Buchen Sie jetzt über Seven.One Audio eine Host Read Ad, gesprochen von Laura und Paulina

Mehr Informationen finden Sie hier!

#235 Eine unerträgliche Schmähung

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um sexualisierte Gewalt an Frauen und Kindern

Eigentlich will Susanne an diesem Abend im Februar 1984 nur tanzen gehen, in ihre Stamm-Diskothek. Doch dort kommt sie nie an. Kurze Zeit später wird sie tot aufgefunden. Der Täter bleibt jahrzehntelang unerkannt. Erst neue DNA-Techniken bringen Bewegung in den Fall. Aus alten Spuren wird plötzlich ein konkreter Ansatz, aus einem Cold Case ein Fall, der sich doch noch aufklären lässt. Doch was dabei ans Licht kommt, geht weit über Susannes Geschichte hinaus: Die Ermittlungen führen zu einem Mann, der über Jahre hinweg im Norden von Hamburg unentdeckt töten konnte.

In dieser Folge „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ geht es darum, welche Rolle moderne DNA-Analyse bei der Aufklärung von Cold Cases spielt und was passiert, wenn ein Täter jahrzehntelang mit einem dunklen Geheimnis lebt.

Expert:innen in dieser Folge:

Vorsitzender und heute pensionierter Richter, Jörg Brommann, Abteilungsleiter Wirtschaftsstrafsachen Staatsanwaltschaft Kiel und damaliger Staatsanwalt , Matthias Daxenberger, Abteilungsleiterin des DNA-Labors des Instituts der Rechtsmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Dipl. Biologin Prof Dr. Katja Anslinger

Credit

Hosts: Paulina Krasa, Laura Wohlers

Producer: Paulina Krasa, Laura Wohlers und Jon Handschin

Redaktion: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Sina Lea Riebe

Schnitt: Pauline Korb

Rechtliche Abnahme: Abel und Kollegen

Empfehlung

Billion Dollar Babies: Der Aal und die Gier

Quellen (Auswahl)

Urteil von 8. Februar 2012, Landgericht Kiel - liegt vor

Spiegel: “Das war wie so ein Tunnel”

Lübecker Nachrichten: Frauenmörder wird nach 42 Jahren geschnappt

HRR-Strafrecht: Das Verhältnis von verweigerter Reihenuntersuchung nach § 81h StPO zur molekulargenetischen Untersuchung gemäß der §§ 81c, 81e StPO

Partner der Episode Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte!

Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio!

Transkript anzeigen

00:00:10: Willkommen bei Mordblust, einem Podcast über Wareverbrechen produziert von der Partner-and-Crime in Zusammenarbeit mit Studio Bummens.

00:00:16: Mein Name ist Paulina Kraser

00:00:18: und ich bin Laura Wohlers.

00:00:20: In jeder Folge erzählen wir euch von einem Kriminalfall aus Deutschland.

00:00:23: dabei schauen wir uns juristische psychologische ungesellschaftliche Aspekte an und wir sprechen mit Menschen mit Expertise, mit Beteiligten oder Betroffenen.

00:00:32: Und True Crime heißt eben auch, dass hinter jedem Fall echte Menschen und ihre Schicksale stehen.

00:00:36: Das solltet ihr beim Hören nicht vergessen – wir berücksichtigen das bei unserer Arbeit!

00:00:41: Wenn ihr aber merkt, dass euch bestimmte Themen nicht gut tun, dann passt lieber auf euch auf und skipbt die Folge.

00:00:47: Weil wir bei all der Schwere zwischendurch mal etwas Luft brauchen, erlauben wir uns ab und an.

00:00:53: Kleine Abschweifungen?

00:00:54: Das ist aber nicht despektierlich gemeint….

00:00:58: Bevor wir mit der heutigen Folge starten, in der es um einen Fall geht, der schon fast in Vergessenheit geraten ist und jemand den Großteil seines Lebens unbehelligt weiterleben konnte.

00:01:09: Will ich nicht kurz auf was aufmerksam machen, Laura?

00:01:12: Erinnerst du dich noch dass wir im November letzten Jahres einige Gespräche mit Redakteurinnen geführt haben weil wir Unterstützung für unser Team brauchten?

00:01:22: Ich weiß nicht was

00:01:24: genau du meinst aber haben ja bestimmt gemacht!

00:01:28: Wir haben auch neue Leute gebraucht.

00:01:30: Hä?

00:01:31: Ach so, du meinst mit potenziellen AutorInnen.

00:01:35: Ja genau

00:01:37: und da war ja auch Lisa Ludwig dabei.

00:01:40: die hören wir beide ganz gerne beim Lester-Schwestern Podcast ab und zu und Lisa konnte uns aber zeitnah noch keine Zusammenarbeit anbieten.

00:01:47: weißt Du noch warum?

00:01:49: Oh ja ich weiß noch warum!

00:01:52: Ich meine Lisa hat uns nicht so viel verraten.

00:01:56: Ich weiß, es ging um einen True Crime Podcast der bald rauskommen sollte und wir waren natürlich schon sehr hyped, weil wir freuen uns immer über gutes neues Futter.

00:02:07: Genau!

00:02:07: Wir wollten ja mehr dazu wissen aber sie konnte uns ja mehr nicht sagen.

00:02:11: Das war dann für uns etwas unbefriedigend.

00:02:14: wenn das jetzt zum Beispiel ein ähnliches Produkt zu unserem ist also einen wöchentlicher True Crime Podcast mit Fällen aus Deutschland international.

00:02:23: Dann wäre das für uns schon wichtig gewesen zu wissen Weil wir dann da Zusammenarbeit eher kritisch gegenüberstehen.

00:02:29: Da denken wir vor allem an Interessenkonflikte, gerade was die Redakteurin dann angeht wenn sie jetzt für zwei ähnliche Formate arbeitet.

00:02:37: welchen von beiden biete ich denn jetzt?

00:02:39: den tollen Falle an denen ich entdeckt habe sowas so?

00:02:42: was wollen wir vermeiden?

00:02:43: und so viel konnte dieser uns sagen.

00:02:45: das würde uns nicht in die Quere kommen es sei etwas ganz anderes.

00:02:51: ja und jetzt musst du mal hier mit der Sprache rausrücken, weil es sieht ja so aus als wüsstest du jetzt mehr.

00:02:57: Ja, du also nicht?

00:02:59: Nee ich wohne irgendwie hinter dem Mond.

00:03:01: Und zwar heißt dieser Podcast Billion Dollar Babys.

00:03:06: Hört sich jetzt nicht direkt nach True Crime an

00:03:08: und das Ding ist.

00:03:09: Ich bin sofort darauf angesprungen Weil es um ein Thema geht was ich so irre finde dass ich dir davon schon mal hier im podcast erzählt habe Das ist aber schon sehr lange her Und zwar geht es um den Glasal-Schmuggel.

00:03:23: Was?

00:03:25: Also, es geht um eines der größten Wildtierverbrechen in der Welt – ja!

00:03:28: Der europäische Al ist quasi gefährdet und trotzdem boomt der Handel was eben dafür sorgt dass geschmuggelt wird denn der Aal zählt offenbar auch zu den begehrtesten Speisefischen.

00:03:43: Erinnerst du dich daran das wir hier schon mal über den Aal gesprochen haben?

00:03:48: Nee...

00:03:49: Ich hab ja einen Freund im Freundeskreis, der Angler ist.

00:03:53: Den kenn ich!

00:03:54: Genau, es war Michi und der Michi hat mir also damals von diesem spannenden Naturrätsel berichtet... ...und ich habe ja damals wirklich gedacht, ich kann's kaum glauben.

00:04:03: Jetzt erinnere ich mich Paulina weil es ging irgendwie darum dass dieser Aal nur an einen ganz bestimmten Platz geht oder irgendwie sowas wo man gedacht hat das kann nicht sein?

00:04:12: Ja genau.

00:04:13: Also ist es so.. Der europäische Aal, der lebt ganz viele Jahre lang in Flüssen und Seen überall in Europa.

00:04:21: Und irgendwann im Laufe seines Lebens verändert sich der Körper, er hört auf zu fressen und macht sich auf den Weg zur Gasassossee.

00:04:29: Das liegt im Gebiet was als Bermuda Dreieck bekannt ist ja?

00:04:33: Da gehen alle Aale hin!

00:04:37: Auf der ganzen Welt wenn sie können um sich da offenbar fortzuflanzen.

00:04:45: Das weiß man aber nur, weil man in dieser Region die jüngsten Larven gefunden hat.

00:04:51: D.h.,

00:04:52: die Aale gehen dahin haben dort Geschlechtsverkehr von dem man nicht weiß bis heute wie sie es machen?

00:05:00: Man hat das noch nie sehen können und legen dann offenbar dort ihre Eier wovon noch kein einziges jemals gefunden wurde.

00:05:11: meint man diese Larven?

00:05:13: Die treiben dann mit den Meeresströmungen zurück nach Europa und dann wachsen die Ahle dort über Jahre heran.

00:05:19: Und dann beginnt dieser Kreislauf von vorne, wie gesagt man hat noch keine eindeutigen Eier gefunden.

00:05:24: Man weiß nicht genau wo in welcher Tiefe sie leichen?

00:05:28: Wie Sie sich paren auch nicht!

00:05:30: Und bis heute ist auch nicht klar, woher sie wissen dass sie dazu wieder Richtung Sagasso sehen müssen.

00:05:40: Dieses Rätsel um die Fortpflanzung ist der Grund, warum der Aal so stark ausgebeutet wird.

00:05:46: Und der illegale Handel boomt weil man sie deswegen nicht gezielt züchten kann!

00:05:51: Man weiß nicht was es braucht damit Aale sich paaren und damit die Eier legen.

00:05:55: Achso

00:05:56: also in Gefangenschaft machen die das einfach nicht?

00:05:58: Nein!

00:05:59: What?!

00:06:00: Oh mein Gott jetzt fühle ich mich ja voll schlecht dass ich überhaupt schon mal Aal gegessen habe.

00:06:04: Ja genau und darüber handelt eben dieser Podcast.

00:06:07: Ein Aal erzählt auch selber seine Geschichte.

00:06:09: Das hört sich jetzt komisch an!

00:06:11: Dieser Aal ist kein einzelner Aal, sondern der Al ist das Tier generell über Jahrtausende wie er sich entwickelt hat und dieser Aal wird also von Katja Riemann gesprochen.

00:06:22: Und zum Zeitpunkt der Aufnahme sind noch nicht alle Folgen draußen aber es ist wirklich spannend und ich finde super gemacht und verlinkt das mal in der Folgendeschreibung.

00:06:31: Cool dann habe ich ja wieder ein neues Foto obwohl ich mich auf eine bisschen andere fälle oder einen anderen Fall jetzt so eingestellt habe, aber es klingt auch ziemlich spannend.

00:06:42: Genau für die anderen Fälle sind wir ja zuständig, einfach, das ist ja unsere Arbeit und deswegen fangen wir jetzt auch an mit unserem heutigen Fall der uns erstmal in eine Zeit schickt, in der es Verbrecherinnen noch sehr viel leichter hatten als heute unentdeckt zu bleiben.

00:07:01: Einige Namen haben wir geändert und die Trigger-Warnung findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung.

00:07:07: Es ist der dritte Februar, hier in Hamburg.

00:07:10: Die Dunkelheit hat an diesem Freitagabend schon seit einigen Stunden das dämmerige Tageslicht im beschaulichen Hänstedt-Ulsburg in der Nähe von Hamburg geschluckt.

00:07:20: Während draußen ein kalter mit Schneegemister Wind durch die Straßen fegt haben es sich die Freundinnen Susanne und Martha zu Hause gemütlich gemacht.

00:07:29: Susanne, die gerade mitten in ihrer Ausbildung zur Pflegekraft am Krankenhaus in Kalten Kirchen steckt, ist bei Martha zu Besuch Ein bisschen quatschen, über die neuesten Erlebnisse austauschen und sich nebenbei fertig machen.

00:07:42: Denn eigentlich haben sie beiden geplant an diesem Abend noch gemeinsam tanzen zu gehen!

00:07:47: Die Wahl fiel wie so oft auf ihre Stammdiskothek die Kutsche im fünf Kilometer entfernten Alveslohe.

00:07:53: Susanne hat sich für den heutigen Abend ihre rosafarbene Korthose ausgesucht.

00:07:58: Während Sie Ihre dichten braunen Schulter langen Locken zurecht macht entscheidet sich Marta allerdings um... Sie möchte den Abend doch lieber zu Hause verbringen.

00:08:07: Susanne aber lässt sich nicht von ihrem Plan abbringen, sie möchte noch auf die Tanzfläche und zu den Klängen von neunundneinzig Luftballons relax oder Karma Chameleon mit Schwung das Wochenende

00:08:17: einläuten.".

00:08:19: Also entscheidet sich die achtzinnjährige mit den wachen braunen Augen den Weg nach Alveslohe alleine anzutreten... Gegen die Uhr verabschiedet sie sich daher von ihrer Freundin und macht sich dick eingepackt, und in einen Schal gewickelt auf den Weg Richtung Hamburger Straße.

00:08:35: Die größte und meist befahrene in der Gemeinde.

00:08:37: Im Schein des Straßenlaternen geht es ihnen Richtung Kirche – das einzige was ihr folgt ist Ihr eigener Schatten.

00:08:44: So scheint es zumindest.

00:08:47: Anfang Februar braucht das Sonnenlicht noch etwas länger um den Tag einzuleuten.

00:08:51: Bei Familie Gersten in Hänstedt-Ulsburg geht das Leben an diesem Samstag zunächst seinen gewöhnlichen Gang.

00:08:58: Doch schnell fällt auf, im Familiengewusel zwischen Küche und Badezimmer fehlt eine Person.

00:09:03: Susanne ist letzte Nacht nicht nach Hause gekommen – die achtzehnjährige hat den Tag bei ihrer Freundin Marta verbracht!

00:09:10: Ob Susanne vielleicht bei ihrer Freundin geblieben ist?

00:09:13: Nach ersten Telefonaten schlägt die Stimmung der Familie um.

00:09:16: Niemand scheint zu wissen was passiert ist….

00:09:19: wo ist ihre

00:09:19: Tochter?!

00:09:21: Susanne ist zwei Brüder, beginnen zusammen mit ihren Eltern nach der achtzendjährigen zu suchen.

00:09:26: Straßen, Wege – mögliche Orte an denen sie sein könnte werden abgeklappert doch ohne Ergebnis.

00:09:32: Susanne scheint wie vom Erdboden verschluckt!

00:09:35: Die Gerstens kommen alleine nicht weiter also entschließen sich noch am Samstag dazu die Polizei einzuschalten und ihre Tochter als vermisst zu melden.

00:09:45: Die reagiert sofort und startet eine groß angelegte Suche….

00:09:49: Kurze Zeit später knattern die Rotorblätter eines Hubschraubers über dem Gebiet rund um Hänstedt-Urlsburg.

00:09:55: Doch entdecken können sie die Vermisste aus der Luft nicht, vielleicht hat sie jemand gesehen an dem Abend ihres Verschwindens?

00:10:02: Die Beamten in den Wissen.

00:10:03: jeder Hinweis kann hilfreich sein – daher entscheiden Sie sich dazu die Medien einzuschalten und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche zu bitten!

00:10:17: Oder wurde sie sogar entführt.

00:10:20: Trotz all der umfangreichen Unterstützung und dem schnellen Eingreifen der Polizei bleibt Susanne verschwunden, von einem auf den anderen Tag ist sie nicht mehr auffindbar.

00:10:30: Mit ihrem Verschwinden reist etwas auf – es ist als hätte sich ein schwarzes Loch mitten in die Familie gefräst, ein Loch das alles in sich hineinzuziehen droht, die Hoffnung darauf dass sie zurückkommt Erinnerungen an die schöne Zeit, Zukunftspläne.

00:10:47: Statt all dem sitzt nun die unwölkommene Ungewissheit mit am Abendbruttisch der Familie, die Tag für Tag alles auffrisst was sie einst ausgemacht hat.

00:10:57: Etwa twenty-fünf Kilometer von Hänstedt-Uldsburg entfernt sind am Sonntag, dem zwölften Februar, trotz des nasskalten Wetters einige Menschen im Waldgebiet Weddelbrook unterwegs.

00:11:08: Unter ihnen zwei Teenagerjungs, die das weitläufige naturbelassenen Gebiet Statt auf den Faden zu bleiben, zieht es die beiden vierzehnjährigen Absalz der Wege weiter hinein ins Gelände.

00:11:21: Sie gehen über Steinsammlung, steigen über Totholz und überqueren kleine Seitenarme der Flüsse bis sie schließlich auf einen schmalen Trampelfahrt stoßen.

00:11:31: Doch statt weiterer Felsen oder Gestrüpp liegt plötzlich eine junge Frau vor ihnen.

00:11:36: Ihre braunen Locken sind regengetränkt – sie atmet nicht!

00:11:41: Die junge Frau, die dort vor den beiden Jungen auf dem Waldboden liegt ist tot.

00:11:46: Als bei den Ermittlenden an diesem Sonntag der Anrufe eingeht, dass eine weibliche Leiche in einem Waldstück bei Wettelbrock gefunden wurde hat das Ermittlungsteam – das bis jetzt neun Tage nach Susannes verschwinden noch immer nicht die Hoffnung aufgegeben hatte sie noch leben zu finden – eine schlimme Vorahnung.

00:12:02: Die Beamten in den Brechen auf zum Fundort angekommen müssen sie ein Stück zur Fuß zurücklegen.

00:12:08: Einige KollegInnen sind bereits vor Ort und haben den Bereich großzügig abgesperrt, um mit der Spurensicherung begonnen.

00:12:15: Kurze Zeit später wird aus der üblichen Vorahnung Gewissheit.

00:12:19: Bei der Leiche handelt es sich um Susanne Gersten.

00:12:22: Ihre rosa Kortose war geöffnet und verrutscht – die Jacke offen und das T-Shirt verschoben.

00:12:28: Der Schal, der sie in diesem Winter warmgehalten hat wurde zur Mordwaffe.

00:12:32: Vorher muss sich die achtzienjährige aber offenbar gegen ihren Angreifer gewährt haben!

00:12:36: Unter den Fingerniegeln finden sich Partikel von Hautschuppen.

00:12:40: Möglicherweise hat Susanne den Täter gekratzt.

00:12:43: Aufgrund der aufhinde Situation der Leiche ist für das Ermittlungsteam klar, dass Susanne Opfer eine Sexualde-Dicks wurde.

00:12:51: Die Nachricht, dass susanne tot ist trifft die Gerstens mit voller Wucht.

00:12:55: Aus der Angst, die die vier nicht nur tagsüber begleitet sondern sie auch in ihren Nächten heimgesucht hat wird urplötzlich bitterer Realität.

00:13:05: Ihre Susanne wird nie wieder zu ihnen zurückkehren, nie wieder das Familienleben mit ihrem Lachen erhellen.

00:13:11: Nie wieder nach einem Arbeitstag zur Tür hineinsteubern und von all den neuen Dingen berichten die sie gelernt hat – nie wieder tanzen gehen wie an jenem Abend als sie verschwand!

00:13:21: Ihre Susane ist gerade einmal achtzehn Jahre alt geworden und hatte noch so viele schöne Jahre vor sich.

00:13:27: Dass ihr Leben beendet wurde bevor es überhaupt richtig startete, ist für die Familie kaum auszuhalten….

00:13:33: Doch da ist noch etwas anderes.

00:13:35: Dass Susanne nicht nur sterben musste, sondern offenbar getötet wurde weil sich jemand an ihr vergehen wollte, ist ein Gedanke der für die Familie kaum zu ertragen ist.

00:13:44: Wir haben ihre letzten Minuten ausgesehen.

00:13:47: Hatte sie Angst?

00:13:48: Hat sie lange leiden müssen?

00:13:50: Wie konnte jemand ihrem kleinen und schuldigen Engel so etwas antun?

00:13:55: Zwar ist nun die Ungewissheit darüber, ob Susanne noch lebt.

00:13:58: Kein ständiger Gast mehr am Tisch der Gerstens – dafür haben sich aber zahlreiche andere quälende Fragen dazu

00:14:05: gesellt.".

00:14:07: Jetzt wo klar ist, dass es nicht nur um einen Vermisstenfall handelt sondern um ein Tötungsdelikt bei dem ein Sexualstrafftäter auf freiem Fuß ist, gerät die gesamte Umgebung in Aufruhr.

00:14:18: Die Nachricht verbreitet sich schnell!

00:14:20: Verunsicherung und Angst greifen um sich, und gleichzeitig wächst der Wunsch etwas zur Aufklärung beizutragen.

00:14:26: Entsprechend viele Hinweise gehen innerhalb kürzester Zeit bei der Polizei ein.

00:14:31: Einer ist für die Ermittlenden besonders interessant – ein Zeuge berichtet, dass er die junge Frau am Freitagabend gegen dreiundzwanzig Uhr fünfzehn in der Nähe einer Bushaltestelle gesehen habe, wo sie in einen BMW eingestiegen sei.

00:14:44: Susanne ist also offenbar freiwillig bei jemandem mitgefahren.

00:14:48: Wenn der Fahrer des Wagens ihr Mörder war, dann ist sie nie in der Disko angekommen.

00:14:52: Kannte Susanne den Täter vielleicht sogar?

00:14:55: Ein Mann, der ein BMW fährt und gegen Viertel nach Elf auf der Landstraße unterwegs war – mehr Hinweise auf einen Täter bekommen die Emissionen nicht!

00:15:04: Das macht den Pool an Männern, die infrage kommen riesig….

00:15:07: Einige von ihnen nimmt die Polizei genauer unter die Lupe, etwa einen Mann der wegen Vergewaltigung eines anderen Mädchens beschuldigt wurde.

00:15:14: Aber auch unbescheutende Männer aus der Gegend, die am Freitag unterwegs waren um sich mit Kumpels auf ein Bier zu treffen oder in die Disko kutsche wollten.

00:15:23: Am Ende kann aber niemand von ihnen der Mord an Susanne nachgewiesen werden.

00:15:29: Aus Tagen werden Wochen und aus Wochen Monate ohne dass den Ermittlenden ein entscheidender Durchbruch in dem Mordfall gelingt und die Umgebung oder Susannes Familie aufatmen kann.

00:15:39: Mit der Zeit schieben sich neue, dringendere Fälle über die Akte von Susanne.

00:15:44: Irgendwann ist plötzlich ein ganzes Jahr vergangen.

00:15:47: Susannesschall ihr T-Shirt und einige Proben werden luftig verpackt und wandern in einen Karton, der in der Asservatenkammer landet.

00:15:55: Und während es sich für die Angehörigen in solch Zeiten so anfühlt, als wäre es falsch wenn das Leben einfach so weiter ginge hat die Welt um sie herum nie aufgehört sich zu drehen.

00:16:05: Zwei Jahre nach Susannes Tod erschüttert das Reaktor und Glück in Chernobyl die Welt.

00:16:09: Fünf Jahre nach ihrem Verschwinden fällt fast dreihundert Kilometer von ihrer Heimat entfernt die Mauer, die über Jahrzehnte Ost- und Westdeutschland trennt.

00:16:24: Und während sich die Welt immer weiterentwickelt, tut das auch die Ermittlungsarbeit.

00:16:37: Durch neue Technologien macht die Forensik erstaunliche Fortschritte.

00:16:41: Plötzlich können winzige Spuren bestimmten Menschen zugeordnet werden und Hinweise zutage gefördert werden, die jahrelang in Kartons von Aser-Wartenkammern der Polizeischlommatten.

00:16:53: Im Herbst Jahrzehnte ist man im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein in Kiel deswegen voller Tatendrang.

00:17:00: Seit einiger Zeit nutzen die Ermittlungen jede Lücke im Tagesgeschäft um alte Kisten hervorzugraben – Kisten, in denen mit den Jahrzehnter alten Phaserspuren auch die letzte Hoffnung drin verstaut ist, die dazugehörigen Fälle doch noch aufzuklären.

00:17:14: Jene Fälle an denen ganze Ermittler in Generation gearbeitet haben bevor sie in den Ruhestand ging – ohne je zu erfahren wer hinter den Verbrechen steckt, die heute als Cold Cases geführt werden.

00:17:26: Nur wenige Wochen zuvor wurde der twenty-fünf Jahre zurückliegende Mord an einer Schülerin aus Tankstedt aufgeklärt.

00:17:32: Gelungen war das dem Ermittlenden durch einen DNA-Abgleich mit einem Täter, der kürzlich wieder auffällig In den Kieler Archiven ist.

00:17:40: die Hoffnung dementsprechend groß, noch weitere Fälle gelagert zu haben bei denen ebenfalls früher Material gesichert wurde, das man jetzt analysieren könnte.

00:17:49: Dabei fällt den Beamtenen die Akte von Susanne in die Hände.

00:17:53: Sechsundzwanzig Jahre – es ist mittlerweile her, dass sie damals achtzehnjährige vergewaltigt und getötet wurde.

00:17:59: Bis heute gibt es keinen Ermittlungsansatz der auf einen möglichen Täter hindeutet.

00:18:04: Wer dafür verantwortlich ist, lebt vermutlich immer

00:18:07: unbehelligt.".

00:18:09: Möglicherweise werden ihm nun ausgerechnet die damals sichergestellten Gegenstände zum Verhängnis.

00:18:14: Sondern Schal, ihr T-Shirt und die Proben werden zu den Spezialistinnen des Landeskriminalamts gebracht.

00:18:20: Doch ob sich aus dem alten Spuren überhaupt verwertbares Material gewinnen lässt ist noch offen – als sie Gegenständen damals gesichert wurden wusste man nicht welche genauen Anforderungen späterer DNA-Nahnlüsen einmal stellen würden!

00:18:32: Spuren können über die Jahre zerfallen.

00:18:34: Manche wurden außerdem möglicherweise schon bei der Sicherung verunreinigt, weil sie damals noch nicht so standardisiert war wie

00:18:40: heute.".

00:18:41: Ja und darüber haben wir mit Professorin Katja Anzlinger gesprochen.

00:18:44: Sie ist Biologin und leitet das DNA-Labor am Institut der Rechtsmedizin der Ludwig Maximilians Universität München Und sie hat uns erklärt was das Problem an jahrzehnte alten Spuren sein kann.

00:18:56: verschiedene Umwelteinflüsse oder auch um zum Beispiel das Wachstum von Bakterien, Schimmeln oder so irgendwas in der Richtung kann dazu führen dass die DNA die ursprünglich mal in langen Molekülen vorgelegen hat.

00:19:11: In kurzer Abschnitte zerteilt wird.

00:19:13: ja also wir sprechen von Degradation der DNA Das heißt es wird letztendlich zu einer Zerstückelung der DNA Und bis zum gewissen Grad ist das für uns alles Wunderbaren akzeptabel, aber wenn es dann sehr stark ist können wir auch Probleme mit der Analyse bekommen.

00:19:29: Jetzt ist es so, dass man auch in den letzten Jahren nicht mehr so ganz unbedarfbar war was die Spurensicherung angehen.

00:19:35: Man hat damals vielleicht noch nicht an spätere DNA-Analysen gedacht aber was man schon gemacht hat sind zum Beispiel Faseranalysen.

00:19:43: So konnte man dann sagen diese Faser die wir auf der Leiche gefunden haben passt zu einem Polova dieser Art oder zudem Polova den die tatverdächtige Person an dem Tag getragen hat.

00:19:54: Mit Blut hat man damals auch schon gearbeitet.

00:19:56: Man hat beispielsweise versucht, Spuren anhand von Merkmalen wie Blutgruppen oder bestimmten Eiweißen im Körper zuzuordnen.

00:20:04: Das Problem waren nur diese Eigenschaften.

00:20:06: die teilen sich viele Menschen.

00:20:08: Man konnte also sagen dass eine Spur zu jemandem passen könnte aber halt eben nicht mit der gleichen Sicherheit wie heute das sie wirklich von dieser Person stammt.

00:20:19: Das hat sich erst mit der Entdeckung des genetischen Fingerabdrucks, also mit der DNA-Analyse grundlegend verändert.

00:20:26: Das Ding ist aber auch wenn man das Material damals von den anderen Zwecken gesichert hat kann man es heute für die DNA Analysen nutzen.

00:20:34: Professorin Anzlinger hat uns erklärt dass man zum Beispiel aus Fasern, die damals mit Klebefolien gesicherd wurden und aus alten Blutspuren heute noch DNA gewinnen kann – auch wenn diese Spuren schon sehr alt sind!

00:20:46: Grundsätzlich ist es so, die DNA ist recht stabil.

00:20:49: Und wenn ich heute Spuren habe, die trocken und bei Raumtemperaturen irgendeine Asservate kann man lagern dann ist die DNA wirklich über Jahre Jahrzehnte recht gut erhalten und kann noch vernünftig untersucht werden.

00:21:02: Schwieriger ist wie eben schon angedeutet Wenn wir Probleme mit Feuchtigkeit haben oder wenn gegebenenfalls auch es zur Schimmelbildung etc.

00:21:10: kommt.

00:21:11: Dann kann es manchmal schwierig sein dass wir noch ein vernünftiges Ergebnis bekommen.

00:21:15: aber bei Trockner Lagerung bei Zimmertemperatur, dann bearbeiten wir hier im Labor auf Cold Cases.

00:21:23: Die sind fünfzig-sechzig Jahre alt und bekommen eigentlich noch sehr, sehr schöne

00:21:27: Ergebnisse.".

00:21:29: Und das mit tatsächlich wenig Material!

00:21:32: Bei der Vorgängermethode der heutigen DNA-Analyse hat man etwa hundertfünfzigtausend Zellen gebraucht um eine verlässliche Auswertung machen zu können.

00:21:41: heute reichen bei frischen guten Zellen meist fünf aus Und bei unserem Fall war es jetzt so, Susanne wurde ja Opfer eines Sexualdelikts.

00:21:50: In Bezug auf mögliche DNA-Spuren heißt das, dass anders als bei vielen anderen Taten ein sehr enger Körperkontakt stattgefunden hat und somit die Chance darauf zellmaterial zu finden recht hoch ist!

00:22:04: Also sollten jetzt diese gesicherten Spuren, die in der Aserwartenkammer gelagert wurden gut erhalten sein.

00:22:10: Dann würden sich dort vermutlich genug Zellen drauf finden lassen um den Fall sechsundzwanzig Jahre nach Susannes Tod endlich

00:22:17: aufzuklären.".

00:22:19: In der Rechtsmedizin in Kiel liegen die Aservate im Fall von Susanne nun unter den Analysegeräten der ForensikerInnen.

00:22:26: Bevor also feststeht ob dieser Fall überhaupt noch eine Chance hat aufgeklärt zu werden beginnt ein Prozess der Stunden manchmal sogar Tage dauert.

00:22:34: Zunächst muss geklärt werden, ob sich in den alten Spuren überhaupt noch verwertbares biologisches Material befindet und in welchem Zustand es ist.

00:22:42: Und es stellt sich heraus – das Material im Fall von Susanne, also die Spuren auf ihrem T-Shirt und die Hautschuppen unter ihren Fingernägeln sind gut erhalten!

00:22:52: Es sind sogar Blut-und Schwärmerspuren.

00:22:54: Aus diesen Zellen wird als nächstes DNA isoliert und vervielfältigt….

00:23:00: Den Mitarbeitenden der Rechtsmedizin gelingt es, die DNA zu extrahieren, woraus sie wiederum ein genetisches Profil erstellen.

00:23:08: Ein Muster das so individuell ist – dass es in der Regel nur zu einer einzigen Person passt!

00:23:14: Es ist ein riesiger Durchbruch im Fall Susanne.

00:23:17: Ab diesem Moment haben die Ermittlerinnen mehr als eine wahgespur.

00:23:21: Sie haben endlich etwas in der Hand mit dem sie den Täter dingfest machen können.

00:23:28: So eindeutig dieses genetische Profil auch ist, das allein reicht nicht aus um im Fall weiterzukommen.

00:23:34: Eine DNA-Spur kann ja nur dann weiterhelfen wenn sie mit einer bereits bekannten Person abgeglichen werden kann oder wenn es einen Treffer in einer Datenbank gibt.

00:23:42: Ohne ein solchen Treffer bleibt das Profil zunächst nur eine Spur die nirgendwo hinführt.

00:23:48: Das DNA-Profil von Susannis Mörder wird nun also in die Datenbank eingespeist Dort, wo auch andere DNA-Profile von Tatortspuren und Beschuldigten gespeichert sind.

00:23:58: Doch weder in Deutschland noch europaweit gibt es einen Treffer.

00:24:01: Was heißt?

00:24:03: Sie haben es offenbar mit jemandem zu tun, der bislang unter dem Radar geblieben

00:24:07: ist.".

00:24:08: Im September Jahrzehntelzehn landet der Fall dann auf dem Schreibtisch der Kieler Staatsanwaltschaft.

00:24:13: Dort ist man sich sicher, dass ihnen eigentlich nur noch eine einzige Chance bleibt – die sogenannte Rheinuntersuchung!

00:24:21: Matthias Dachsenberger ist damals als Staatsanwalt für den Fall tätig und hat uns erklärt, was das ist.

00:24:27: Wenn ich bei schweren Straftaten also bei Tötungszuläten oder auch Sexualdelikten, dass sich dann eine Tätergruppe oder eine Gruppe von Menschen die bestimmte Umstände Merkmale aufweisen, die ich auch dem nutmaßlichen Täter zuschreibe, dass ich die dann einladen kann bzw.

00:24:45: befragen kann oder bitten kann... auf richterliche Anordnung allerdings, das ist Voraussetzung eine Speichutprobe zum Beispiel abzugeben.

00:24:54: Wichtig ist dass es freiwillig ist.

00:24:56: So nun kann's ja vorkommen, dass einige Männer eingeladen werden eine Probe abzugegeben den test aber nicht.

00:25:02: freiwillige mitmachen.

00:25:03: ein Beispiel Es gab ne Party Mit strikter Zugangskontrolle.

00:25:08: jedes verkaufte Ticket lief über Namen weitergabe verboten Ja, da konnten keine Leute rein und raus.

00:25:14: Und in der Nacht der Party wird eine Frau auf der Toilette

00:25:18: vergewaltigt.".

00:25:19: Sie kann nur Waage beschreiben wie der Mann aussahen?

00:25:22: In Frage kommen etwa vierhundert Männer.

00:25:25: Man entschließt sich eine reine Untersuchung zu machen und bittet um freiwillige DNA-Proben.

00:25:30: Sagen wir zwanzig Männer verweigern!

00:25:33: Was passiert denn jetzt mit denen?

00:25:35: Also ich würde mal davon ausgehen dass wenn die dreihundertachtzig ihre Speicheprom abgegeben haben und es da keinen Treffer mit den Spuren gibt, dass dann die zwanzig Männer, die vorher verweigert haben, mit einer richterlichen Anordnung dazu gezogen werden.

00:25:54: Hoffentlich!

00:25:55: Ja so wäre zumindest das Wunschdenken von einigen vielleicht.

00:25:59: Hier war's jetzt auch tatsächlich, dass eine Ermittlerin von damals dem Hamburger Abendblatt gesagt hat für die Verweigerer interessieren wir uns natürlich ganz besonders.

00:26:09: Aber das ist so ein bisschen das Problem an der reinen Untersuchung und deswegen steht die auch regelmäßig in der Kritik, denn sie ist ja freiwillig.

00:26:18: Und allein aus der Tatsache dass manche Menschen nicht freiwillige mitmachen darf jetzt nicht auf den Tatverdacht geschlossen werden weil freiwilliges heißt Das darf nicht über sozialen oder moralischen Zwang erzeugt werden, diese Probe abzugeben.

00:26:33: Ansonsten bleibt von der Freiwilligkeit ja nicht mehr so viel übrig.

00:26:37: Was die Polizei jetzt natürlich trotzdem machen kann ist... Die guckt sich jetzt diese zwanzig Leute genauer an Die prüfen dann Alibi, sonstige Auffälligkeiten und so.

00:26:47: Aber es bleibt irgendwie ein bisschen was von wer jetzt nicht genauer unter die Lupe genommen werden möchte von der Polizei.

00:26:53: Der sollte eigentlich schon mitmachen.

00:26:55: Und da hat uns unser Anwalt des Vertrauens Benedikt Müller zugesagt.

00:26:59: Da gibt's auch Probleme mit der Selbstbelastungsfreiheit.

00:27:02: Niemand darf gezwungen sein sich selbst einer Straftat zu belasten.

00:27:06: Das wird hier zumindest mittelbar angegriffen.

00:27:09: Außerdem wird die Unschuldsvermutung so ein Stück weit umgedreht.

00:27:12: Also entweder man macht mit oder man muss sonst irgendwie anders seine Unschult belegen, um nicht in den Fokus zu rücken.

00:27:18: Da gibt es noch ein paar andere Kritikpunkte laut Benedikt Müller auch dass die Anforderungen nicht so wahnsinnig hoch sind.

00:27:24: also es braucht halt nicht mal einen Tötungszillekt.

00:27:26: da kommen auch andere Delikte für infrage.

00:27:28: Und trotzdem ist es ja verständlich, dass man dann die, die nicht abgegeben haben beäugt.

00:27:34: Weil das sind ja die einzigen, die übrig bleiben.

00:27:36: Ja?

00:27:36: Das ist irgendwie eine Zwickmühle.

00:27:38: Wobei es auch schon mal vorgekommen ist, dass der Täter seine DNA freiwillig abgegeben hat.

00:27:45: Das war beispielsweise bei dem Serienmörder Ronny Rieken so den wir hier noch nie behandelt haben soweit ich weiß.

00:27:52: Im Zweifel wird das aber wahrscheinlich nicht passieren und ... Abgesehen von dieser unwahrscheinlichen Tatsache, dass der Täter seine DNA in der Regel nicht abgibt steht die Mordkommission noch vor einem weiteren Problem im Fall Susanne.

00:28:05: Wohnt denn der Teter überhaupt noch im Umkreis oder hat er sich woanders neues Leben aufgebaut?

00:28:11: Also fernab des Ortes an dem er das Leben einer jungen Frau beendete und der ihn möglicherweise immer daran erinnern würde was er damals getan hat.

00:28:21: Ende September.

00:28:22: Jahrzehnten beginnen nun also Kolleginnen der Mordkommission mit Unterstützung der Polizeidirektion Bad Segeberg im Umkreis rund um Hänstedt-Ulzburg auszuschmehr.

00:28:32: Haus für Haus nehmen sie sich vor, um mit Wattestiebchen über die Mundschleimhaut von Männern zu streichen, die schon damals in dieser Gegend wohnten – die meisten, die ihnen die Tür öffnen sind freundlich und wollen gerne helfen!

00:28:44: Mitte September hatte die Norderstädter Zeitung in einem Bericht die Reihenuntersuchung angekündigt und den Fall von Susanne wieder ins Gedächtnis der Menschen gerufen.

00:28:52: Viele erinnern sich noch an das sympathische Medien von damals, und die Angst, die danach in der Umgebung allgegenwärtig war.

00:29:00: Zeierige Männer tragen gerne dazu bei, den Kreis der Infrage kommenden zu verkleinern – so die Arbeit der Mordkommission zu unterstützen.

00:29:07: Es ist eine kleinteilige zeitintensive Arbeit, die Mitarbeiterinnen in diesen Wochen nachgehen.

00:29:13: Vor allem da auch die weggezogenen auf der Liste stehen.

00:29:16: Hundertfünfzig sind es insgesamt, doch die Laborauswertung dauern – Monate vergehen ohne dass das selbe DNA-Profil entdeckt wird, als man an Susannes Leichnam fand.

00:29:26: Doch die Mitarbeitenden in den DNA-Laboren machen einen anderen Fund.

00:29:31: Einen, der nicht nur susannes Fall entscheidend voranbringt sondern auch weitere grausame Verbrechen, die bislang als unlösbar galten

00:29:41: Als Ende März, wieder einmal Material in der Kieler Rechtsmedizin untersucht wird und bereits sechs Monate seit Beginn der reinen Untersuchung vergangen und schon etliche Proben durch die Hände der Rechtsmedizinerinnen gegangen.

00:29:54: Eine Mitarbeiterin öffnet auch diesmal das Räuerchen, in dem ein Wattestäbchen liegt, dass zuvor zur Entnahme von Zellen aus der Mundschleimhaut verwendet wurde und beginnt mit dem Verfahren.

00:30:04: Die Probe stammt von einem Mann namens Dietrich Rademacher.

00:30:08: Rademacher war nach Susannes Verschwinden bereits kurzzeitig auf dem Radar der Ermittlenden, weil er offenbar damals ins Raster passte.

00:30:15: Letztendlich konnte man ihn aber nicht dingfest machen!

00:30:19: Auch er hatte seine Probe bei der reinen Untersuchung freiwillig abgegeben – möglicherweise auch um jeglichen Restverdacht von sich zu weisen.

00:30:27: Als die Rechtsmedizinerin mit dem Analyseverfahren fertig ist liegt vor ihr ein Profil das sie mit der DNA-Spur von Susanns Täter abgleicht.

00:30:37: In dem Moment wird klar, dass die Aufklärung darüber wer Susanne umgebracht hat nun näher liegt als je zuvor.

00:30:45: An mehreren der untersuchten Marker der DNA zeigt sich eine auffällige Übereinstimmung – zu wenige, um von derselben Person zustammen aber auch zu viele, um Zufall zu sein.

00:31:00: Das Wetter ist an diesem Tag schon frühlingshaft warm, parken die Ermittlenden den Wagen am Straßenrand einer Reihenhaussiedlung in Hänstedt-Ulsburg.

00:31:09: Sie steuern auf das Haus in der Mitte mit beigefarbenen Klinkersteinen und holzumranneten Fenstern zu.

00:31:16: Der Weg zur Haustür führt durch eine Reihe Carports vor dem Haus wo auch ein BMW gepackt steht, der von innen aufwendig mit HSV Fanartikeln geschmückt ist.

00:31:26: Die beamtinnen leuten an der Klingel mit dem Namen Rademacher.

00:31:30: Es öffnet ihn ein vierundsechzig Jahre alter Mann.

00:31:33: Er ist groß, hat Dichtes, leicht grauemiliertes Haar und lebt in dem Haus mit seiner neunzigjährigen Mutter die er pflegt.

00:31:41: Es ist Lotharrademacher – der Bruder von Dietrich Rademacher, von der die zuletzt untersuchte Probe stammt.

00:31:48: Dass hier vor seinem Haus mitten am Tag ein Polizeiaufgebot erscheint, wird vermutlich dafür sorgen dass sich in dem Moment hinter den Gardinen der Nachbarhäuser Schatten der ersten Neugierigen abzeichnen die versuchen einen Blick auf das Treiben zu erhaschen.

00:32:03: Denn Lothar Rademacher führt eigentlich ein auffällig unauffälliges Leben.

00:32:08: Er ist Vater zwar ja Töchter und mittlerweile selbst schon Opa.

00:32:11: Fast ein halbes Leben hat er in dieser Nachbarschaft verbracht.

00:32:14: Trotzdem wissen die, die schon jahrzehnte Tür an Türen mit ihm wohnen nicht viel über ihn.

00:32:20: Er ist so ein guter Handwerker heißt es, gelernter Maurer.

00:32:23: Seine Begeisterung für den Hamburger Fußballverein ist nahezu das einzige persönliche Merkmal, dass er offen mit seinem Umfeld teilt – aber auch nur weil er die Wimpel fahren und Schalz dekorativ in seinen BMW mit sich herumfährt!

00:32:37: Lothar Rademacher wird als ruhig und still beschrieben, und so reagiert er auch jetzt, als die Beamtinnen vor seiner Haustür stehen.

00:32:45: Anders als bei den bisherigen etwa Hundertfünfzig Probeentnahmen ist die Polizei heute mit einem richterlichen Beschluss unterwegs.

00:32:53: Denn nachdem beinahe Treffer in der Rechtsmedizin besteht nun ein Tatverdacht durch den die Beamten eine Speichelprobe auch gegen sein will nehmen dürften – was sie jetzt auch vorhaben auf der Wache wohin Lotha Rademachher sie begleiten

00:33:05: soll.".

00:33:06: Nachdem im Polizeivagen das Klicken der Anschnellgurte zu hören ist, setzt sich der Wagen mit den Beamten und dem Verdächtigen in Bewegung.

00:33:14: Ziel ist das Präsidium – doch noch bevor sie dort ankommen beginnt Lothar Rademacher ganz ohne Befragungen zu sprechen darüber was an jenem Winterabend vor siebenundzwanzig Jahren passiert ist!

00:33:28: Als Susanne damals am dritten Februar in die Kutsche will, hofft sie wie schon viele Male zuvor zusammen mit Marta auch an diesem Abend auf eine Mitfahrgelegenheit.

00:33:39: Selbst hinter Steuer darf sie noch nicht – sie steht kurz vor ihrer Führerscheinprüfung!

00:33:43: Auf Höhe der Kirche, an einer Bushaltestelle verspricht sie sich die besten Chancen.

00:33:48: Gegen dreiundzwanzig Uhr fünfzehn hält jemand an ein BMW.

00:33:52: Am Steuer sitzt ein Ende dreißigjähriger Mann mit vollem Haar und Bart.

00:33:56: Sie wolle nach Aveslohe in die Kutsche, ob er vielleicht in die gleiche Richtung fahren würde.

00:34:01: Der Mann will nicht ein und Susanne steigt zu ihm auf den Beifahrersitz – der BMW setzt sich wieder in Bewegung.

00:34:08: Nur wenig später setzt der Fahrer den Blinker und steckt einen Weg abseits der Hauptstraße ein.

00:34:14: Die Lichtkegel der Straßenlaternen enden abrupt als das Ortsschild ankündigt, dass sie die Gemeindegrenze von Hänstedt-Ulsburg passiert haben.

00:34:25: Bereits nach einigen Minuten hat Susanne keine erleuchtenden Fenster oder Straßendatern mehr gesehen.

00:34:30: Stattdessen fliegen Teile von Feldern und Waldstücken im Kegel der Scheinwerfer an ihnen vorbei.

00:34:36: Ist das wirklich der richtige Weg?

00:34:38: Sie bekommt es mit der Angst zu tun, und mit einem Mal ist er dieser Instinkt – sie muss irgendetwas machen den man neben sich stoppen!

00:34:46: Sie greift ihm ins Lenkrad und will ihn zwingen anzuhalten aber der Mann stößt sie zurück.

00:34:51: Er sagt ihr, das solle sie nicht noch einmal tun.

00:34:53: Sonst würden Sie am Ende noch gegen einen Baum fahren.

00:34:56: Noch einmal traut sie es sich

00:34:58: nicht.".

00:34:59: Und so fahren sie weiter durch die Dunkelheit.

00:35:01: Vor dem Fenster ziehen die dünnen Stämme eines Fichtenwalds vorbei.

00:35:05: Kurze Zeit später hält der Fahrer an einem Weg am rechten Fahrbahnrand.

00:35:09: Nachdem der Motor verstummt löst der Mann neben Susanne seinen Anschnellgurt erbeugt sich über sie.

00:35:16: Susanne versucht sich zu wehren, versucht ihn wegzudrücken und kratzt ihn.

00:35:20: Doch ihr wird schnell klar, dass sie gegen seine Kraft nicht ankommt.

00:35:23: Er greift neben Sie, dreht an einem Rad an ihrem Sitz der jetzt nach hinten kippt.

00:35:28: Schon in der nächsten Sekunde reißt der Mann an ihrer Hose und schiebt das T-Shirt nach oben bis sie entblöst vor ihm liegt...

00:35:35: Nicht lange nach dem plötzlichen Geständnis von Notarademacher Susanne erst vergewaltigt und danach getötet zu haben, machen sich Beamtinnen auf den Weg zu jenen die dringend davon erfahren sollten.

00:35:47: Susannes Familie.

00:35:49: Siebenundzwanzig Jahre sind vergangen seit sie ihre Tochter und Schwester verloren haben.

00:35:54: Siebundzwansicht Geburtstage und Weihnachten an denen Susanne fehlt und keine Geschenke bekommt oder ihr Liebsten welche überreichen kann.

00:36:03: Wenn ihre Brüder erwachsen geworden sind, ist sie in ihrer Erinnerung immer achtzehn geblieben.

00:36:08: Bis zuletzt hatte die Familie gehofft, dass irgendwann doch noch jemand

00:36:12: redet.".

00:36:13: Als die Reihenuntersuchungen begannen und die Presse wieder mehr Aufmerksamkeit auf den Fall richtete, setzten die Gerstens noch einmal eineinthausendfünfhundert Euro für Hinweise aus.

00:36:22: Ein letzter Versuch endlich Antworten zu finden – auf die Frage, die ihr Leben so lange bestimmt hat!

00:36:29: Dabei lag die Antwort näher als Sie vermutlich dachten….

00:36:33: Nur fünf Jahre nach der Tat zog Lotharademacher in die reinen Haussiedlung, in der auch Susannes Familie lebt.

00:36:39: Jahrelang wohnte er nur wenige hundert Meter entfernt – kaum auszumalen, dass sie ihm vielleicht beim Einkaufen begegnet sind oder beim Spazieren gehen.

00:36:49: Als Sie gestens erfahren, das der vermeintliche Täter endlich gefasst worden ist, fällt etwas von ihnen ab, das über Jahrzehnte schwergetragen haben.

00:36:58: Zum ersten Mal seit siebenundzwanzig Jahren gibt es Gewissheit!

00:37:02: Der einzige, der diesen Moment nicht mehr erlebt ist Susannes Vater.

00:37:07: Er ist gestorben ohne jemals zu erfahren wer seiner Tochter das Leben genommen

00:37:11: hat.".

00:37:13: Zwei Wochen lang sitzt Lothar Rademacher hinter Gittern.

00:37:16: da meldet er in der Untersuchungshaft an dass er noch einmal mit der Polizei sprechen möchte.

00:37:21: Die Tat hat er zwar bereits gestanden aber es gibt dann noch etwas was ihm auf dem Herzen liegt.

00:37:27: Wenig später, am einundzwanzigsten April zeitzten sich erneut Ermittlende und Loterademacher gegenüber.

00:37:33: Im schlimmsten Fall könnte Loterademacher jetzt das Geständnis wiederrufen und damit der Familie wieder entreißen, worauf sie siebenundzwanzig Jahre lang gewartet hat.

00:37:43: All die Klarheit, die sie durch das Gestständnis bekommen hat würde wieder verschwinden!

00:37:47: Doch Loterademacher hat ein anderes Anliegen – zusammen, dass sei nicht die einzige Frau, die er umgebracht und an der er sich vergangen habe… Und auch nicht die Erste.

00:37:59: Bereits fünfzehn Jahre zuvor, neunzehntneunundsechzig habe er damit begonnen und dann habe er über die Jahre immer wieder Leben ausgelöscht.

00:38:08: Vier Frauen haben in einem Zeitraum von etwas über drei Jahren getötet.

00:38:13: Die Beamtinnen sind baff – für weitere ungeklärte Morde hatten sie Lothar Rademacher gar nicht im Verdacht!

00:38:19: Er ist also derjenige gewesen den man damals im Norden Hamburgs verzweifelt gesucht hatte….

00:38:25: Die ganze Region war zu der Zeit in Sorge, nachdem immer wieder junge Frauen verschwanden und kurze Zeit später tot aufgefunden wurden.

00:38:33: In einem Akt der Verzweiflung den Täter hinter Gitter zu bringen hatte man damals sogar einen tatverdächtigen Angeklag.

00:38:40: Beim Prozess ließ sich die Schuld des Mannes aber nicht beweisen – er wurde freigesprochen!

00:38:45: Und nun sitzt der wahre Täter offenbar vor ihnen….

00:38:49: Lothar Rademacher sagt, dass er will, dass die Taten von damals aufgeklärt werden und das ist ihm Leidtour.

00:38:56: Vermutlich denkt Rademache in dem Moment jetzt woher wegen der Tötung von Susanne E ins Gefängnis muss kann er gleich ganz rein Tisch machen.

00:39:05: Anders lässt sich nicht erklären wieso er ohne Anlass und sichtbaren Vorteil die weiteren Taten gestehen sollte.

00:39:12: Als die Beamtinnen ihn im Gefängnis zurücklassen wird er auf sie fast erleichtert.

00:39:18: Kurz vor Weihnachten, am einundzwanzigsten Dezember-Zweißen-Elf findet der Prozess vor dem Kieler Landgericht statt.

00:39:25: Ein nüchterner Bau ohne verspielte Details, der darauf ausgelegt ist Ordnung und Strenge auszudrücken.

00:39:32: Lothar Ademacher wird in den Gerichtszahl Zweihnder Zweihen Dreißig geführt.

00:39:36: Er humpelt als er seinen Platz ansteuert – seine Hüften wollen langsam nicht mehr so wie er will!

00:39:43: Der mittlerweile fünfundsechzigjährige ist ein großgewachsener Mann mit gepflegtem Bart und einer dunkelblauen Strickjacke.

00:39:49: Mit seinen Händen umklammert er sein Brillennetui, als gäbe es ihm zumindest etwas halt in einem Betrachtessen was ihm jetzt bevorsteht.

00:39:58: Ihm gegenüber nehmen jene Menschen Platz den er ein Leben aufgebürdet hat das von offenen Fragen Unsicherheiten und Schmerzgeprägtes.

00:40:06: Es sind zusammens Brüder ihre Mutter und zwei Schwestern.

00:40:09: eines weiteren Opfers Sohnens Familie ist heute hierher gekommen, um dem man in die Augen zu sehen der ihnen einen Teil von ihren Interessen hat.

00:40:19: Sie bräuchten das, um endlich einen Abschluss zu finden – selbst dann wenn es keine Chance mehr auf ein gutes Ende gibt", sagt einer von Susannes Brüdern.

00:40:27: Das Ende, auf das Staatsanwalt Matthias Dachsenberger hofft, ist wie der Anklageschrift zur Entnehmen ist eine lebenslange Freiheitsstrafe.

00:40:35: Für den Staatsanwald gelichen die Ermittlungen einer Reise in die Vergangenheit, wie er uns erzählt.

00:40:41: Das war schon natürlich auch etwas ganz besonderes, dann diese alten Akten hervorzukramen und sich durch die alten Akte zu arbeiten.

00:40:51: Also Sie müssen nicht vorstellen das waren schwarz-weiß Bilder.

00:40:54: da steht so ein VW Käfer in Polizeiornart mit Blaulicht an der Wiese, daneben einen Polizeibeamter im Schwarzen Anzug mit Schlips und Kragen also vor heutige Zeit unvorstellbar.

00:41:08: Sie haben Polizeiberichte mit durchgedrückten Schaltmaschinentypen.

00:41:13: Also das war schon auch so was wie eine kleine Zeitreise, allerweise wenn man Tötungsdelikte bearbeitet liegen die Tagen ja eigentlich nicht lange

00:41:21: zurück.".

00:41:22: Als Dachsenberger vor etwas über einem halben Jahr der entscheidende Abgleich durch die reine Untersuchung gelungen ist stand nur ein zu klärendes Tötungstilikt im Raum.

00:41:32: Dass die Staatsanwaltschaft für einen Treffer gleich fünf Delikte serviert bekommt passiert eher selten.

00:41:38: Lothar Rademacher hört mit verschränkten Armen zu, was Dachsenberger ihm vorwirft.

00:41:43: Radeemacher soll sich des fünffachen Mordes an Inger Bernau, Edith Emmerich, Mathilda Sauer, Mona Deger und Susanne Gersten schuldig gemacht haben – alle zwischen fünfzehn-und zwanzwarzig Jahre alt.

00:41:56: In allen Fällen habe der Angeklagte sich sexuelle Befriedigung verschaffen wollen!

00:42:00: Obwohl die Verlesung der Anklage den Anwesenden nochmal gebündelt vor Augen führt, zu was Lotharademacher im Stande war ist das Bild verstaatsamt bei Dachsenberger von dem beschuldigten Zeichnet schwer mit dem Mann übereinzubringen.

00:42:13: Der da auf der An Klagebank sitzt und daran erinnert sich auch noch Jörg Brommmann erst damals der Vorsitzende Richter im Prozess.

00:42:20: Sobald ich mich erinnern kann wirkte der Angeklagte auf uns zumindest auch nicht damals als entfüllig durchschnittlicher normaler Mensch der sich all das entsprechend erhielt, eher einfach in seine Persönlichkeitsstruktur sehr zurückgenommen.

00:42:37: Er war völlig unauffällig eigentlich in der Verhandlung ein ganz normaler Mensch, ein Handwerker wie man ihn taktiklich erleben kann aber durchaus kooperativ und um Aufklärung bemüht und ich hatte auch den sicheren Eindruck dass er sich zu den Taten bekennen wollte und dazu eben auch soweit er das überhaupt vermochte, dann zur Aufklärung der Taten beitragen wollte.

00:43:02: Zwar schweigt Lotharade-Macher während des Prozesses aber geredet hat er eh schon genug.

00:43:07: Über seine beiden Verteidiger lässt er Ergänzungen in den Prozess einfließen und Lücken der Vernehmungsprotokolle füllen.

00:43:14: Jene Protokollee und die vernehmenden Beamtinnen sind es, die dem Gericht nun ein Bild zeichnen Nicht von dem Mann, der heute auf der Anklagebank sitzt.

00:43:23: Sondern von dem, der er Jahrzehnte zuvor gewesen sein soll.

00:43:27: Der Mann, in der Lage war fünf jungen Frauen auf brutalste Weise das Leben zu nehmen.

00:43:34: Da wird Lothar Rademacher in eine Welt geboren die von Trümmern, Schuttbergen und rationierten Lebensmitteln geprägt ist.

00:43:42: Der Zweite Weltkrieg ist da gerade erst knapp ein Jahr vorbei.

00:43:46: Gemeinsam mit einem Bruder und einer Schwester wächst er in der Nähe von Hamburg, in ärmlichen Verhältnissen auf.

00:43:53: Als er sich mit fünfzehn Jahren das erste Mal verliebt, unternimmt er nichts um das Mädchen näher kennenzulernen.

00:43:58: Am Ende macht das Mädch den ersten Schritt und lädt ihn zu seiner Geburtstagsfeier ein.

00:44:04: Er geht hin aber hat dort überhaupt keinen Spaß.

00:44:07: Zu reden traut er sich kaum und findet die Feier zitat oberpeinlich.

00:44:12: Als das Mädchen ihm bei einer anderen Gelegenheit vorschlägt, dass sie ihr mal gemeinsam um den Pudding gehen könnten, führt er sich vor dem Kopf gestoßen.

00:44:20: Er versteht es so, dass ich den Kontakt zu ihm beenden wollte!

00:44:24: Auch als er mit siebzehn Jahren beim Tanzen eine junge Frau kennenlernt die ihn zu sich nach Hause einlädt weiß ja nicht was er zu ihr sagen soll.

00:44:32: Lothar glaubt, dass all diese Mädchen genau wissen wann sie ihnen in der Hand haben.

00:44:36: Als spürten sie seine Unsicherheit.

00:44:39: Lothar glaubt, sie machen ihm was vor und verstellen sich nur.

00:44:43: Als wollten Sie ihm etwas Böses, erinnert sich der damalige Richter Jörg

00:44:46: Prommmann.".

00:44:48: Er hat ja selber Situationen beschrieben die von der Anlage hier eigentlich so gestaltet waren dass man sagt das war fast eine Einladung für ihn aber er hat es nicht nutzen können weil in dem Moment dann sofort wieder in seine Sichtweise umgekippt ist und irgendetwas Negatives darin erkannt hat was ihn davon abgehalten hat auf die Frau zuzugehen.

00:45:07: Als ein Mädchen aus der Tanzschule ebenfalls erschicht, dann Interesse an ihm zeigt fühlte sich wiederum bedrängt und sogar verfolgt.

00:45:14: Für Lothar bleibt das andere Geschlecht etwas Fremdes – im Umgang mit Frauen ist er unsicher.

00:45:20: Aus dieser Unsicherheit entwickelt sich mit der Zeit eine ablehnende Haltung die stellenweise in Feindseligkeit umschlägt.

00:45:27: Er denkt Frauen würden ihn wegen seiner abgenutzten Kleidung auslachen….

00:45:32: Statt also wie andere in seinem Alter erste Erfahrung zu machen, zieht Lothar sich in seine Gedanken zurück.

00:45:38: In ihn ist er nicht mehr der Unterlegende – der Unsichere, sondern der, der die Kontrolle hat und Macht

00:45:44: ausübt.".

00:45:46: Mit etwa achtzehn Jahren hatte er erstmals konkrete Vergewaltigungsfantasien, zu denen er masturbiert.

00:45:51: Wenn er sich zu den Gedanken einer wehrlosen Frau selbst befriedigt, dann empfindet er hinterher Schuldgefühle.

00:45:58: Doch mit der Zeit steigern sich seine Fantasien immer weiter!

00:46:02: Denn seit Lothar seinen Führerschein hat, kommt es hin und wieder vor, dass der junge Anhalter in seinem Wagen mitnimmt.

00:46:09: In seiner Fantasie vergewaltigt er die Frauen – die ahnungslos in sein Auto steigen, umsetzen tut er es allerdings nicht… noch nicht!

00:46:18: Das Töten beginnt erst im Juni, neunundsechzig.

00:46:22: Lotha erinnerte sich bei seiner Vernehmung durch die Polizei, das er zwanzig Jahre alt war als er über die Schwelle der Gewalt getreten ist.

00:46:30: Lothar besucht damals eine Diskothek und fasst sich ein Herz.

00:46:33: Er fragt eine junge Frau, ob sie mit ihm tanzen wolle.

00:46:36: Sie belicht ein und folgt ihm auf die Tanzfläche.

00:46:40: Ein Song läuft dann noch einer – allerdings ist das Lied nicht zu Ende, da dreht die Frau sich plötzlich um und geht zu ihren Freundinnen zurück.

00:46:48: Lotha bleibt allein auf der Tanzflächen stehen.

00:46:51: Er beobachtet wie die Frau etwas zu ihren Freundinnen sagt.

00:46:54: Er hat das Gefühl, sie würden über ihn sprechen und dass sie auf ihn zeigen und sich über ihn lustig

00:46:58: machen.".

00:46:59: Niedergeschlagen, so beschrieb er es, verlässt er daraufhin die Diskothek.

00:47:03: Es ist kurz nach zwanzig Uhr.

00:47:06: draußen herrscht eine schwülwarme Sommernacht.

00:47:09: So setzt er sich in seinen Wagen und fährt zurück nach Haxheide, seinem Zuhause – einem Vorort von Nordrstedt in Schleswig-Holstein.

00:47:17: Aber die Abweisung auf der Tanzfläche lässt ihn nicht los.

00:47:21: Sie nagt an ihm!

00:47:22: Und neben seiner Nieder geschlagenheit hat sich inzwischen ein zweites Gefühl eingestellt.

00:47:28: Wut.

00:47:28: Er ist, Zitat, stink-sauer.

00:47:31: Aus seinem Wagen heraus beobachtet er wie gegen zweiundzwanzig Uhr fünfzig eine junge Frau aus einem Bus aufsteigt.

00:47:38: Sie trägt ein gelbgemustertes Sommerkleid darüber eine weiße Strickjacke.

00:47:42: Die Frau heißt Inga und ist zwanzig Jahre alt – das weiß Lothar aber nicht denn er hat sie noch nie in seinem Leben getroffen.

00:47:50: Er weiß nur dass er heute bereit ist sich mit Gewalt zu nehmen was er freiwillig nicht zu bekommen scheint.

00:47:56: Er parkt seinen Wagen und folgt ihr.

00:47:58: Inga muss in dem Moment bemerken, dass jemand hinter ihr läuft.

00:48:02: Vielleicht packt sie die Angst denn sie fängt an schneller zu laufen.

00:48:06: Ihr Elternhaus ist nur noch hundert Meter entfernt aber Lothar beschleunigt ebenfalls seine Schritte und greift nach ihr.

00:48:13: Inga beginnt zu schreien – Lotha bekommt es mit der Panik zu tun!

00:48:18: Was wenn er jetzt entdeckt wird?

00:48:20: Inga muß still sein und so beginnt er sie zu wirken.

00:48:23: Sie währt sich und sie fallen durch die Hecke eines Eckgrundstücks.

00:48:27: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat ein Nachbar den Schrei gehört, er schaltet das Außenlicht an und schaut aus dem Fenster aber er kann da draußen nichts erkennen – vor allem nicht Lothar, der hinter der Hecke gegenüber immer noch Inga wirkt.

00:48:42: Solange bis sie tot ist!

00:48:44: Als sie sich nicht mehr regt legt er sie auf den Boden und vergeht sich an der Toten.

00:48:49: Es ist das erste Mal, dass er überhaupt Sex hat in seinem Leben.

00:48:53: Als er fertig ist, merkt er, dass er schweißgebadet ist.

00:48:56: Bei seiner Vernehmung hatte er den PolizistInnen gesagt, das er sich schlecht gefühlt habe.

00:49:01: Um nicht entdeckt zu werden, flieht er damals über den Garten des Grundstücks auf dem er Inga umgebracht hat – fort von der Straße wo er entdeckt werden könnte.

00:49:10: Er eiert zurück zu seinem Wagen, steigt ein und fährt dann nach Hause.

00:49:15: Dort setzt er sich vor den Fernseher und versucht sich zu beruhigen….

00:49:18: aber da ist ein neuer Gedanke in seinem Kopf, den er nicht mehr vertreiben kann!

00:49:23: Er merkt, dass ihn das Würgen der Frau erregt hat.

00:49:26: Das hat er vorher noch nie so empfunden!

00:49:29: Ingers Leiche wird am nächsten Morgen mit zerrissenem Slip und gespreizten Beinen in einem Gartenbeet gefunden.

00:49:35: Ihre Eltern, zu denen sie gerade auf dem Weg nach Hause war, warten Jahr für Jahr darauf, dass der Mörder ihrer Tochter gefunden wird – allerdings vergeblich.

00:49:43: Sie erfahren nicht, dass ihre Inger sterben musste, weil eine andere Frau Lothar Rademacherln Dass sie sterben musste, weil ein Mann offenbar der Meinung war, dass er in seinem Alter jetzt einen Anspruch auf Sex hatte.

00:50:20: Wieso ist sie zu dieser Zeit nur allein unterwegs?

00:50:22: fragt sich Lothar.

00:50:24: Und dann packt ihn wieder dieser Wunsch, der Wunsche jemanden zu erwürgen.

00:50:30: Er steigt in sein Auto und fährt zum Parkplatz eines nageligenden Schwimmbades.

00:50:34: Dort parkt er, steigt aus und geht dem ahnungslosen Mädchen entgegen!

00:50:39: Er ringt noch mit sich aber als ich ihre Wege dann kreuzen, kräft er sie völlig unvermittelt an.

00:50:45: Er wirkt sie und lässt nicht von ihr ab bis Edith totröst.

00:50:49: Er packt den Leichnam von Edith und schleppt ihn zu seinem Auto.

00:50:52: Dann will er sich auch an ihr vergehen, so wie es bei Inga getan hat – aber ist zu aufgeregt, hat so viel Angst davor entdeckt zu werden!

00:51:01: Er packet den LeICHnam von edith und schleppt sie zu seinem auto.

00:51:04: Dort lädt er sie in seinen Kofferraum und fährt mit der Toten raus aus Mordesteht.

00:51:09: Schon nach wenigen Minuten liegen die Lichter des Stadt hinter ihm.

00:51:12: Er erreicht ein kleines Waldgebiet den Randzauer Forst.

00:51:16: Dort legt er die Leiche von Edith an einem Feldweg ab.

00:51:20: Gefunden wird ihre skalettierte Leiche erst acht Monate später von spielenden Kindern.

00:51:26: In diesem Moment, so geben die Beamtinnen – die damals mit Lothar die Vernehmung geführt haben vor Gericht wieder – habe er nur noch Schuld empfunden.

00:51:33: Von seiner sexuellen Erregung sei da nichts mehr übrig gewesen.

00:51:37: Obwohl das, was hier geschildert wird vor allem für ihre Schwester kaum auszuhalten ist und jedes Detail Raum für entsetzten lässt bleibt es im Gerichtssaal seltsam still.

00:51:46: Keine hörbare Reaktion kann aufbegehren!

00:51:50: Die Emotionen und Gefühle der Schock- und die tiefe Trauer sind mit den vergangenen Jahren schon so lange teils Lebens der Familien – das scheint als hätten sie zumindest ein wenig gelernt mit ihnen zu leben….

00:52:03: Es dauert kein Jahr, da mordet Lothar Rademacher ein drittes Mal, weil er den Wunsch hat, Zitat «ein Mädchen zu beherrschen und fürs Hex zu besitzen».

00:52:11: An einem Abend im Juli-Ninzenthundertsiebzig sieht er die einundzwanzigjährige Mathilda die U-Bahn-Station Langenhorn Mitte verlassen.

00:52:19: Wieder passt er die Frau ab überwältigt und wirkt sie.

00:52:22: Dann zahlt er die Tote in ein dichtes Gebüsch neben einem kleinen Sandweg.

00:52:26: Als kurz darauf ein Paar vorbeigeht, verharrt er.

00:52:29: Wartet bis die Stimmen verschwinden und vergeht sich dann an Matilda's Leichnamen.

00:52:34: Als er fertig ist, lässt er ihren leblosen Körper im Gebüsch zurück.

00:52:39: Nur kurze Zeit später lernt Lotha die achtzehnjährige Eva kennen.

00:52:42: Mit Mitte zwanzig verliebt er sich zum ersten Mal.

00:52:45: Die beiden werden ein Paare und heiraten nur einen Jahr später – sie haben ein normales Sexualleben.

00:52:51: doch das lässt Lothas Fantasien nicht verschwenden!

00:52:53: Noch immer muss er an nach luftholende Mädchen denken, die sich unter seinem Körper winden.

00:52:59: Lothar erinnert sich an sechs weitere Tage, an denen er beinahe junge Frauen angegriffen hätte.

00:53:05: Aber jedes Mal habe er sich im letzten Moment doch noch umentschieden.

00:53:09: Hinterher sei er froh und erleichtert gewesen das nichts passiert sei.

00:53:14: Stattdessen versuchte er sich mit seiner Frau Eva eine bürgerliche Existenz aufzubauen.

00:53:18: Lothar arbeitet jetzt regelmäßig auf unterschiedlichen Baustellen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

00:53:24: Als Eva Deinschwanger wird, wirkt das Familienglück nach außen perfekt.

00:53:28: Doch nach und nach steigt sich der Alltag ein – Lotha hat weiterhin diese Fantasien kann sie aber nicht ausleben!

00:53:36: Mehr als zwei Jahre vergehen ohne dass Lotharrademacher wieder mordet bis zum vierundzwanzigsten Oktober neunzehnhundertseinhalbzig.

00:53:45: An diesem Tag hat Lothar gerade seine schwangere Frau zu Hause abgesetzt.

00:53:49: Er ist auf dem Weg zum Fußballtraining, da fällt ihm Mona auf.

00:53:53: Sie ist mit dem Fahrrad auf den Weg zurück nach Hause zu ihren Eltern.

00:53:57: Lotha ringt mit sich – er hatte sich eigentlich vorgenommen von dem Zitat Kram wegzukommen.

00:54:03: Trotzdem enthält der sich an diesem Tag wieder anders.

00:54:06: Wieder fährt er mit dem Auto voraus, dauert Mona versteckt hinter seinem Wagen auf, packt und wirkt sie.

00:54:12: Dann liegt ihr ihre Leiche in den

00:54:13: Kofferraum.".

00:54:15: Das Fahrrad des Kindes wirft er auf ein Nachbargrundstück.

00:54:18: Anschließend fährt er mit der toten Mona das kurze Stück Richtung Quickborn, keine Viertelstunde vor Norderstedt entfernt.

00:54:25: An einem abgelegenen Feldweg, der Quickborner Heide, vergeht er sich an der Leiche.

00:54:30: Monas Körper wird erst im darauffolgenden Jahr – im Mai, leise in den letzten Jahren.

00:54:35: Genau wie die anderen Frauen kannte Lothar Mona vorher nicht, dass sie an jenen Abendin seine Opfer wurden bei dem grausamen Zufall geschuldet.

00:54:44: Angeblich erfährt Lothar erst durch die Medien, dass sein letztes Opfer gerade mal fünfzehn Jahre alt war.

00:54:50: Das habe ihn laut eigener Aussage dermaßen mitgenommen, das er nun endgültig beschloss, mit dem Kram aufzuhören.

00:54:57: In den letzten Jahren bekam Lothal und Eva eine zweite Tochter.

00:55:02: Lothl wird vorübergehend arbeitslos aber er nutzt Zeit und baut mithilfe seines Bruders für die Familie ein Eigenheim in das sie nur wenig später einziehen.

00:55:12: Seine Töchter haben Lothr geliebt.

00:55:14: Das belegen zumindest Karten, die bei der Hausdurchsuchung gefunden wurden auf denen sie geschrieben haben für den liebsten Pappi der Welt.

00:55:22: Für die Hinterbliebenen muss es wie hohen klingen als vor Gericht klar wird dass er ihnen immer gesagt habe das sie niemals per Anhalter fahren sollen.

00:55:32: Offenbar wollte er nicht, dass seine eigenen Töchter einem wie ihm begegnen.

00:55:37: Einen da sich nicht beherrschen kann wie Lothar bei den Vernehmungen angab Er habe eine innere Unruhe gehabt.

00:55:44: Er wollte das eigentlich gar nicht tun, beteuerte Lothar aber er sei wie gesteuert gewesen die Taten seien aus ihm herausgesprudelt.

00:55:52: irgendwann habe er regelrecht Angst vor sich selbst gehabt davor dass er wieder die Kontrolle verlieren würde.

00:55:59: Aber war das wirklich so?

00:56:00: Hatte sich Lothart tatsächlich nicht beherrschen können?

00:56:04: Genau diese Fragen sind entscheidend, wenn es darum geht ob bei Lothar eine sogenannte schwere andere seelische Störung vorgelegen haben könnte also ein Zustand der seine Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt hätte.

00:56:17: Ob das der Fall war sollen vor Gericht nun zwei Gutachter beurteilen Einmal der vom Gericht bestellte Psychiater Michael Yes und von der Verteidigung beauftragte Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Eppendorf per Briten.

00:56:34: Beide weisen allerdings darauf hin, dass ihnen für ihre Beurteilungen lediglich eine kleine unsichere Grundlage zur Verfügung stand, da sie sich fast ausschließlich auf die Angaben des Angeklagten stützen mussten….

00:56:47: Zudem hat Lothar über Jahrzehnte ohne professionelle Aufarbeitung mit seinen Taten gelebt.

00:56:52: Daher sei es nicht unwahrscheinlich, dass seine Erinnerungen und auch die Art wie er sie heute schildert im Laufe der Zeit unbewusst beeinflusst worden

00:57:00: sind.".

00:57:14: Insgesamt zeigten sich bei ihm zwanghafte, nazistische und paranoide Persönlichkeitsakzentuierung.

00:57:21: Obwohl man sie heute nicht mehr eindeutig nachweisen könne, gehe Bricken davon aus dass Lothar damals unter einer sogenannten kombinierten Persönlichkeit störendet die unter anderem durch starke Unsicherheiten deutlich wurde.

00:57:33: Lothars Selbstwertgefühl sei besonders im Umgang mit Mädchen und Frauen sehr instabil gewesen.

00:57:38: Gleichzeitig sei es ihm schon seit seiner Kindheit schwergefallen, sich sprachlich und emotional auszudrücken.

00:57:45: Im Kontakt mit Frauen entwickelte er deshalb häufig Angst und hatte das Gefühl, sie würden ihm feindselig gegenüberstehen.

00:57:52: Für die Zeit der Taten geht der Gutachter davon aus, dass Lothar wahrscheinlich die Kriterien für sogenannten sexuellen Sadismus erfüllt hat.

00:57:59: Das bedeutet laut Gutachtern hatte Lotha über mehrere Jahre hinweg wiederkehrende sexuelle Fantasien in denen das Leiden der Opfer eine zentrale Rolle spielte.

00:58:10: Diese Fantasien waren so ausgeprägt, dass sie für ihn selbst belastend waren und in direktem Zusammenhang mit den Taten standen.

00:58:18: Allerdings – und das ist hier besonders – habe sich kein Hinweis darauf gezeigt, dass es Lothar dabei um den klassischen Lustgewinn durch Ernietrigung oder Demütigung ging.

00:58:28: Im Vordergrund stand vielmehr sein Bedürfnis nach vollständiger Kontrolle und danach, dass das Opfer ihm vollkommen ausgeliefert.

00:58:36: Ich kann keine andere Notwendigkeit sehen, warum Lothar Rademacher bei den Taten vor der Vergewaltigung getötet hat", sagt Brieken.

00:58:52: Aus psychiatrischer und sexualmedizinischer Sicht zu pricken, spreche insgesamt mehr dafür als dagegen dass die Kombination aus Persönlichkeitsstörungen und sexuellen Satismus bei ihm zwischen neunzehntneunundsechzig und neunzentzezweiundsiebzig so schwer ausgeprägt war das sie als sogenannte schwere andere seelische Störung eingeordnet werden könne.

00:59:12: Lothar habe sich dementsprechend in dieser Zeit als nicht steuerbar und wie unter Zwang stehend empfunden.

00:59:20: Ja!

00:59:20: Und was bedeutet es jetzt?

00:59:22: Sollte das Gericht den Gutachter folgen, dann würde es heißen dass Lotas Schuldfähigkeit bei der Tötung von Inger Edith Matilda und Mona möglicherweise erheblich eingeschränkt oder sogar aufgehoben war.

00:59:35: Entscheidend ist dabei immer die Frage ob er sich in der konkreten Situation noch steuern konnte.

00:59:40: Und je nach Bewertung hätte das direkte Auswirkungen darauf, ob und wie stark er für die Taten strafrechtlich verantwortlich gemacht wird.

00:59:49: Aber da ist ja noch Gutachter Jees, der vom Gericht bestellt wurde.

00:59:53: Der Psychiater ist der Auffassung, dass der Auslöser für Lothar's Taten weniger sein Bedürfnis nach vollständiger Kontrolle war, sondern es ihm in der Zeit von neunzehntneunundsechzig bis neunzenhundertseinhalbzig viel mehr um die Vermeidung von Konfrontation und Ablehnung gegangen sei!

01:00:11: Lotha hätten angemessene sozial akzeptierte Strategien gefehlt, um mit seinen Frustrationen umzugehen….

01:00:18: Es sei ihm darum gegangen, sich seiner Mitmenschen zu bemächtigen und um Machtausübung als Zitat Mittel gegen den Schwund seines Selbstwerterlebens.

01:00:28: Dieses Mittel habe er gegenüber Frauen eingesetzt bei diese von ihm als Quelle unerträglicher Schmehung angesehen worden sein.

01:00:37: Seine Impulskontrolle sei möglicherweise eingeschränkt gewesen – das habe aber nichts Pathologisches gehabt sondern sei im Grunde normal psychologisch!

01:00:46: Lothar habe es jeweils offen gestanden, sich gar nicht erst in die Notsituation zu begeben.

01:00:52: Seine Defizite würden nicht ausreichen um eine schwere andere seelische Störung wie etwa eine Persönlichkeitsstörung zu bejahen.

01:01:01: Elfmal hat Gutachter Yeslotha-Rademacher getroffen – bei einem Mal habe dieser ihm gesagt dass er krank gewesen sein muss, das er sich gar Für Jes ist das nur ein Versuch, die Verantwortung nach außen zu verlagern.

01:01:18: Und in einem Fall sind sich die beiden Gutachter einig – im Fall von Susanne der erst zwölf Jahre nach Ende seiner Tötungsserie geschah habe es keine Anhaltspunkte für eine erhebliche Steuerungsminderung gegeben.

01:01:31: Lothar selbst gab an bei Susanne weniger Zwang verspürt zu haben, womöglich lag das auch daran dass er mittlerweile älter und erfahrener mit Frauen war.

01:01:41: Susanne jedenfalls habe er nicht erst töten müssen.

01:01:44: Er habe sie im Gegensatz zu den anderen vier erst vergewaltigt und danach erst den Entschluss zum Töten gefasst.

01:01:52: Susanne, so gab Lothar es an, habe nach der Vergewaltigung gesagt dass er sie jetzt bestimmt umbringen werde.

01:01:58: Damit er die Tat verschleiern konnte, habe er das dann auch getan obwohl er sie eigentlich habe davon laufen lassen wollen.

01:02:05: Nachdem er sie mit ihrem Schal erwirkt habe, habe er das Auto gereinigt und die Sache verdrängt.

01:02:10: So gut es eben ging!

01:02:12: Er glaube dass der Hass auf seine Ehefrau diese Tat ausgelöst haben.

01:02:18: In den letzten Jahren hat sich Lothar eine Frau als verklemmt empfunden.

01:02:25: Erst fing er einer Affäre an später auf sie.

01:02:28: Irgendwann ließen sich die beiden Scheiden und Lotha musste aus dem Haus ausziehen weil er es allein finanziell nicht stemmen konnte.

01:02:35: Tatsächlich ist damit seine Serie noch nicht ganz vorbei.

01:02:39: Ninzehundertdreiundneunzig wird Lothar wegen Körperverletzung und Vergewaltigung einer Sex-Arbeiterin zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

01:02:48: Wie bei Susanne, brauchte er auch bei ihr offenbar nicht mehr die Kontrolle über eine tote Frau.

01:02:54: Als die Beweisaufnahme geschlossen ist und Lotha Rademacher das letzte Wort bleibt bringt Ertränen erstickt nur wenig hervor – es tut ihm leid sagt er!

01:03:03: Er wünscht dem hinterbliebenen Herzliches Beileid, auch für seine eigene Familie.

01:03:08: Tourist ihm Leid!

01:03:10: Als am achtem Februar zwölf das Urteil gesprochen wird ist schnell klar dass Loter-Rademacher sich nicht mehr wie die vierzig Jahre zuvor seiner Verantwortung entziehen kann.

01:03:22: Die Kammer spricht ihn wegen fünffachen Mordes schuldig.

01:03:25: Lothar habe in den ersten vier Fällen zur Befriedigung des Geschlechtstriebes getötet und außerdem zur Ermöglichung einer anderen Straftat, nämlich zur Störung der Totenruhe weil er sich an den Leichnamen der jungen Frauen vergehen wollte.

01:03:41: Bei Edith und Mona seinem zweiten- und vierten Opfer hat Lotha außerdem heimtückisch gehandelt – bei seinem letzten Todesopfer Susanne waren diese Merkmale nicht erfüllt weil er sie erst nach der Vergewaltigung tötete, bei dem Mord nicht sexuell motiviert.

01:03:57: Außerdem war Susanne die vor ihrem Tod offenbar vermutete, dass er sie nun sicherlich umbringen werde auch nicht arg und wehrlos als er in die Luft abschnürte.

01:04:07: In ihrem Fall war Luthas Motiv das seine Vergewaltung verdeckt werden sollte damit sie ihn als Täter nicht identifizieren konnte.

01:04:15: Bezüglich der Theorie, dass die Tötung von Lothar im Grunde auf Sadismus beruhen schießt sich die Kammer rund um Richter Jörg Brommmann nicht der Einschätzung des Sachverständigen der Verteidigung an.

01:04:26: Brommann erinnert sich noch heute das Lotha vor Gericht selbst ausgesagt hatte, dass es ihm in keiner Weise um die Demütigung oder Erniedrigungen der Opfer ging.

01:04:35: Weil sadistische Täter ja typischerweise dann doch sehr festgelegt sind typisch sadistischen Vorgehensweisen, das war da nicht so.

01:04:45: Das war halt nur ein Punkt von vielen und da stand nun wiederum auch nicht dass Queren oder Zufügen von Schmerzen oder irgendetwas in diesem Zusammenhang ähnliches im Vordergrund sondern die Dominanz also des Beherrschen der Frau in der jeweiligen Situation und das Nichtzulassen vom Widerstand bzw.

01:05:04: Die Unterdrückung von Widerstanden als bloßes Mittel zur Herbeiführung des Geschlechtsverkehrs.

01:05:10: Aber selbst wenn man der Einschätzung von Gutachter Brieken folgt und davon ausgeht, dass sich in den ersten vier Taten ein sexuell abweichendes Verhalten gezeigt hat, das einem sexuellen Sadismus zumindest ähnelt würde auch das allein noch nicht ausreichen um eine schwere andere seelische Störung anzunehmen.

01:05:27: Denn dies wäre nur dann möglich, wenn die Störung so relevant wäre, dass Lotas Leben durch diese deutlich beeinflusst und beeinträchtigt gewesen

01:05:35: wäre.".

01:05:36: Das war bei dem Angeklagten überhaupt nichts zu erkennen!

01:05:39: Der hat im Gornengenamen ein Familienleben geführt, das einige Massen gesettelt war und nicht zu Beginn der ersten Taten.

01:05:45: Aber er hat ja nach der zweiten oder dritten geheiratet, hat dann auch innerhalb der nächsten zehn Jahre das Ehepaar zwei Kinder bekommen.

01:05:52: Er hat eine scheinbar ganz normale Ehe geführt – auch wenn er dann wie sich aus dem Urteil gibt seit späterer Taten oder einer späteren Tat mit dem Sexualleben nicht mehr ganz zufrieden war.

01:06:04: aber das ist jetzt nichts weiter gravierend Ungewöhnliches.

01:06:07: Außerdem war er mit seinen Affären auch in der Lage, normales sexuelle Beziehung zu führen.

01:06:12: Zudem hat Lothar eine Berufsausbildung als Maurer gemacht und hat außer über einen Zeitraum von zwei Jahren immer gearbeitet – er war Teil einer Fußballmannschaft und begingen mit den Jahren immer weniger Mordern.

01:06:24: Daher ist Bormann überzeugt, dass die soziale Kompetenz bei Lotha Rademacher als junger Mann zwar stark unterentwickelt gewesen sei aber das dies nicht bedeute, dass er bei seinen Morden einem Trieb folgte dem er nicht widerstehen konnte.

01:06:37: Es kommt auch einen Gesichtspunkt hinzu, nämlich derjenige das er wie auch selber ja deutlich gemacht hat im Vorfeld der Taten jeweils sehr mit sich gerungen hat ob er auf die Frauen zugehen beziehungsweise sie angreifend überfallen soll oder nicht.

01:06:52: Auch da hat der Sachverständige Dr.

01:06:55: Yes soweit ich mich erinnere deutlich gemacht und das halte ich auch für den wichtigen Gesichtspunkt dass er zudem Zeitpunkt eine innere Abwägung getroffen hat bei der er sich noch dafür oder dagegen entscheiden konnte Bei fünf Mordopfern und der Erfüllung gleich mehrerer Mordmerkmale, da ist die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld in der Regel eine Formsache.

01:07:16: Und dennoch ist sie nicht Teil des Urteils zu dem die Richterinnen der Kammer kommen.

01:07:22: Brommmann begründet das Dame, dass die Taten lange zurücklegen – und das Gericht müsse würdigen, dass es Lotharademacher gelungen sei über viele Jahre hinweg ein sozial angepasstes Leben zu

01:07:33: führen.".

01:07:34: Auch seien die Taten relativ spontan erfolgt, und das fortgeschrittene Alter von Lotharademacher selbst würde für eine Zitat besondere Haftempfindlichkeit sprechen.

01:07:43: Doch das vermutlich entscheidende Argument ist ein anderes!

01:07:47: Als die Ermittler in Lotharamacher festgenommen haben, da ging es nur um den Mord an Susanne Gersten – hätte Lotha geschwiegen und nicht aus freien Stücken gestanden, dann wären die Morde an Inga, Edith, Matilda und Mona nie aufgeklärt worden….

01:08:03: Ihre Familien und Hinterbliebenen hätten nie den Frieden erfahren können, denen dieser Prozess ihnen hoffentlich zumindest ein Stück weitbringen konnte.

01:08:12: Und daher sei das Gericht Subroman unter Abwägung aller Faktoren zu dem Ergebnis gekommen die besondere Schwere der Schuld in dem Fall des Serienmörders nicht festzustellen.

01:08:23: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten gibt es für die Familie von Susanne klare Antworten – so ist es gewesen!

01:08:32: Sie werden vermutlich nie begreifen können, wieso es gerade ihre Susanne treffen musste.

01:08:37: Aber immerhin haben sie nun die Gewissheit darüber was mit ihr in ihren letzten Stunden passiert ist.

01:08:43: Genau wie die Familien der anderen Opfer.

01:08:46: Zumindest jene, die die Wahrheit noch erleben konnten.

01:08:49: Denn viele, die sich damals um ihre Kinder und Geschwister gesorgt haben sind unwissend darüber was passiert ist aus dem Leben geschieden.

01:08:58: Während Inga Matilda Edith Mona und Susanne fünf Frauen Ihr ganzes Leben noch vor sich hatten, hat Lothar Rademacher seines Jahrzehntelang unbescholten weitergelebt bevor er sich für die Taten verantworten musste.

01:09:11: Und vielleicht wird der es auch danach noch tun können?

01:09:14: Denn die Entscheidung, die besonders schwere der Schuld nicht festzustellen führt dazu dass nach fünfzehn Jahren hinter Gittern ein Antrag zur Aussetzung der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung gestellt werden kann.

01:09:27: Hat dieser Antrag Erfolg dann könnte Lotha also freikommen.

01:09:31: Und diese fünfzehn Jahre sind genau jetzt, Mitte April zweitausendsechsundzwanzig Uhr.

01:09:37: Mit mittlerweile achtzig Jahren könnte er nun möglicherweise die grauen Mauern des Gefängnisses wieder verlassen und zurück in ein Leben gehen das für ihn in Freiheit weitergehen könnte während es für seine Opfer schon vor Jahrzehnten beendet wurde?

01:09:52: Ja wie finden wir das denn?

01:09:54: dass die besondere Schwere der Schuld hier nicht bejaht würde also Rein vom Gefühl her nicht, ob das jetzt richtig oder falsch war die Festzustände.

01:10:02: Also wer jetzt nicht die richtigen Personen für um das zu beurteilen?

01:10:07: Also ich kann ja schon nachvollziehen oder mir ist ja schon klar dass ohne sein umfangreiches Geständnis die anderen Taten wahrscheinlich nicht hätten gesöhnt werden können oder auch nicht hätten aufgeklärt werden können und was das ja bedeutet hätte wäre, dass die anderen Hinterbliebenen niemals irgendwie eine Wahrheit bekommen

01:10:30: hätten oder so.

01:10:32: Aber irgendwie kann ich mir halt auch vorstellen, dass seine Motivation dahinter jetzt nicht unbedingt war ja ich möchte jetzt das jetzt irgendwie... Dass die jetzt Klarheit bekommen oder so sondern dass der es auch nicht mehr ausgehalten hat.

01:10:48: vielleicht weißt du?

01:10:49: Man weiß es ja nicht genau!

01:10:51: Kann ja auch sein, dass er einfach das Bedürfnis hatte darüber zu reden Und deswegen, die besondere Schwere der Schuld nicht anzuerkennen.

01:11:00: Obwohl er jahrelang gespiegen hat, Jahrzehntel angeschwiegen und fünf Frauen gedötet hat... Ja weiß ich jetzt nicht so richtig ob ich das richtig finde.

01:11:10: Also

01:11:10: die Frage ist ja auch ein bisschen, ob man ihm hier was anerkennt Was wirklich nicht ohne sein Zutun hätte aufgeklärt werden können.

01:11:19: Denn diese anderen Fälle waren ja auch alle Codecades, wozu es vielleicht ein Karton in der Asservatenkammer gegeben haben könnte und die vielleicht am Ende dann doch zu ihm geführt hätten.

01:11:29: Also vielleicht war er sich ja auch dessen im Klaren und dachte naja wenn die da irgendwann testen, dann sitze ich hier sowieso wieder vor den Richterinnen.

01:11:39: Wenn's jetzt um so eine Gefährlichkeitsprognose ginge Dann würde ich schon sagen, okay hat man ja gesehen.

01:11:46: Dem war das.

01:11:46: danach haben wir gerade gesagt schon möglich auch ein Leben ohne solche Taten zu führen und sonst hätte man ja auch die Sicherungsverwahrung dann angeordnet.

01:11:56: also ging er jetzt hier nicht darum irgendwie die Öffentlichkeit vor dem zu schützen aber jetzt allein um die Bewertungen seiner Taten.

01:12:06: fünf Opfer so viele Mordmerkmale.

01:12:11: Ich hätte das einfach anders erwartet.

01:12:13: Ich finde es auch einfach in Anbetracht dessen, dass er... Keine Ahnung!

01:12:18: Das ist ja jetzt auch eine subjektive Empfindung vielleicht von mir sozusagen seine Primetime halt in Freiheit verbracht hat.

01:12:26: Er hat seine Kinder aufwachsen sehen.

01:12:29: Er hatte eine Ehe gut die war irgendwann nicht mehr schön aber er hatte die Ehe.

01:12:35: Er war da noch ein junger Mann der wahrscheinlich durch die Gegend rennen konnte oder was weiß ich?

01:12:40: Und auch noch weiter eine Frau vergewaltigen konnte.

01:12:43: Das und seine Opfer sind nicht mal über ihr dreißigstes Lebensjahr hinausgekommen, hatten die Möglichkeit, eine Familie zu gründen

01:12:53: usw.,

01:12:53: nicht.

01:12:55: Deswegen weiß ich nicht... Ich finde es irgendwie doppelt schlimm, dass er so lange ein unbescholtenes Leben führen konnte während eben andere Garkeins mehr führen konnten bzw.

01:13:07: die Hinterbliebenen noch so viele Fragen hatten und solch einen Schmerz, weil sie immer wissen wollten was war denn jetzt am Ende eigentlich mit unseren Liebsten?

01:13:18: Ja und was mir da natürlich hier auch viel zu wider ist, dann diese Argumentation von ihm.

01:13:24: Ich weiß gar nicht wie das über mich kommen konnte.

01:13:27: Das ist also dieses Externalisieren so.

01:13:29: Das is ja gar nicht in meine Verantwortung kommt mich da nicht beherrschen.

01:13:33: ich kann gar nicht glauben dass sich sowas fähig bin.

01:13:35: die taten sind aus mir rausgesprudelt.

01:13:38: Also das ist ja schon wieder eine verantwortungsverlagerung für Taten, die so von Frauen hasst Zeugen.

01:13:46: Eine Abweisung von einer Frau auf der Tanzfläche?

01:13:50: Dann nehme ich mir jetzt die nächste, die mir draußen irgendwie über den Weg läuft und sie sich nicht wehren kann um meinen Frust da abzulassen und um das zu bekommen was ich meine was mit zusteht.

01:14:00: also wäre der in der heutigen Zeit wäre das ja einfach ein Parade-Insel.

01:14:05: Ja, und dann wo er den Hass auf seine Frau entwickelt hat.

01:14:10: Die seiner Meinung nach verklemmt war.

01:14:15: Man merkt halt dieser Hass ist eigentlich nie weggegangen.

01:14:17: Dieser Frauenhass generell hat sich dadurch sein Leben gezogen

01:14:21: auch dass er danach halt nicht mehr gemordelt hat.

01:14:22: Okay, aber er hat dreiundneunzig Jahre noch eine Sexarbeiterin vergewaltigt und die hat auch berichtet irgendwie der hätte ihr die Nase und den Mund zugehalten.

01:14:31: also so ganz geändert hat er sich nun auch nicht und ich fand es ganz interessant das der eine Gutachter da von dieser unerträglichen Schmähung gesprochen hat die er empfunden haben will.

01:14:42: ja also für eine Zurückweisung und selbst wenn man nicht die Tools an der Hand hat damit gut umzugehen.

01:14:49: Das ist ja immer noch was anderes, als dafür Menschenleben auszulöschen.

01:14:52: Um sich da etwas zu nehmen von dem man denkt, man hat einen Anspruch darauf und da brodelt das so in mir.

01:14:59: Weißt du?

01:14:59: Ich finde gar nicht so schlimm... Hat man jetzt ein oder zwei Mordmerkmale verwirklicht?

01:15:04: Da hat es halt ein Motiv gehabt und hast es dann auf eine bestimmte Begehungsweise gemacht.

01:15:08: Das ist von der Steigerung für mich gar nicht relevant.

01:15:11: Für mich ist halt relevant war das ein Hatecrime?

01:15:14: war das besonders grausam oder so.

01:15:16: Ja, aber... Und

01:15:18: auch es war ja nicht nur eine Tat, sondern es war immer wieder und er hat sogar noch zugegeben, dass es noch mehrere Mädchen bzw.

01:15:26: Frauen gegeben hat wo es fast zur Tat gekommen wäre.

01:15:30: Er hatte diese Zögern

01:15:31: usw.,

01:15:32: er hätte sich zurückhalten können.

01:15:35: Das macht einen einfach nur wütend!

01:15:36: Vor allen Dingen jetzt ist mir gerade eingefallen mein Vater wird in drei Jahren achtzig.

01:15:43: Das ist so witzig, dass du das sagst.

01:15:45: Weil ich hab das gestern gegoogelt wie alt dein Vater ist.

01:15:48: Ja und guck mal!

01:15:48: Du kennst ihn?

01:15:50: Na ja vielleicht nicht Blüte seines Lebens aber er kann auch jedenfalls

01:15:53: noch... So sieht er an.

01:15:55: Er kann sein

01:15:56: Leben auf jeden Fall noch genießen und hat Freuden im Leben und steht im Leben.

01:16:00: Und also das kann man jetzt nicht sagen, dass mit Achtzig wenn man da rauskommt, dass man da nichts mehr vom Leben hatten ist natürlich bei jedem anders Aber schwierig.

01:16:12: Ich hätte mir zumindest auch in Anbetracht dessen, dass wir jetzt natürlich wissen, dass er vermutlich bald rauskommt.

01:16:18: Auch was anderes erhofft!

01:16:21: In der nächsten Woche geht es hier um einen Fall den du mir ja zugeschoben hast.

01:16:27: Ich habe gedacht, du kannst mal kurz erklären in ein zwei Sätzen, was du an dem Fall so spannend fangst ohne zu viel zu verraten.

01:16:34: Oha also ich fand die besonders spannend weil ist relativ lange unklar ist, was überhaupt passiert ist.

01:16:44: Das liebe ich ja immer.

01:16:47: und zweitens das Motiv um dass es geht.

01:16:51: in dem Fall finde ich für diese Tat einfach unglaublich.

01:16:54: weißt du?

01:16:56: Ja sich auch so!

01:16:58: Und ich habe gesehen wenn man den Namen der Person eingibt dann werden einem keine deutschsprachigen Podcast dazu angezeigt also sprich dafür dass hierzulande noch kein Podcast den Fall behandelt hat und deswegen erzählen wir ihn dann hier nächste Woche.

01:17:12: Bis dahin, tschüss!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.