57: Otto Meier Das Datum habe sie in ihrem Tagebuch festgehalten.

00:40:02: Es ist der Tag, an dem Walter verschwunden ist.

00:40:05: Sollten die Angaben der Zeuginnen stimmen kann das kein Zufall sein?

00:40:10: Was haben die Bayerns in Luxemburg gemacht und wo sind Sie

00:40:13: jetzt?".

00:40:14: Die Antwort liefern Otto und Ina selbst.

00:40:16: Dass ihm das Anwesen in der Eifel den Tagen zuvor regelrecht auf den Kopf gestellt wurde, rollt der blaue Opelcorsa plötzlich wieder die Zufahrt hinauf.

00:40:25: Otto und Ina sind zurück nach zwei Wochen Abwesenheit.

00:40:29: Am nächsten Tag sitzen sie getrennt voneinander in den Vernehmungsräumen der Polizei Trier.

00:40:34: Jetzt geht es darum zu klären, wo sie sich in den vergangenen zwei Wochen aufgehalten und was sie in dieser Zeit getan haben.

00:40:41: Ina sagt nichts – sie macht von ihrem Recht Gebrauch zu schweigen!

00:40:45: Ganz im Gegenteil.

00:40:46: zur Otto.

00:40:47: Er erzählt Soko-Leiter Harald Richter, dass er mit seiner Frau im Urlaub gewesen sei.

00:40:52: Sie seien mit dem Auto nach Frankreich und Belgien gefahren.

00:40:55: Die Reise sei schon länger geplant gewesen….

00:40:58: Harald Richter will wissen, ob sie ihren Urlaub belegen können.

00:41:00: Zum Beispiel durch Hotelrechnungen?

00:41:02: Nein – die hätten im Auto geschlafen und Restaurants haben sie auch keine

00:41:06: besucht.".

00:41:07: Riecht das Nachfrage, ob Sie in Luxemburg gewesen seien.

00:41:10: verneint Otto?

00:41:11: Da seien Sie nicht gewesen!

00:41:13: Ausgerechnet in dem Moment, in dem sein Verhasster nachbar verschwindet, brechen er und seine Frau also zu einer zweivöchigen Reise auf für die es keinerlei Nachweise gibt.

00:41:23: Haraldrichter glaubt Otto Meier kein Wort….

00:41:26: Aufmerksam hört er zu und ist sicher, diese Antworten sind gut überlegt worden.

00:41:31: Otto Meier glaubt Richter ist ein vorsichtiger Mann – über die letzten Wochen wurde auch das Mobiltelefon von Otto Meyer überwacht, doch es konnte kein einziges belastendes Gespräch aufgezeichnet werden.

00:41:42: Verbindungen ins Ausland wurden ebenfalls nicht nachgewiesen, das Handy war am deutschen Netz eingeloggt und wurde nicht benutzt.

00:41:49: Ist das etwas, was den Mann vor Gericht entlastet?

00:41:52: Oder deutet es nur einmal mehr darauf hin, dass Otto mal ja ganz genau weiß, was er tut.

00:41:57: Noch bevor der im Mittlerweitere Nachfragen stellen kann, die wird Otto ohne Anlass mögliche Erklärungen dafür irgendwie Spuren von ihm an Walters Auto gelangt sein könnten – ohne zu wissen, daß gar keine Spuren gefunden wurden!

00:42:10: Er habe Walter einmal Stadthilfe gegeben und dabei selbst in Wagen gesessen.

00:42:14: Ein anderes Mal habe er ihn getränke Kisten in dem Kofferraum gestellt….

00:42:18: Aus den bisherigen Ermittlungen war es der Soko-Leiter, dass Walter Klein Otto Meier niemals um Hilfe gebeten hätte und Otto sie ihm wiederum wohl auch nie angeboten hätte.

00:42:27: Drei Stunden dauert die Vernehmung, die sich für Harald Richter wie eine Art Schachspielern führt.

00:42:32: Denn trotz klarer Vorwürfe bleibt Otto ruhig – er wirkt fast unbeeindruckt und überzeugt davon, dass man ihn nichts nachweisen könne.

00:42:41: Am Ende bleibt in Ermittlingen nichts anderes übrig als Otto und Ina gehen zu lassen… aber ihr Auto wird sichergestellt!

00:42:48: Jetzt, etwas über drei Jahre später ist die Staatsanwaltschaft überzeugt.

00:42:52: Otto Meier hat Walter Kleinswagen in Luxemburg abgestellt um eine falsche Spur zu legen.

00:42:59: Der glückliche Umstand, dass der Wagen nur wenige Stunden nach, weil das Verschwinden gefunden wurde hatte seinen Plan durchkreuzt ihn längere Zeit unbemerkt im Ausland stehen zu lassen.

00:43:09: Otto muss davon erfahren haben als Polizeibeamtinnen auf seinem Hof über den Fund sprachen in dem Moment, als er sich im Haus nicht zu erkennen gab.

00:43:18: Zwei Wochen nach dem Unfall muss er dann noch einmal gemeinsam mit seiner Frau zum Abstellort zurückgekehrt sein – warum auch immer!

00:43:26: Man sagt, Täter kommen immer wieder zum Tatort noch mal zurück.

00:43:32: Oder in dem Fall zum Abstellort und manche sagen ja würden so nochmal den Nervenkitzel durchleben oder weil ihnen das ein Gefühl von Kontrolle gibt und das wiederum könnte ich hier in diesem Fall auch verstehen.

00:43:42: also so dass man gucken will steht das Auto dann noch?

00:43:46: was wird da eventuell noch gemacht?

00:43:48: Ja oder man fährt noch einmal zurück irgendwie aus Sorge, dass etwas auf einen zurückgeführt werden könnte weil man dort versichtlich was vergessen hat.

00:43:56: Nein, jedenfalls sagt Otto Meier jetzt vor Gericht.

00:43:58: Es stimme einfach nicht, dass er oder seine Frau jemals in Clairvaux gewesen sein.

00:44:03: Außerdem würden die Beschreibungen der Zeuginnen, die Angaben ihn und seine Frau gesehen zu haben auch gar nichts zu ihnen passen.

00:44:09: Seine Frau sei weder ungepflegt noch ein schlampiger Typ – noch habe sie falten!

00:44:15: Auch er selbst sehe nicht aus wie der beschriebene

00:44:17: Landstreicher.".

00:44:19: Otto ist sich sicher, Polizei und Staatsanwaltschaft hätten die Zeuginnen manipuliert und ihnen vor Abbilder von ihm und seiner Frau gezeigt bevor sie ihre Aussagen gemacht hätten.

00:44:29: Harald Richter der sich im Zeugenstand mit Ottos Anschuldigungen konfrontiert sieht weiß diese Anschuldigung von sich und seinen KollegInnen und schildert unterdessen die weiteren Ermittlungsschritte Da die Polizei Otto Meier für dringend tatverdächtig hielt und davon ausging, dass weiter nicht einfach verschwunden war sondern von ihm getötet wurde, leitete sie unmittelbar nach der Vernehmung ein Ermittlungsverfahren gegen Otto Meyer ein.

00:44:53: Für die Sonderkommission war das ein entscheidender Schritt – denn mit dem neuen Verfahrensstand erweiterten sich auch ihre Möglichkeiten.

00:45:00: Von da an durften Sie technisch aufwendiger ermitteln und deutlich tiefer in das Leben der Meiers eingreifen!

00:45:07: Ein halbes Jahr nach Walters Verschwinden entschied sich die Sogo für eine solche Maßnahme.

00:45:12: Über Audioüberwachungsgeräte und GPS-Sender, die sie heimlich in Auto und Scheune platzierten – und übers Abhören von Ottos Handy standen die Meyers unter Beobachtung.

00:45:22: In der Hoffnung dass ein unachtsamer Satz fallen würde, der offenlegt was wirklich passiert war!

00:45:28: Und vielleicht auch welche Rolle Ina spielte?

00:45:30: Dann auch wenn der Fokus längst auf Otto lag blieb unklar, inwiefern Ina in wie Sache verstrickt.

00:45:36: Doch die Meyers sprachen nicht, nicht über die Polizei, die immer wieder vor ihrer Tür stand.

00:45:41: Nicht darüber dass sich der Verdacht längst gegen sie gerichtet hatte.

00:45:45: Was ja schon komisch ist ne?

00:45:47: Man würde ja meinen wenn man fältschlicherweise verdächtigt wird sein Nachbarn umgebracht zu haben das man sich darüber dann vielleicht auch mal Zuhause austauscht.

00:45:56: Aber die Meiers sprachen kein Wort darüber Bis zu einem Tag im Dezember.

00:46:04: Harald Richter berichtet, dass die Soko irgendwann auf einer der Aufzeichnungen Otto Maier sagen hörte – wo kann das sein?

00:46:11: Und Geräusche, die darauf haben schließen lassen, dass er seinen Auto durchsucht habe.

00:46:16: Dann sei die Verbindung abgebrochen.

00:46:18: Otto habe die Abhöreinrichtung im Auto entdeckt.

00:46:21: Damit sei die Maßnahme beendet gewesen und gescheitert.

00:46:25: Monatelange Überwachung aufgeflogen.

00:46:28: Hinzu sei gekommen, dass die Nachbarinnen den Ermittlenden berichteten, Otto und Ina immer wieder draußen in der Eifler Landschaft gesehen zu haben.

00:46:36: Teils nachts mit Stirnlampten!

00:46:39: Durch den GPS-Sender im Auto wussten sie außerdem, das die Meyers oft in die Wälder gefahren sind.

00:46:44: Vielleicht waren es die einzigen Momente, in denen Sie unbeobachtet sprechen konnten – so der Eindruck der Ermittelnden?

00:46:51: Denn die Meiers müssen gewusst haben, dass sie Zuhause überwacht wurden….

00:46:55: Otto Meier telefonierte über die ganze Zeit auch nicht über das abgehörte Handy.

00:47:01: Für die Emmettlndin ein ernüchternder Zustand, sagt Harald Richter.

00:47:05: Nicht nur dass sie Otto nichts nachweisen konnten, Walter blieb nach wie vor wie vom Erdboden verschluckt.

00:47:11: Auf.

00:47:11: der Versuch, Man-Trailerhunde einzusetzen brachte keine neue Erkenntnis.

00:47:16: Doch die ausbleibende Gewissheit entmutigte die Emmetlnde nicht – im Gegenteil, sie trieb sie an!

00:47:22: Im September, zwei Jahre nach Walters verschwinden kam es erneut zu einer Hausdurchsuchung.

00:47:29: Ein Grund dafür war auch ganz praktischer Natur.

00:47:31: Otto hatte nämlich das Abhörgerät, das in seinem Auto gefunden wurde an sich genommen – ein Gerät, dass dem Landeskriminalamt gehörte und die Ermittlenden zurückhaben wollten.

00:47:41: Bei dieser Durchsuchung schließen sie aber auf noch etwas anderes, das ihre Aufmerksamkeit weckte.

00:47:47: Ein unscheinbarer Kasten der ein wenig so aussah wie ein ausgebautes Autoradio.

00:47:53: Nach Prüfung des Geräts war nun endlich klar wieso die Meyers wussten dass sie abgehört wurden.

00:47:57: Bei dem Fundstück handelte es sich um einen Signalempfänger also um ein Gerät mit dem sich versteckte Funk- und Videosender aufspüren ließen.

00:48:07: So hatte er offenbar auch den Sender im Wagen aufspühlen können.

00:48:10: Offenbar rechnete Otto Meier also damit, dass er verdächtigt und abgehört wurde.

00:48:16: Otto selbst hat für das Gerät eine andere Erklärung.

00:48:18: Das Gerät sei bei ihm als Mikrowellen-Lektester im Einsatz gewesen, sagt er während des Prozesses gegen ihn.

00:48:25: Er habe damit also prüfen wollen ob aus seiner Mikrowelle eventuell Strahlung nach außen austritt.

00:48:31: verhaften Konnte die Polizei ihn damals deswegen nicht, am Ende blieb nur der Verdacht dem Richtigen auf der Spur zu sein.

00:48:38: Also wandten sie sich an die Öffentlichkeit – Sie brauchten Hinweise aus der

00:48:42: Bevölkerung.".

00:48:44: Es ist Mittwoch der sechzehnte September, und diesem Abend flimmert in unzähligen Wohnzimmern dieselbe beklemmende Szene über die Bildschirme.

00:48:54: Moderator Rudi Zerne blickt ernst in die Kamera neben ihm ein Objekt das sofort aller Aufmerksamkeit auf sich zieht!

00:49:01: Walters völlig zerstörter blauer Renau-Synik mitten im Studio bei Aktenzeichen XY ungelöst.

00:49:09: Ebenfalls mit CERN im Studio ist Kriminalhauptkommissar Harald Richter, er erzählt was sie bisher über Walters verschwinden wissen beantwortet Fragen und richtet einen dringenden Appell an die ZuschauerInnen Wer etwas weiß soll sich melden.

00:49:23: Doch an diesem Abend geht es um weit mehr als ein Fernseheraufruf Denn die Sendung ist Teil eines Plans, den die Soko mit der Redaktion abgesprochen hat.

00:49:32: In den vergangenen Wochen wurde die Berichterstattung zum Fall massiv hochgefahren.

00:49:36: Zeitungen berichtet und überall sprach man darüber.

00:49:39: das der Fall weil der Kleinen in die Sendungen kommt.

00:49:42: Das Ziel Otto Meier soll das Gefühl bekommen dass es jetzt eng wird.

00:49:46: Damit der fifty-Jährige auch weiß, dass er im Fokus steht wurde er zwei Tage vor Ausstrahlung noch einmal vernommen und mit dem Verdacht konfrontiert etwas mit dem Verschwinden seines Nachbarn zu tun zu haben.

00:49:57: Während Harald Richter also im Fernsehen vom verschwundenen Walter Klein berichtet läuft zeitgleich auf dem Hof eine verdeckte Maßnahme.

00:50:04: Das Anwesen der Meyers wird live audio technisch überwacht.

00:50:09: Die Hoffnung ist groß das Otto und Ina auf das reagieren was sie im Fernseh sehen vielleicht sogar über den Ablageort von Walters Leiche reden.

00:50:16: Ab zwanzig und fünfzehn dringend leise kaum verständliche Stimmen durch die Kopfhörer der Ermittlenden Otto und Ina flüstern, einzelne Worte bruchstückhaft ohne erkennbaren Zusammenhang.

00:50:28: Zwischendurch reagiert Ina auf etwas – vielleicht so vermuten die Ermittelnden schreibt Otto Zettel.

00:50:34: Und statt Täterwissen hören die Ermittelnden das gleichmäßige Brummen eines Rasierers lautes Staubsaugergeräusche und des Lauterstellen des Fernseheres.

00:50:43: Dann hören Sie das erste Mal einen Satz klar und deutlich, aber es ist keiner, der den erhofften Ermittlungserfolg bringt.

00:50:50: Otto sagt, ich werde das Ding jetzt zähmen!

00:50:54: Dann bricht die Verbindung zum Sender ab... stille.

00:50:57: Der entscheidende Durchbruch ist wieder immer nicht gelungen – so scheint es.

00:51:02: Doch an diesem Abend passiert noch etwas anderes was die Soko nicht auf dem Schirm hatte.

00:51:06: Bei der Redaktion von Aktenzeichen XY meldet sich eine Frau, die zunächst anonym bleiben will.

00:51:13: Sie hat etwas mitzuteilen, dass eine völlig neue Dynamik in den Fall bringen und dafür sorgen wird, das ein halbes Jahr später endlich die Handschellen klicken.

00:51:22: Denn diese Zeugin berichtet, dass sie davon gewusst habe, dass Otto Meier seinen verhassten Nachbarn trotzsehen wollte – denn sie sei dabei gewesen als er jemanden mit einem Mord beauftragen wollte!

00:51:35: Etwa ein Jahr, nachdem sich die Zeugen nach der Ausstrahlung von Aktenzeichen XY bei der Soko gemeldet hatte, sitzt sie nun im Gericht.

00:51:43: Nicht mehr anonym.

00:51:44: das was sie damals am Telefon zu sagen hatte war so brisant dass sie heute als wichtigste Zeugin im Prozess gilt.

00:51:51: Es ist die ehemalige Nachbarin von den Meyers und Walter Klein, die gemeinsam mit ihrem Mann neun Jahre auf dem Hof lebte Anneliese Neumann.

00:52:00: Es sei Anfang der Zwei Tausender gewesen, erzählt die heute seventy-jährige Anneliese vor Gericht als Otto und Ina von ihrer Flucht zurückkehrten.

00:52:08: Zu diesem Zeitpunkt hätten sie und ihr Ehemann Gerhard bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit Walter allein auf dem Hof gelebt.

00:52:15: Walter sei speziell gewesen was das Zusammenleben nie ganz einfach gemacht habe.

00:52:20: Mit Otto und ina hingegen sei das Verhältnis nach ihrer Rückkehr zunächst freundlich gewesen – manchmal hätten Sie sogar gegessen!

00:52:28: Doch nach einiger Zeit sei die Stimmung gekippt.

00:52:31: Eines Tages habe Anneliese laute Stimmen aus der Scheune gehört, die über eine Tür direkt mit ihrer Wohnung im Erdgeschoss verbunden war.

00:52:38: Daraufhin soll sie nachsehen gegangen und dabei auf Otto und ihren Mann gestoßen, der unruhig auf- und abgegangen sei.

00:52:45: Als Sie gefragt haben was denn los sei, habe ich ihr Mann mitgeteilt dass Otto ihm gerade einen Angebot gemacht habe – Zehntausend Euro wenn er Walter umbringen würde!

00:52:56: Empört habe Gerhard dieses Angebot abgelehnt, erinnert sich Anneliese.

00:53:00: Otto habe versucht, sich zu erklären und habe gesagt das doch alle den Walter Zitat weg haben wollten.

00:53:06: über die Entsorgung der Leiche sollten sie sich keine Sorgen machen gibt Annelise vor Gericht zum Protokoll.

00:53:12: Darum soll der angeklagte gesagt haben würde er sich kümmern.

00:53:16: Otto soll sich darüber geärgert haben dass er Walter damals nicht richtig getroffen habe und damit meint er den Schuss wegen des Tors, in der er sich dafür Zitat ohrfeigen könne.

00:53:31: Anneliese habe ihren Vermieter daraufhin aus der Scheune gescheucht.

00:53:35: Der habe noch gesagt sie sollten einfach eine Nacht darüber schlafen das Angebot

00:53:39: stehe.".

00:53:40: Auf seine erneute Nachfrage am nächsten Tag sei Annelise wütend geworden und habe ihm klargemacht dass er sie damit gefälligst in Ruhe lassen soll.

00:53:48: Wir sind ja nicht an deiner Brühe krank!

00:53:52: was ich einen geilen Ausdruck finde,

00:53:55: mich noch nie gehört.

00:53:56: Ich auch nicht aber ich find's super!

00:53:59: Sie und ihr Mann hätten gehofft dass das Thema damit erledigt sei doch für Anneliese und Gerhard habe von da an eine Zeit begonnen die sie als regelrechten Terror beschreibt.

00:54:09: immer wieder habe Otto plötzlich mehrere Minuten vor ihren Fenstern gestanden und einfach hineingestaht.

00:54:16: Nachts habe er gegen die Scheiben geklopft oder mit Stöcken auf seinen Boden im Obergeschoss geschlagen, sodass sie davon hochschreckten.

00:54:23: Einmal sei er mit einer Mistgabel auf Anneliese zubekommen und habe ihr gedroht, sie aufzuspießen.

00:54:29: Nach mehreren Drohungen, die Otto Meier ausgesprochen haben soll das es besser für das Paar sei auszuziehen, haben Sie dies schließlich getan in der Angst dass sonst etwas passieren würde wie Otto angedroht hatte.

00:54:40: Im Sommer zwei Tausendzwei hätten sie deswegen ihre Sachen gepackt und dem Hof den Rücken zugekehrt Ganz im Gegensatz zu Walter, der sich Otto Schikan aus Verbundenheit zu seinem Elternhaus weiterhin aussetzte.

00:54:53: Zur Polizei sagt Anne-Lise Seinsi und Gerhard damals nicht gegangen – sie hätten einfach nur Abstand gewollt, macht sie klar!

00:55:00: Gerhard habe später noch zwei Freundinnen und Verwandten von dem Angebot erzählt.

00:55:04: Eine Anzeige habe er aber nie erstattet.

00:55:07: Ihr Mann kann heute nicht aussagen, er ist ein Jahr vor Walters Verschwinden am Bauch Speicheldrösenkrebs

00:55:13: gestorben.".

00:55:14: Doch ein gemeinsamer Freund von damals bestätigt Annelieses Erzählungen vor Gericht.

00:55:19: Auch ihm habe Gerhard damals vom grausigen Angebot berichtet.

00:55:23: Die Geschichte sei von vorne bis hinten erlogen, heißt es der Anklagebank.

00:55:28: Als hätte man einen Schauspieler beauftragt, engagiert von der Staatsanwaltschaft und der

00:55:32: Polizei.".

00:55:34: Es sei völlig absurd, schon über die Beseitigung einer Leiche zu sprechen bevor man überhaupt wisse ob der andere die Tat begehen würde.

00:55:41: Außerdem werde der Anstifter ebenso wie der Täter bestraft also hätte er die Tat auch gleich selbst begehen

00:55:46: können.".

00:55:48: Gerhardt habe ein Alkoholproblem gehabt behauptet Otto Meier als sei ja nicht ganz bei Sinn gewesen.

00:55:54: eine Behauptung die sich durch Zeug innen nicht bestätigen lässt.

00:55:57: vielleicht einmal ein Bier zum Feierabend ansonsten sei Gerhard Neumann niemand gewesen der zur Flasche griff.

00:56:03: Es wirkt wie eine verzweifelte Verteidigungsstrategie, die davon ablenken soll, dass sich die Indizienkette beginnt zu verdichten.

00:56:11: Ohne Anneliese hätte Otto Meier vermutlich nie vor Gericht gestanden – ihr Anruf bei Aktenzeichen XY war das fehlende Puzzlestück der Ermittlungen und Grundlage dafür, dass überhaupt Anklage erhoben werden konnte.

00:56:24: Nicht nur wegen Mordes sondern auch wegen eines weiteren Anklagepunktes… Die versuchte Anstiftung zum Mord!

00:56:30: Otto Mayal ist der Wahl von seinem Platz verlauten, dass der zuständige Staatsanwalt einen Achtungserfolgsuche um seine Karriere voranzutreiben.

00:56:38: Dieser habe sich die Geschichte vom Auftragsmord in Zusammenarbeit mit der Polizei ausgedacht, Zeuginnen manipuliert und zu Falschaussagen verleitet weil sie den Fall trotz umfangreicher Ermittlungen nicht haben aufklären können.

00:56:51: Er habe ja auch gar keinen Grund für einen Mord gehabt – das Verhältnis zu Walter sei nach seiner Rückkehr recht harmonisch gewesen… Für eine gewisse Zeit zumindest!

00:57:00: Es habe sich erst im Laufe der Jahre wieder deutlich verschlechtert.

00:57:03: Warum genau könne er heute selbst nicht mehr erklären?

00:57:06: Vermutlich sei Walter verwirrt gewesen, das habe man ja schon an dem Zustand seiner Wohnung erkennen können.

00:57:12: Vielleicht habe er sich verirrt und sei so verschwunden!

00:57:16: Für möglich halte er aber auch dass er sich etwas angetan oder die Flucht ergriffen habe.

00:57:22: Walter sei nämlich ein fieser Betrüger gewesen weil er seinen vierhundert Euro Job nicht angemeldet.

00:57:28: Außerdem habe er mehrere offene Rechnungen entdeckt, dass sein Erkenntnis laufe gegen Walter Klein auch ein größeres Strafverfahren.

00:57:36: Welcher Art wisse er aber nicht?

00:57:38: Möglich sei auch das Walter, der angeblich auf der Suche nach Damenbekanntschaften gewesen sei mit einer Frau durchgebrannt sei oder Walter habe wegen seiner Zitat erbärmlichen Lage Suizid begangen.

00:57:50: Im Grunde hält Otto Meier also alles für möglich – nur eine Sache schließt er kategorisch aus!

00:57:57: dass er selbst etwas mit Weiters verschwinden zu tun gehabt hat.

00:58:01: Es ist klar, was Otto Meier mit der Aufzählung der scheinbar unendlichen Möglichkeiten, was mit Walter Klein passiert sein könnte bezwecken will.

00:58:09: Offenbar will er deutlich machen, das ohne einen klaren Nachweis für seine Schuld keine Verurteilung erfolgen dürfe.

00:58:15: Denn trotz umfangreicher Suche bleibt eines der wichtigsten Beweismittel bis heute nicht auffindbar – Walters Leiche!

00:58:24: Otto Meyer wegen Mordes zu verurteilen setzt voraus, dass Walter Klein tot ist.

00:58:28: Und kann man sich darüber ohne seine Leiche so sicher sein?

00:58:32: Ja... Das ist ja immer so eine Sache und das hatten wir auch schon mal im Podcasts das Thema.

00:58:37: Ich glaube die Folge hieß sogar ohne Leiche.

00:58:41: Sehr einfallsreich.

00:58:44: Super kreativ!

00:58:46: Unsere Folgen waren früher auch wie man Kuscheltieren nennt.

00:58:49: Wauzi, Bärchen,

00:58:51: Mümmel für den Hasen.

00:58:53: Ich würde sagen, unser Einfallsreichtum ähnelt dem eines fünfjährigen Kindes.

00:58:58: Ja aber so weiß man was draufsteht ist auch drin bei uns.

00:59:01: naja auf jeden Fall.

00:59:03: es gab ja mal diesen fall des getöteten Bauern Rupp und seine Leiche hatte man ja auch nicht gefunden.

00:59:09: die Familie hatte aber doch damals gestanden die Leiche teilweise an Schweineverfütter zu haben.

00:59:14: dann kam's auch zur Verurteilung

00:59:17: bis

00:59:17: die leiche irgendwann in einem Auto in der Donau gefunden wurde Der Bauer Rupp hinter dem Steuer.

00:59:24: Und dann war ja erstens klar, dass die Familie ein falsches Geständnis abgelegt hatte und das es eben ganz anders war.

00:59:32: In diesem Fall sieht man auch, dass eine Leiche ganz viel über den Tod einer Person verraten kann.

00:59:37: Ja genau, deswegen ist eine Leiche ja schon wichtig.

00:59:40: Nicht so wichtig dass es ohne keine Verurteilung geben kann aber sie kann natürlich verschiedene Hinweise geben.

00:59:45: Also beispielsweise über die Todesursache, über die Tode Art wie lang jemand auch tot ist und an den Verletzungen könnte man ja auch einen möglichen Tatablauf eventuell sogar nachvollziehen.

00:59:55: Ja,

00:59:56: Tatablauf und möglicherweise sogar Täter wie in einem unserer letzten Fälle wo ein Serienmörder Zumindest in einem Fall durch die DNA am Mordopfer.

01:00:09: ausfindig gemacht werden konnte.

01:00:12: Und obwohl ich weiß, dass man die Leiche für eine Verurteilung nicht braucht, denke ich mir immer so ist das nicht ein Heiklisunterfangen für die Staatsanwaltschaft?

01:00:21: Weil wir wissen ja auch sollte es zu einem Prozess kommen und am Ende sagt man die Indizienkette ist nicht schlüssig oder das reicht uns hier alles nicht dann sitzt man ja richtig im Dreck.

01:00:31: denn wenn's jetzt zu nem Freispruch kommt der dann noch rechtskräftig wird gilt der Feier als juristisch abgeschlossen.

01:00:37: Und dann darf er nicht noch einmal verhandelt werden gegen diese Personen, also abgesehen von irgendwelchen Ausnahmen wie einem Geständnis dann auch über solche Fälle haben wir schon gesprochen.

01:00:48: Weswegen ja auch übrigens in manchen Fällen, obwohl die Polizei sagt Wir wissen eigentlich wer der Täter oder die Täterin ist aber wer sind der Meinung?

01:00:55: Wir haben nicht genug um das hier zum Prozess zu bringen und dass es dann für eine Verurteilung reicht.

01:01:00: Ja, weshalb die dann eben manchmal sagen Naja gut, vielleicht findet man die Leiche ja irgendwann nochmal oder noch irgendetwas anderes und dann müssen wir halt darauf warten.

01:01:10: Weil uns die Gefahr zu groß ist.

01:01:12: wenn wir jetzt hier einmal anklagen und der Prozess gibt es am Ende nicht her dass er uns für immer entwischt dann

01:01:18: Ja Für Otto Meier wird das nicht aufhinden.

01:01:21: der Leiche zum zentralen Argument Wenn niemand sagen kann wo Walter isst können auch der Staatsanwalte mit Sicherheit sagen was passiert ist.

01:01:30: dass Otto Meier aber behauptet, die Ermittlungsbehörden würden ihm hier einen Mord unterjubeln wollen, deutet für den psychiatrischen Sachverständigen auf eine ausgeprägte misstrauische Geisteshaltung hin – besonders gegenüber Behörden.

01:01:43: Die teilweise paranoide Gedanken mit sich bringe.

01:01:46: Otto leide unter einer schizoiden Persönlichkeitsstörung mit dissozialen und autistischen Anteil, so der

01:01:52: Sachverständige.".

01:01:53: Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstruktur würden sich häufig stark von anderen zurückziehen und Schwierigkeiten mit sozialen Beziehungen haben, nach außen oft emotional distanziert wirken.

01:02:05: Gleichzeitig kann es in Konflikten zu plötzlichen heftigen Reaktionen kommen – was sich auch im Jahrzehnte langen Streit mit Walter Widerspiegeler in Autos verhalten.

01:02:15: Dieses Verhalten habe sich nicht erst mit dem Einzug auf den Hof entwickelt.

01:02:19: Schon als Kind habe Otto soziale Kontakte weitgehend gemieden und habe im Laufe seines Lebens nur wenige enge Bezugsperson gehabt.

01:02:26: Die wichtigste davon ist seine Ehefrau Ina, deren Beziehung der Gutachter als beinahe symbiotisch beschreibt – von der sich die Anwesenden im Gerichtssaal ein eigenes Bild machen können.

01:02:39: Über viele Jahre hätten sie beiden ein abgeschottetes stark eingeengtes Leben geführt.

01:02:44: Insgesamt soll der Sachverständige sei Otto-Soziale Leistungsfähigkeit über lange Zeit deutlich beeinträchtigt gewesen.

01:02:50: Otto sei überdurchschnittlich intelligent, trotzdem habe er seine Fähigkeiten im Leben nur begrenzt nutzen können.

01:02:57: Für den Gutachter ist auch das abgebrochene Studium nach zwanzig Semestern ein Hinweis auf geistige Starheit und geringe Flexibilität die Ortespersönlichkeit

01:03:06: prägen.".

01:03:07: Diese Mischung aus hoher Intelligenz, starkem Misstrauen und einer sehr eingängten Sicht auf die Welt legen nahe warum Otto Fennar zu alles eine eigene Erklärung findet.

01:03:17: Trotz seiner Persönlichkeitsstruktur sei sowohl seine Einsichts als auch die Steuerungsfähigkeit zu den fraglichen Zeitpunkten nicht erheblich beeinträchtigt oder

01:03:26: aufgehoben.".

01:03:28: Auch nach fünf Monaten vor dem Landgericht Trier bleibt ungeklärt was mit Walter geschehen ist.

01:03:34: Im sogenannten Eifler-Mortprozess ohne Leiche gibt es keine unmittelbaren Tatzeuginnen, keine Spuren weder von Täter noch von Opfer.

01:03:42: Kein Geständnis – nicht einmal einen Tatort!

01:03:45: Nur eine Reihe von Indizien und die Frage ob sie in ihrer Gesamtheit tragen?

01:03:51: Bis zuletzt hat der Mann auf der Anklagebank jede Schuld von sich gewiesen….

01:03:55: Nach insgesamt fünfzehn Verhandlungstagen ist es Zeit für Otto's letztes Wort.

01:04:00: Und auch das nutzt der fünfundfünfzigjährige noch einmal für einen verbalen Angriff.

01:04:05: Die Staatsanwaltschaft, so sagt Otto sei skrupellos gewesen – der gesamte Prozess würde auf Lügen beruhen!

01:04:11: Er müsse freigesprochen werden — ein Urteil gegen ihn wäre das schlimmste Fehlurteil in der Geschichte der Bundesrepublik.

01:04:18: Zwischen ihm und Walter sei es zuletzt harmonisch gewesen, wie erholt er.

01:04:22: Warum sollte ich ihn ermorden?

01:04:24: fragt er abschließend.

01:04:26: Aus Hass, erklärt die vorsitzende Richterin am fünfundzwanzigsten Februar-Zweißen-Eilf bei der Urteilsverkündung.

01:04:32: Otto Meier wird wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen sowie wegen versuchter Anstiftungen zum Mord schuldig gesprochen.

01:04:39: Nach Überzeugung des Gerichts hat Erwalter Klein in der Nacht vom Vierten auf den Fünften September-zweißenseben getötet und dessen Leiche anschließend an einen bis heute unbekannten Ort gebracht – das Urteil lautet lebenslang!

01:04:52: Als ihn die volle Härte des Gesetzes trifft, schreit Otto kurz auf.

01:04:56: Während die vorsitzende Richterin mit der Urteilsbegründung fortfährt, schaut er demonstrativ weg.

01:05:01: Statt zuzuhören unterhält er sich mit seiner Frau, die noch immer an seiner Seite sitzt.

01:05:06: Weil der klein lebt nicht mehr heißt es in der Urtheitsbegrundung Es gebe keinerlei Anhaltspunkte für einen natürlichen Tod ein Suizid oder ein freiwilliges Verschwinden.

01:05:16: Letzteres vor allem passe nicht zu dem Mann, der das Haus mit seinem Leben verteidigte und nicht einmal dann bereit war zu gehen als auf ihn geschossen wurde.

01:05:25: Dass Otto Meier für seinen Tod verantwortlich ist ergebe sich aus der Gesamtschau aller Indizien.

01:05:30: Walter hatte kaum soziale Kontakte und unter den wenigen Menschen die ihn kannten findet sich niemand, der einen Grund gehabt hätte ihm das Leben zu nehmen – bis auf Otto Meyer!

01:05:39: Weder der Versuch, Walter das Wohnrecht abzukaufen noch jahrelange Provokationen und Anzeigen hätten dazu geführt, dass dieser sein Elternhaus verließ.

01:05:47: Stattdessen wuchs über die Jahre ein immer tieferer Hass – sichtbar geworden schon in den Schüssen auf Walter, später im versuchten Auftragsmord.

01:06:00: Hinzu kommt das Schmerzensgeld, dass Otto Walter aus der damaligen Schussverletzung schuldete.

01:06:05: Eine alte Schuld die nicht nur finanziell wirkt sondern auch wie ein Stachel im ohnehin vergifteten Verhältnis der beiden Männer steckte.

01:06:13: Die zwei Wochen in denen die Meyers Nachwalters verschwinden plötzlich selbst verschwanden werdet das Gericht als mögliches Zeitfenster indem die Leiche beseitigt und Spuren verwischt worden sein könnten oder Absprachen zum weiteren Vorgehen getroffen wurden?

01:06:26: Dafür sprechen auch die Zeuginnen, die Angaben Otto am Tag von Walters verschwinden an der luxemburgischen Grenze gesehen zu haben sowie Ina zwei Wochen später in dem Ort, an dem Walters Auto gefunden wurde.

01:06:38: Auffällig sei zudem das Verhalten des Ehepaars dass während der Überwachung nie über Walter sprach nicht einmal dann wenn Otto von Vernehmungen zurückkehrte.

01:06:47: Ina selbst machte Nie-Angaben und Indizien, die ihre Beteiligung belegen könnten gab es schon während der Ermittlungen nicht.

01:06:54: Der Angeklagte tötete nach Auffassung der Kammer, um einen für ihn störenden Mitbewohner loszuwerden – um ungestört mit seiner Ehefrau leben zu können.

01:07:02: Nachdem Druck schikan und Bedrohungen erfolglos geblieben waren, entschloss er sich zur Tötung.

01:07:07: Für das Gericht zeigt sich darin kein spontaner Ausbruch sondern ein über Jahre entwickeltes klarenvolles und rein eigennütziges Vorgehen, dass von besonderer Rücksichtslosigkeit geprägt ist und deshalb als niedriger Beweggrund gewertet

01:07:21: wird.".

01:07:22: Das Mordmerkmal der Harbgesetie Kamar hingegen nicht als erfüllt.

01:07:25: Zwar hatte weiter einen Anspruch auf Schmerzensgeld, doch nach Überzeugung des Gerichts ging es Otto nicht darum ihm das Geld nicht zahlen zu müssen.

01:07:33: Entscheidend sei allein der Wunsch gewesen den Verhassten mit Bewohner loszuwerden.

01:07:38: Ottos Persönlichkeitsstörung ändert aus Sicht des Gerichtes nichts an seiner Schuldfähigkeit.

01:07:43: Die Kamar folgt dem psychiatrischen Sachverständigen und sieht weder Ottus Einsichts noch seine Steuerungsfähigkeit als erheblich

01:07:49: vermindert.".

01:07:51: Otto habe gewusst, dass sein Handeln unrecht war.

01:07:54: Gerade seine Strafanzeigen gegenweiter zeigten das er zwischen rechtmäßigem und normwidrigem Verhalten unterscheiden konnte.

01:08:02: Die Indizien für eine Verurteilung sind für das Gericht ausreichend – auch ohne Leiche!

01:08:08: Otto legt später Revision einen doch der Bundesgerichtshof bestätigt die Entscheidung des Landgerichts Trier.

01:08:20: Eigentlich hätte er letztes Jahr, also twenty-fünfundzwanzig eine Antrag auf Entlassung auf Bewährung stellen können.

01:08:25: Unseres Wissensnachs sitzt Otto aber noch immer im Gefängnis.

01:08:29: Bis heute fehlt von Walter Kleins Leiche jede Spur.

01:08:34: Es gab keine Beisetzung Keine Möglichkeit sich von ihm zu verabschieden und kein Grab.

01:08:39: Vermutlich würde heute eh niemand mehr daran stehen und um ihn trauern.

01:08:43: Erdmute war schon zu Zeiten des Prozesses gesundheitlich nicht mehr in der Lage auszusagen.

01:08:48: Selbst wenn sie noch leben würde, wäre sie mittlerweile hundertvier Jahre alt und vermutlich zugebrechlich um ihren ehemaligen Freund zu besuchen.

01:08:57: Walter hatte offenbar nicht viel im Leben – kaum Kontakte, wenig Geld oder wenig Perspektiven.

01:09:04: Das was ihm wirklich wichtig war, war der Hof auf dem er aufgewachsen war, sein Zuhause!

01:09:09: Und diesen Ort wollte er nicht mal verlassen obwohl sein Leben dort in Gefahr.

01:09:14: Heute, neunzehn Jahre nach der Tat ist der Zufahrtsweg zu dem Anwesen zugewachsen.

01:09:20: Sträucher und Hecken stehen so dicht das man kaum noch hindurchsehen kann.

01:09:25: Fast wirkt es als sei der Ort selbst im Grün verschwunden – als wäre im wahrsten Sinn des Wortes Gras über die Sache

01:09:32: gewachsen.".

01:09:35: Was ich jetzt nochmal gemerkt habe, weil an diesem Fall oder noch mal realisiert bzw.

01:09:40: bestätigt bekommen habe ist, dass es gut ist, das ich nicht Richterin geworden bin... Oder Schöffin?

01:09:47: Aber ganz knapp war's ja!

01:09:49: Er war ja ganz knapp genau.

01:09:51: Einfach, weil ich den schon mit viel weniger Indizien verschuldig gefunden hätte und den ins Kittchen hatte man erlassen.

01:09:58: Also einfach so ein Bauchgefühl.

01:10:00: Ja, ja schon klar.

01:10:01: Du wärst auf jeden Fall das weibliche Pondorzerichter gladenlos?

01:10:03: Also ich denk mir halt eher so klar... Hier gab's jetzt verschiedene Sachen, also hier gab es auf jeden fall Motiv.

01:10:08: Es gab schon mal eine frühere Tötungsabsicht die ich hier wirklich ganz wichtig finde Die sich auch nochmal bestätigt hatte durch die Analyse, die als Zeug in ausgesagt hat.

01:10:16: Diese beiden Sachen find' ich wahnsinnig wichtig für diese Verurteilung weil ansonsten muss ich wirklich sagen Das Ganze im Verhalten was vorher passiert ist Aber ansonstend gibt es ja dann nur noch die fehlenden Alternativen und dass er dazu in der Lage war.

01:10:30: Und das war's aber auch!

01:10:32: Ja, und das mache ich halt auch oft also die Frage stellen nach wer soll's denn sonst gewesen sein?

01:10:38: Deswegen ist es auch so gut, dass vor Gericht eine eng geknüpfte Indizinkette Voraussetzung für ne Verurteilung ist und nicht nur eine Person entscheidet

01:10:47: Genau, und die natürlich nicht auf ihr Bauchgefühl hören.

01:10:50: Eine Sache, die wir hier vielleicht noch erzählen wollen... Wir haben ja mit dem Soko-Leiter Harald Richter geredet und er hat auch einen Bauch gefühlt oder zumindest eine Theorie, die er uns im Hintergrundgespräch verraten hat.

01:11:00: Und er hat uns erzählt dass seiner Meinung nach das alles also diese ganze Planung und Vorbereitung schon viel früher begannen nämlich schon als Otto Meier anfing diese Steine da auf den Zufahrtsweg zu legen.

01:11:13: Er geht nämlich davon aus, dass sie dazu dienten damit Walter mit dem Auto bis hin zu seinem Haus fahren konnte und es also an der Straße abstellen musste.

01:11:22: Und dann eben zu Fuß diesen Weg gehen musste, der von außen auch kaum einsehbar war.

01:11:27: Und er ist der Meinung dass Otto Meier an jenem Abend auf den Walter Klein gewartet hat und ihn dann überwältigt hat und umbringen wollte und er vermutet das sich um eine Strangulation gehandelt hat und dass deswegen auch irgendwo Blut war Und dafür würde auch sprechen, dass auf dem Hof selbst keine Spuren gefunden wurden.

01:11:45: Also es gab ja keine Einbruchsspulen und zu Hause in der Wohnung von Walter wurde ja auch nichts gefunden was auf irgendein Gewaltdedikt hindeutete.

01:11:52: Wir hatten ihn auch gefragt was er glaubt das mit Walters Leiche passiert ist?

01:11:56: Er sagte naja der Ort generell ist umgebenjahr von Wäldern die Otto und Ina wie ihre Westentasche kannten.

01:12:03: Und dadurch, dass sie ja offenbar sehr oft in den Wäldern unterwegs waren, glaubt er das... Jetzt muss man hier vorsichtig sein weil die Ina Meier wurde ja nie wegen etwas wirklich verdächtigt und ihr wurde auch nichts vorgeworfen.

01:12:15: also dass Otto Meier halt eben in so einer Gegend dann die Leiche hat verschwinden lassen.

01:12:23: Ja einfach nur traurig, dass man ihnen wahrscheinlich genau deshalb nie gefunden hat keine richtige Beerdigung ermöglichen konnte.

01:12:33: Ja, ich empfinde ihn hier irgendwie eher als traurige Figur.

01:12:37: ja also mich nimmt das irgendwie mit dass einem ein Ort so viel wichtiger ist als die eigene Unversehrtheit weil da offenbar soviel Identität dran klebt aber vor allem auch die dann wieder verknüpft ist mit der Vergangenheit.

01:12:52: Nächste Woche widmen wir uns einen systematischen Unrecht, dass so in ganz vielen Bereichen stattfindet und wir tauchen da aber in eine bestimmte Szene ein.

01:13:03: Nämlich in die der klassischen Musik Und wir hören von einem Mann Der dort jahrelang Frauen zu Betroffenen Von Gewaltmachte bis einige Mutige entschieden haben Dass sie nicht weiter schweigen werden.

01:13:17: Bis dahin

01:13:29: Redaktionelle Leitung, John Hanschen und wir.

01:13:32: Redaktionen Marisol Mercado und wir Schnitt Pauline Korb rechtliche Abnahme und Beratung Able und Kollegen.

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