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#230 Die Ohnmächtigen

Shownotes

Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um sexualisierte Gewalt und Suizid.

Mai 2019: Aurora wird nachts in ihrem Badezimmer ohnmächtig, einfach so. Das kommt der alleinerziehenden Mutter komisch vor und sie beschließt, sich untersuchen zu lassen. Für Tests wird sie auf der Neurologie eines renommierten Krankenhauses aufgenommen. Schon in der ersten Nacht in der Klinik passiert etwas Seltsames: Aurora wird ohnmächtig, aber diesmal hat sie am nächsten Morgen Schmerzen und leidet unter Schüttelfrost. Beim nächsten Aufenthalt im Krankenhaus passiert es wieder: Plötzlich wird alles schwarz und Aurora wacht erst am nächsten Morgen auf. Ihr fällt auf: Beide Male, als sie im Krankenhaus einen Filmriss hatte, kam vorher dieser eine Assistenzarzt zu später Stunde in ihr Zimmer. Was Aurora noch nicht ahnt: Sie ist diejenige, die den Anstoß dafür gibt, dass eine Verbrechensserie aufgedeckt wird, der unzählige Frauen im Krankenhaus zum Opfer gefallen sind.

In dieser Folge von „Mordlust – Verbrechen und ihre Hintergründe“ geht es um Frauen, denen Schreckliches angetan wird. Und die von dem, was danach passiert, ein zweites Mal zum Opfer werden. Denn das Schweigen und Versagen von Verantwortlichen und Behörden führt bei ihnen zu noch größerem Leid. Sie beschließen, gemeinsam für Gerechtigkeit zu kämpfen.

Expert:innen in dieser Folge: Stefanie Höke, Rechtsanwältin

Credit

Produzentinnen/ Hosts: Paulina Krasa, Laura Wohlers Redaktion: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Emeli Glaser Schnitt: Pauline Korb Rechtliche Abnahme: Abel und Kollegen

Quellen (Auswahl)

Kölner Stadtanzeiger: Vergewaltigungen im Klinikum Bethel – „Was mir passierte, hätte man verhindern können“

Tagesschau: Anklage nach Vergewaltigungsserie erhoben

Neue Westfälische: Chefarzt zur Vergewaltigung: „Niemand hat mich je so abartig belogen“

ARD: Betäubt und ausgeliefert - Die Verbrechen des Arztes Philipp G.

Bericht des Landtages Nordrhein-Westfalen “Vergewaltigungen im Bielefelder Krankenhaus: Aktuelle Entwicklungen” vom 11.11.2022

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Transkript anzeigen

00:00:11: Willkommen bei MordLust, einem Podcast über Wareverbrechen produziert von der Partner-in-Crime in Zusammenarbeit mit Studio Bummens.

00:00:17: Mein Name ist Paulina Kraser.

00:00:19: In jeder Folge hört ihr hier einen Kriminalfall aus Deutschland.

00:00:22: dabei schauen wir auch auf juristische psychologische und gesellschaftliche Aspekte und sprechen mit Menschen mit Expertise, Beteiligten oder Betroffenen.

00:00:31: True Crime heißt eben auch dass hinter jedem Fall echte Menschen und ihre Schicksale stehen.

00:00:36: das solltet ihr beim hören nicht vergessen.

00:00:38: Wir berücksichtigen das auch bei unserer Arbeit Und wenn ihr merkt, dass euch bestimmte Themen nicht gut tun, dann passt lieber auf euch auf und skipt die Folge.

00:00:45: Weil wir bei all der Schwere zwischendurch aber auch mal Luft brauchen sind ja auch manchmal kleine Abschweifungen erlaubt – das ist aber nicht despektierlich gemeint!

00:00:54: Der Fall von dem ich euch heute erzähle handelt von einer Frau, die seltsame Erinnerungslücken hat und die ein Verdacht beschleicht, dass irgendetwas in dieser Zeit mit ihr passiert ist.

00:01:06: Vorher will ich euch aber kurz was fragen.

00:01:08: Stellt euch vor, ihr seht mich und Fussel im Park.

00:01:11: Fusse ist unangeleint ja weil er ein Freiheitsliebender köterisch isst.

00:01:15: Er rennt dann schwanzwedelnd auf eine schwangere Frau zu die sieht den Köterich kriegt Panik wir weglaufen uns stürzt.

00:01:23: Davon trägt sie dann Prellungsschmerzen an der linken Hand Und einen Bruch am Knochenvorsprung des linken Oberarms.

00:01:30: und Fussell natürlich.

00:01:32: Und klar, ich hätte ihn jetzt nicht unangeneinander rumlaufen lassen dürfen, darüber müssen wir nicht sprechen.

00:01:37: aber sind der köterich und ich dann auch verantwortlich für ihre Verletzungen.

00:01:42: Überlegt mal was würdet ihr da fair finden?

00:01:45: Ich erzähle euch das weil genau so ein Fall gerade vor dem Oberlandesgericht Nürnberg entschieden wurde.

00:01:51: eigentlich handelt es sich bei dem richtigen Aggressor sage ich jetzt mal um einen Chihuahua.

00:01:56: Der ist auch noch einmal locker fünf Kilo leichter als Fuscell vor dem erst ins tanzlichen Landgericht Ansbach, verlor die verletzte Schwangere weitestgehend.

00:02:05: Der Hundebesitzer musste grundsätzlich haften weil er sein Hund nicht angeleint hatte klar und weil er als Halter für das Verhalten seines Tiers verantwortlich ist.

00:02:13: aber das Gericht war der Meinung dass auch die Frau selbst eine Mitschuld an den Vorfall trägt.

00:02:19: Und wenn das so ist, also wenn jemand durch sein eigenes Verhalten zu einem Schaden beiträgt dann kann der Anspruch auf Schadensersatz entsprechend gekürzt werden.

00:02:27: Hier wurde entschieden dass die Frau zu achtzig Prozent selbst für den Schaden verantwortlich ist.

00:02:32: Entsprechend bekamen sie nur noch einen kleinen Teil des Schadenserseits nämlich dreihundert vierzehn Euro.

00:02:37: Im Berufungsverfahren wurde es aber anders bewertet.

00:02:41: Dieses Gericht sprach der Klägerin nämlich ohne Anrechnung eines Mitverschuldens, ein Schmerzensgeld in Höhe von tausendfünfhundert Euro zu mit der Begründung dass ein Mitverschilden in Betracht kommen kann.

00:02:52: Aber nur wenn man beispielsweise jetzt aus dem Fenster springt vor Angst also die Flucht unverhältnismäßig wäre weil so'n kleiner Hund ja jetzt auch keinen großen Schaden anrichten kann.

00:03:03: aber die Flücht hier sei nicht unverhaltnismässig gewesen weil die Frau nur ein paar Meter vom Weg abgewichen war.

00:03:09: Ich meine, so ein Hunde bis von einem kleinen Hund kann auch wehtun.

00:03:12: Uns interessiert eure Meinung dazu.

00:03:13: Schreibt uns da mal gerne eine Nachricht auf unserer Instagram-Seite.

00:03:16: Mordlust der Podcast!

00:03:18: Ich kann glaube ich froh sein das Fusse generell nicht auf fremde Menschen zu läuft.

00:03:21: Dazu ist seine soziale Batterie zu schnell leer aber ich und die kleine Pupshupe gehen trotzdem lieber mit Leine.

00:03:29: So, jetzt widmen wir uns aber unserem Fall in dem es um ein Verbrechen geht das viele Opfer betrifft nur dass die lange Zeit gar nichts davon wissen weil Behörden entschieden haben zu schweigen.

00:03:42: Einige Namen haben wir geändert und die entsprechende Trigger-Warnung findet ihr wie immer in der Folgenbeschreibung.

00:03:48: Als Aurora In einer Nacht im Mai Die Augen aufmacht ist ihr schlecht.

00:03:53: Es ist dunkel um sie herum.

00:03:55: Die thirty-fünfjährige schlägt die Decke zurück, steht auf und eilt mit leisen Schritten über den Flur.

00:04:03: Aurora ist zweijähriger Sohn und ihre zehnjährige Tochter – mit denen sie allein in einer Doppelhaushälfte in der Nähe von Gütersloh wohnt – schlafen dem an in ihren Zimmern.

00:04:11: Sie will sie nicht wecken!

00:04:13: Aurora knips das Licht im Badezimmer an und stellt sich vor den Spiegel.

00:04:17: Darin sieht sie sich — ihre schlanke Figur, ihr Gesicht, ihre braunen Haare.

00:04:21: Sie schaut müde aus ihrem Schlafanzug.

00:04:24: Plötzlich merkt sie, dass er heiß wird... sehr heiß, wie in Wellen breitet sich die Hitze in ihrem Körper aus.

00:04:31: Für Aurora fühlt es sich so an als würde sie innerlich verbrennen.

00:04:35: Sie stützt sich noch ab und geht in die Knie – da wird alles schwarz vor Augen!

00:04:39: Als Aurora wieder aufwacht brennt das Deckenlicht über ihr.

00:04:42: der Untergrund ist hart.

00:04:44: Ihr wird sofort klar, sie liegt auf dem Badezimmerboden.

00:04:47: Sie muss nach der seltsamen Hitzewelle das Bewusstsein verloren haben… Wie lange?

00:04:51: Das weiß sie nicht.

00:04:53: Ihre Kinder haben aber wohl nichts davon

00:04:54: mitbekommen.".

00:04:56: Sie rappelt sich auf und legt sich wieder in ihr Bett.

00:04:58: Morgen muss sie immerhin wieder früh raus, doch die Gedanken darüber was eben passiert ist lassen sie noch lange besorgt wach liegen – denn es ist eine beunruhigende Entwicklung dessen, was sie schon eine ganze Weile

00:05:09: umtreibt.".

00:05:10: In den vergangenen Wochen hatte Aurora mehrere seltsame Schwächeanfälle.

00:05:14: Auf dem Weg zur Arbeit wurde er ein paar Mal plötzlich schwindelig und musste wieder umkehren.

00:05:19: Sie war deswegen auch schon bei ihrem Hausarzt, aber der hat sie beruhigt.

00:05:22: Der Schwindel und die Übelkeit seien wahrscheinlich nur die Begleiterscheinungen einer Infektion", hat er gesagt.

00:05:28: Aurora hat sich deshalb nicht viel dabei gedacht und gehofft, dass sie einfach von alleine weggehen.

00:05:33: Als Pragmatikerin steigert sie sich nicht an solche Dinge rein – vor allem weil sie als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern darauf angewiesen ist, das sie sechs Tage in der Woche funktioniert.

00:05:43: Aber jetzt, nach diesem Ohnmachtsanfall kommt sie doch ins Grübeln.

00:05:47: Nicht dass es doch etwas Ernstes ist!

00:05:50: Aurora ruft sich ja halber noch am Vormittag ihren Hausarzt an und erzählt was in der letzten Nacht passiert ist.

00:05:56: Der meint das sie jetzt doch mal ins Krankenhaus gehen sollte.

00:05:59: und warum sich Aurora diesmal dazu breitschlagen lässt hat sie uns persönlich erzählt.

00:06:03: Aufgrund dessen als ich alleine im Haus war mit den Kindern habe ich halt schon so gedacht oh Gott wenn das jetzt nochmal passiert Und du dann wirklich aufschlägst mit dem Kopf oder du liegst hier stundenlang, weil die Kinder nachts schlafen.

00:06:15: So wird dich keiner

00:06:16: finden.".

00:06:17: Vor einem Jahr haben sich Aurora's Partner und sie getrennt und er ist aus der gemeinsamen Doppelhaushälfte ausgezogen.

00:06:23: Seitdem kümmert sich Aurora allein um die Kinder.

00:06:25: Morgens bringt sie sie weg, verdammt zum Salon wo sie als Friseurin und Kosmetikerin arbeitet.

00:06:30: Nachmittags unternehmen die drei meistens noch etwas – Aurora versucht so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern zu verbringen!

00:06:36: auch wenn sie nach der Arbeit schon immer total kaputt ist.

00:06:40: Denn um den Lebensstandard zu halten, den ihre Kinder gewohnt sind arbeitet sie seit der Trennung deutlich mehr Stunden.

00:06:46: ein Krankenhausaufenthalt passt da gerade gar nicht in ihr Leben rein.

00:06:49: Aurora weiß aber auch dass das wohl das vernünftigste wäre.

00:06:54: Zwei Wochen später, im Juni-sieh.

00:06:56: bringt sie ihre Kinder zu deren Vater und fährt zum städtischen Krankenhaus in Gütersloh.

00:07:01: Dort wird ein MRT von ihrem Kopf gemacht und den Ärzt anderen fällt eine Stelle auf dem Scan auf.

00:07:06: Es könnte sich dabei um etwas Ernstes handeln, sagen Sie – einen Anzeichen für einen Schlaganfall oder Epilepsie oder sogar Hürntumor!

00:07:14: Für eine richtige Diagnostik ist das Krankenhaus aber nicht gut genug ausgestattet, sagen die Ärztinnen.

00:07:19: Doch es gibt eine Klinik nur zwanzig Minuten entfernt, die eine renommierte neurologische Station hat – das evangelische Klinikum Betel in Bielefeld.

00:07:28: Aurora wird noch am selben Tag verlegt.

00:07:31: Besorgt oder nervös ist sie nicht!

00:07:33: Schicksalsschläge sind ihr nicht fremd.

00:07:35: Erst vor ein paar Monaten hat sie ihre Mutter verloren.

00:07:37: Sie weiß also dass das Leben manchmal Prüfungen für sie bereithält….

00:07:41: Doch was sie dort im Klinikum erwartet, darauf ist sie nicht vorbereitet.

00:07:46: Im evangelischen Klinikum Betel angekommen bekommt Aurora ein Einzelzimmer in der Neurologie.

00:07:51: Am Nachmittag ist direkt ihre erste Untersuchung geplant – eine Hirnwasserentnahme.

00:07:56: Bekleidet mit einem Krankenhauskittel wird ihr das Hirnwasser mit einer großen Nadel über das Rückenmark entnommen während sie bei Bewusstsein ist.

00:08:03: Dabei hat sie schreckliche Schmerzen aber sie beißt die Zähne zusammen.

00:08:06: Es hilft ja nichts!

00:08:08: Danach darf Aurora erst mal nicht mehr aufstehen….

00:08:10: Das könnte sie aber auch gar nicht.

00:08:12: so erschöpft ist, sie.

00:08:13: Sie schafft es gerade so ihren Kopf zu heben um ein Schluck Wasser zu trinken.

00:08:17: Sie erfährt noch an dem Abend das ihr Hirnwasser klar war was die Ärztinnen als gutes Zeichen verbuchen.

00:08:22: Dann schläft sie bald ein.

00:08:24: Plötzlich reißt ein lautes Geräusch Aurora wieder aus ihrem Schlaf.

00:08:28: Jemand ist eben lautstark ins Zimmer gestürzt.

00:08:31: Sie schaut benommen auf die Uhr.

00:08:32: Es ist kurz vor Mitternacht.

00:08:34: Es ist ein Arzt der jetzt auf ihr Bett zukommt.

00:08:37: Ich kann mich halt richtig gut daran erinnern, weil ich tief und fest geschlafen habe.

00:08:40: Und er ins Zimmer wirklich reingestürmt ist.

00:08:44: Ich mich tierisch erschrocken habe und eigentlich kurz davor war dem zu sagen dass es unmöglich finde das man so ins Patientenzimmer kommt um so eine Uhrzeit.

00:08:54: Er sagte dann er müsste einen Zugang legen.

00:08:55: Ich bräuchte halt Flüssigkeit und das war für mich an der Stelle dann auch plausibel, weil man mir ja auch im Vorfeld gesagt hat ich benötige viel Flüssigkeiten nach so einer Untersuchung.

00:09:05: Aurora ärgert es ein bisschen, dass er den Zugang unbedingt so spät legen muss.

00:09:09: Hätte er ihr nicht schon früher Flüssigkeit zuführen können?

00:09:12: Sie hätte lieber weiter geschlafen!

00:09:14: Da denkt sie.

00:09:14: aber wahrscheinlich ist dieser Arzt schon ewig auf den Beinen und hat unglaublich viel zu tun.

00:09:19: Sie hat schon öfter von den brutalen Doppelschichten gehört die Ärztinnen in Krankenhäusern schieben.

00:09:25: Während er versucht den Zugangs zu legen beobachtet Aurora ihn.

00:09:28: Es ist ein jüngerer Assistenzarzt, der ihr von der Visite früher am Tag bekannt vorkommt.

00:09:32: Er hat einen drei Tage Baht und etwas längere Haare.

00:09:35: An seinem Kittel ist ein Namen Schild auf dem Philipp G steht.

00:09:39: Ein bisschen ungeflegt wirkt er, denkt Aurora.

00:09:42: Also er hat den Eindruck gemacht als hätte er es sehr eilig gehabt sehr nervös, war auch so ein bisschen verschwitzt und hat auch zwei bis drei Anläufe gebraucht mir den Zugang überhaupt zu legen.

00:09:54: Und das war für mich so dass ich wirklich gedacht habe meine Güte der es so überarbeitet... Ich weiß nicht ob er das jetzt hier noch hinkriegt mir den zugang vernünftig zu legen.

00:10:04: und dann hat er sich aber letztendlich für die in die armen Beuge entschieden und hat es da nochmal versucht.

00:10:15: Als sie aufwacht, ist es dunkel.

00:10:17: Das Handy zeigt viel umorgens an und sie ist allein.

00:10:19: Sie hat schreckliche Glieder- und Kopfschmerzen!

00:10:21: Und ihr ist so kalt dass er sich anfühlt als würde sie gleich erfrieren.

00:10:26: Als sie in sich herab sieht, ist der Zugang nicht mehr in ihrem Arm.

00:10:29: Er liegt auf dem Boden.

00:10:30: Auf ihrem Kittel ist ein bisschen Blut wahrscheinlich vom Zugang.

00:10:33: Müselig hebt Aurora den Arm und drückt den Knopf der über ihr hängt damit jemand nach ihr schaut.

00:10:39: Die zwei Pflegerinnen, die sich ihre Symptome anhören vermuten, dass sie sich eine Infektion im Krankenhaus zugezogen hat.

00:10:45: Sie verbinden Aurora's Arm und legen eine Wolldecke über sie – und lassen sie wieder allein!

00:10:50: Am nächsten Morgen besucht Auroras Vater sie.

00:10:52: Als sie versucht sich zum ersten Mal aufrecht hinzusetzen, fällt ihr das ungewohnt schwer.

00:10:57: Gleichzeitig merkt sie, dass sich auf Höhe ihres Steißbeins irgendetwas in ihren Rücken bohrt.

00:11:03: Aurora greift hinter sich ins Bett und hält etwas kleines Hartes in der Hand.

00:11:07: Es ist ein Medizinfläschchen.

00:11:09: Durchsichtig, der Deckel aus Metall.

00:11:11: in dem Fläschchchen befindet sich eine milchig-weiße Flüssigkeit.

00:11:15: Auf dem Etikett steht – popofohl klares Einprozent!

00:11:19: Aurora's Vater zückt sein Handy und fotografiert es.

00:11:23: Typisch italienisch besorgter Vater denkt Aurora sich.

00:11:26: Für sie ist das in dem Moment einfach nur ein Medikament, dass irgendjemand vom Personal hier hat liegen lassen.

00:11:32: Kurz darauf kommt eine Pflegerin ins Zimmer.

00:11:36: Hier, das lag in meinem Bett.

00:11:38: Die Pflegerin schaut sie irritiert an und fragt, wo haben Sie das her?

00:11:42: So als hätte Aurora ihr das nicht vor genau einer Sekunde gesagt.

00:11:46: Also wiederholt sie!

00:11:47: Das lag in meinen Bett.

00:11:48: Ich habe mich aufgesetzt dann hatte ich es hinter meinem Rücken liegen.

00:11:52: die Schwester nimmt ihr schweigend das Fläschchen ab und verlässt das Zimmer.

00:11:56: Nachdem Aurora's Vater seinen Besuch beendet hat, ist sie allein mit ihren Gedanken.

00:12:00: Es besorgt sie etwas das sie heute Morgen schon wieder neue Symptome hatte.

00:12:04: Übelkeit und Schwindel ja aber dass sie jetzt auch noch solche Schmerzen hat und ihr kaltes ist es neu.

00:12:09: Ihr Körper scheint aktuell wirklich außer Rand und Band zu sein.

00:12:13: Zu gern würde sie endlich wissen, was mit ihr los ist.

00:12:15: Doch die nächsten Tage im Krankenhaus bieten keine Aufklärung.

00:12:18: Immer wieder neue Tests immer wieder ähnliche Fragen von anderen Ärztinnen.

00:12:23: So wenn der Assistenzarzt Philipp kommt dann freut sich Aurora.

00:12:27: Manchmal kommt er auch einfach nur zum Quatschen!

00:12:28: Dann lehnt er sich an die Fensterbank neben Aurora's Bett und fragt sie über ihr Leben und ihre Kinder aus.

00:12:34: Für sie ist das damals eine nette Abwechslung hat sie uns erzählt.

00:12:38: Ein sehr junger sympathischer Arzt, der auch gut mit den Patienten umgehen konnte und auch so ein bisschen ungewöhnlich war das er halt schon sehr kumpelhaft rüberkommen wollte.

00:12:52: Das kennt man ja eigentlich von den Ärzten nicht ne?

00:12:54: Ich habe einfach nur gedacht es ist ja ein sehr sympathische Arzt der dann wenn er Zeit hat einfach mal kommt und nochmal mit den Patienten so spricht So ein bisschen das Persönliche sucht und auch gesagt hat, ja ist bestimmt nicht einfach mit den Kindern alleinerziehend usw.

00:13:08: Also er hat einem so'n bisschen das Gefühl gegeben ich interessiere mich für den Patienten.

00:13:12: so.

00:13:13: Nach fast vier Wochen im Klinikum Bete ist man in der Neurologie noch immer zu keinem richtigen Ergebnis gekommen.

00:13:19: Tatsächlich sind aurora Symptome aber am Laufe der Zeit verschwunden.

00:13:23: Schwäche Anfälle hatte sie nicht mehr Und diese eigenartige Liderschmerzen kamen auch nicht wieder.

00:13:28: Sie wird entlassen damit sie sich erst mal wieder um ihre Kinder kümmern kann.

00:13:32: Die haben in den letzten Wochen bei verschiedenen Verwandten und ihrem Vater Aurora Sex gewohnt.

00:13:37: Und wollen bestimmt auch endlich mal wieder nach Hause.

00:13:39: Aurora verspricht dem Oberarzt, dass sie wiederkommen wird um noch einmal ein paar Tests zu machen.

00:13:44: Die folgenden sechs Wochen genießt sie ihren Sommer.

00:13:46: Sie fährt mit ihren Kindern baden grillt mit der Familie und Freundinnen und stellt im Garten einen Pool auf.

00:13:52: gesundheitlich geht es ihr in der Zeit gut.

00:13:54: das schlimmste scheint vorbei zu sein.

00:13:57: Anfang September, zwei Tausendneunzehn betritt Aurora erneut das evangelische Klinikum Betel.

00:14:03: Sie ist hier damit man nochmal ein zweites MRT von der seltsamen Stelle ihres Gehirns machen kann.

00:14:08: Wieder ist sie relativ sorglos – genau wie letztes Mal fühlt sie sich hier in guten Händen!

00:14:13: Als sie das vor je betritt, zieht sie direkt ein vertrautes Gesicht.

00:14:16: Der Mann stoppt plötzlich und kommt auf sie zu….

00:14:19: Ach du schon wieder hier?

00:14:21: Es ist der Assistenzarzt Philipp vom letzten mal.

00:14:24: Aurora wundert sich ein bisschen darüber, dass er sie gleich erkennt.

00:14:27: Er muss in der Zwischenzeit doch unzählige Patientinnen gehabt haben.

00:14:31: Aber irgendwie passt es auch zu ihm – er mit seiner herzlichen Art!

00:14:34: Dann sehen wir uns ja nachher noch, sagt er und geht.

00:14:38: In dem Zimmer das Aurora diesmal beziehen soll liegt schon jemand eine Frau Mitte vierzig, die ist Apothekerin.

00:14:44: Gegen Abend kurz vor dem Schlafengehen als Aurora ihren Pyjama trägt kommt sie mit ihr ins Gespräch.

00:14:49: Die beiden finden sich sympathisch.

00:14:51: Während die beiden plaudern, geht plötzlich die Tür auf und der Assistenzarzt Philipp platzt herein.

00:14:56: Er geht auf Aurora's Bett zu und erklärt sie müsse einen Zugang bekommen weil sie morgen ins MRT kommt.

00:15:02: Das kann doch nicht wahr sein.

00:15:03: denkt sie Schon wieder?

00:15:04: macht er das so spät?

00:15:05: Diesmal kann sich ein Kommentar nicht verknifen.

00:15:08: Sie haben immer sehr unangenehme Uhrzeiten für solche Dinge.

00:15:12: Die Bettnachbarin will wissen ob auch sie morgen endlich in den MRT komme, sie warte nämlich schon länger darauf.

00:15:17: Der Assistenzarzt antwortet, sie bekommen auch gleich einen Zugangs.

00:15:21: Aurora hat uns erzählt, dass der Arzt dann ihren Arm desinfiziert und die Nade angesetzt hat.

00:15:27: Nur dann kann ich mich nur daran erinnern das geradeaus also quasi zwischen mir zwischen meinem Bett und dem Bett meiner Bett Nachbarin war an der Wand gegenüber ein Schrank Und dieser Schrank hat sich einfach komplett gedreht.

00:15:42: Also das ganze Zimmer hat sich quasi einmal gedreet und dann habe Ich nur zu ihm.

00:15:46: also ich hab nur noch geschafft zu sagen was haben sie mir gegeben?

00:15:49: es dreht sich alles Und dann war ich auch schon weg.

00:15:52: Es ist der nächste Morgen, als Aurora aufwacht.

00:15:54: Als sie langsam zu sich kommt versucht sie sich zu erinnern wie sie gestern eingeschlafen ist aber irgendwie fehlt ihr ein Stück.

00:16:01: Wie der Arzt abends das Zimmer verlassen hat weiß die zum Beispiel gar nicht mehr.

00:16:05: Die Apothekerin sitzt schon auf der Kante ihres Bettes und sieht dabei irgendwie fertig aus.

00:16:10: findet Aurora Was war denn gestern Abend?

00:16:13: Er hat mir den Zugang gelegt Aber ich habe keine Erinnerung mehr sagt Aurora in ihre Richtung.

00:16:18: Und dann sagte sie, ja du hast dein Bewusstsein verloren und ich habe ihn auch direkt gefragt was mit dir ist aber er sagt du würdest so auf Nadeln reagieren.

00:16:26: Und dann ist er auch zu mir rüber gekommen hat mir den Zugang gelegt und ich weiß ab da gar nichts mehr und dann in dem Moment ist bei mir eigentlich wirklich so der Groschen gefallen wo ich gedacht habe alle Alarmglocken waren an Aurora muss an den letzten Krankenhausaufenthalt denken, dass der Assistenzarzt auch so spät reinkam um ihr einen Zugang zu legen.

00:16:48: Und dann lag ja dieses Fläschchen in ihrem Bett.

00:16:50: Aurora hat auf einmal ein ganz komisches Gefühl.

00:16:54: Dann habe ich ihr das halt erzählt und hab mich gesagt weißt du irgendwie ist es komisch ne?

00:16:58: Ich war vor ein paar Wochen schon mal hier und dann habe ich dir das halt erzählt.

00:17:02: und dann hab' ich auch gesagt ich hab im Wettteilten Propofolfläschchen gefunden.

00:17:10: Ja, Laura und ich und bestimmt auch viele die hier zuhören wissen sehr genau was das ist.

00:17:15: Abgesehen von unserer Freundschaft und Arbeit verbindet Laura und mich auch eine gesundheitliche Vorgeschichte durch die wir immer wieder Eingriffe oder UPs hatten, die mit Propofol eingeleitet wurden.

00:17:25: Und jetzt so an sich sind Laura und Ich große Fans.

00:17:29: weiß ich diese paar Sekunden bevor man dann wegdriftet, so gut anfühlen und wenn man dann noch irgendwie eine nette Ärztin hat oder ne nette Pflegerin die erzählt einem dann noch was Schönes.

00:17:39: Oder sie sagen dann denken Sie jetzt an etwas Schönes?

00:17:41: Und irgendwie ich weiß auch nicht wir lieben das!

00:17:43: Und ihr hört damit schon Propofol ist ein Narkosemittel dass schnell wirkt und auch ne kurze Halbwertzeit hat.

00:17:48: also es wird schnell wieder abgebaut.

00:17:50: Das kann bei verschiedenen Eingriffen benutzt werden.

00:17:52: Also ich hatte das auch schon mal bei einer Magenspiegelung aber das wurde auch benutzt um diese Dierung bei meiner großen OP einzuleiten die ich da in meinem Arm hatte.

00:18:01: Wie das wirkt, hängt immer so ein bisschen auch von der Dosierung ab.

00:18:03: Bei höherer Dosierung wirkt es halt betäubend bis zur Bewusstlosigkeit natürlich.

00:18:08: Damit können aber natürlich auch Nebenwirkungen einherkommen.

00:18:10: also mir ist zum Beispiel danach immer wahnsinnig kalt.

00:18:13: nach meiner Arm-OP bin ich aufgewacht da hatte ich so eine Art Laubleser unter der Decke der halt warme Luft an mich ran gepustet hat.

00:18:21: Ich kann mich daran gar nicht mehr erinnern aber offenbar habe ich mich im Dämmer zustand sehr darüber beschwert dass es so kalt war Und das kommt halt wegen des Blutdruckabfalls.

00:18:29: Auch eine Nebenwirkung davon können Kopf- und Liederschmerzen sein, man kann aber auch Muskelkrämpfe bekommen.

00:18:34: Atemdepression ist ein Ding also verlangsamte oder aussetzende Atmung bei meiner letzten Portion.

00:18:39: Das war keine richtige OP.

00:18:41: Da hatte die Behandelnde Ärztin meine Begleitung dazu angehalten mich im Aufwachraum regelmäßig am Fuß anzustupsen und so bisschen zu ärgern.

00:18:49: Sie sagte damit sie Frau Graser daran erinnern dass sie atmen soll.

00:18:54: Und deswegen, weil das passieren kann, wird Propofol bei hoher Dosierung natürlich auch immer gut überwacht.

00:18:59: Bei so OPs dann ja auch mit einem Anästhesisten oder einer Anäesthesistin.

00:19:03: Bei wem das nicht so war und deswegen hat Propofolle auch irgendwie eine traurige Berühmtheit erlangt ist Michael Jackson.

00:19:09: der hatte zwei Tausendneuen vor seiner Comeback-Tour enorme Schlafprobleme und bat seinen Arzt dann ihm Milch zu geben.

00:19:16: Das war sein Spitzname für Propofohl was er regelmäßig bekommen hat.

00:19:20: Der Arzt spritzte ihn dann eine Kombination aus Lidokain Das ist ein Mittel gegen Herzrückmusterung und Propofol.

00:19:27: Und Michael Jackson hörte kurz darauf auf zu atmen, starb dann später im Krankenhaus in Los Angeles... ...und tatsächlich war die Todesursache, die Propofoll-Wirkung ohne Überwachung!

00:19:39: Ihr seht es an dem Fall Michael Jackson und aber vielleicht auch ein bisschen an meiner Begeisterung, die ich für Propofol aufbringen kann.

00:19:46: Das Zeug hat ein psychisches Abhängigkeitspotenzial.

00:19:49: ja das ist natürlich besonders problematisch bei Personen die Zugang dazu haben also im Krankenhausbereich zum Beispiel.

00:19:55: diese mögliche Abhängigkeit die durch Propofool entsteht ist aber nicht das einzige Problematische an dem Medikament.

00:20:03: Aurora's Bettnachbarin, die Apothekerin erklärt ihr jetzt das Propofol nämlich auch als Vergewaltigungsdroge eingesetzt wird.

00:20:10: Aurora beschleicht in dem Moment eine ganz schlimme Ahnung, irgendetwas stimmt hier nicht.

00:20:16: Zweimal kommt der selbe Arzt rein und zweimal kann sie sich nicht erinnern wie sie eingeschlafen ist.

00:20:21: was wenn der Arzt sie narkotisiert hat um irgendwelche Fotos von ihr zu machen um sie dann auf irgendwelchen Pornoseiten hochzuladen.

00:20:28: Aurora und ihre Bettnachbarin sind beide schwer beunruhigt, sich über eine Sache einig.

00:20:33: Sie müssen jetzt mit jemandem vom Krankenhaus darüber

00:20:36: sprechen.".

00:20:37: Nicht viel später kommt die leitende Pflegekraft ins Zimmer.

00:20:41: Als sie beiden Frauen ihr damals davon erzählt haben hat sie sie unglaublich angeschaut, hat Aurora uns erzählt.

00:20:56: Es dauert nicht lange, da betritt dann auch der Oberarzt mit dem Namen Beuge den Raum.

00:21:01: Aurora erzählt ihm noch mal alles im Detail von dem Assistenzarzt Philippe, der zweimal später reinkam vom Gedächtnislücken und vom Propofolflaschieren das sie bei ihrem ersten Besuch fand.

00:21:12: Er war wirklich geschockt hat mir auch gesagt nein Sie haben vollkommen recht dass es hier nicht der gewohnte wie sagt man das denn?

00:21:18: Die gewohnte Arbeitsweise so, das ist sehr besorgniserregend was Sie da erzählen und ich werde sofort mit dem Chefarzt darüber sprechen.

00:21:26: Dann verlässt der Oberarzt Beuge den Raum.

00:21:29: Aurora hat das Gefühl einen begründeten Verdacht zu haben.

00:21:33: Aurora nutzt die Zeit in der sie und ihre Bettnachbarin allein sind um ihre Familie am Telefon zu informieren was passiert ist.

00:21:39: Etwa eine dreiviertel Stunde vergeht.

00:21:41: dann kommt er Oberarzbeuge wieder ins Zimmer.

00:21:44: Nach ihm betritt eine weitere Person den Raum.

00:21:47: Es ist aber nicht etwa der Chefarzt, wie Aurora es erwartet hat.

00:21:50: Es ist der Assistenzarzt Philipp Gehe.

00:21:53: Aurora kann nicht fassen dass das gerade passiert!

00:21:56: Wie kann der Oberarzt ernsthaft jetzt den Mann mitbringen?

00:21:59: Der offenbar sie und eine weitere Frau narkotisiert hat.

00:22:03: Aurora ist regelrecht entsetzt über das Vorgehen Und dann sagte der Herr Oberarzt direkt, ja wir haben jetzt noch mal intern gesprochen und nochmal geguckt und geprüft.

00:22:13: Aber es hatte so alles seine Richtigkeit.

00:22:15: sie haben ihr Bewusstsein wahrscheinlich verloren weil die Temperatur der Kochsalzlösung nicht ganz passend war.

00:22:20: das tut uns an der Stelle leid.

00:22:22: Ich habe nur gedacht so was ist ein Scherz.

00:22:25: also ich hab in dem Moment wirklich gedacht die wollen dich jetzt richtig verarschen auf gut Deutsch gesagt.

00:22:32: Dann wurde er dann schon gleich so ja so ein bisschen patsig halt.

00:22:36: Die Erklärung soll also sein, die Kochseitslösungen zum Spülen der Zugänge habe nicht die richtige Temperatur gehabt.

00:22:43: Zugänge werden halt immer mal wieder durchgespült damit sie offen bleiben.

00:22:46: so verhindert man dass sie verstopfen oder das Luft hinein kommt.

00:22:49: außerdem verringert dass sich die Chance Bakterien festsetzen ist jetzt die Lösung.

00:22:53: aber zb viel zu kalt können manche Menschen darauf tatsächlich sehr empfindlich reagieren und es ist auch möglich dass man so dann kurz das Bewusstsein verliert.

00:23:02: Aber sollte das bei ihr so gewesen sein, merkt Aurora an.

00:23:06: Dann hätte er sie doch nicht einfach auf dem Bett liegen gelassen und wäre dann zur Bettnachbarin

00:23:10: gegangen.".

00:23:11: So hatte die das aber berichtet!

00:23:14: Die Erklärung des Oberarztes Beuge macht Aurora plötzlich richtig wütend.

00:23:18: Will man sich hier für dumm verkaufen?

00:23:20: Sie hatte dem Oberarz ja auch schon vom ersten Mal erzählt, als Philipp G. spät in ihrem Zimmer war und von den Propofolfläschchen.

00:23:27: Und eben schien der Oberarzen noch ernsthaft besorgt darüber – jetzt spielt das anscheinend keine Rolle mehr!

00:23:33: Sie fragt ihn gerade heraus was sich in der Zwischenzeit bitte geändert hat.

00:23:37: Ob der Chefarzt ihm etwa aufgetragen habe, den beiden diese Geschichte aufzutischen, fragt sie.

00:23:43: Dann schaltet sich Philipp G. ein und erklärt zunächst, dass sie offenbar generell so auf Spritzen reagiere behauptet dann aber wenig später das Sie gar nicht ohnmächtig gewesen sei sondern dass die beiden noch miteinander gesprochen hätten als er das Zimmer verlassen habe.

00:23:57: Also ihr hört es da ging in dem Moment ganz viel durcheinander an Erklärung.

00:24:01: So hat es uns auch Aurora erzählt.

00:24:05: Ein Gestammel, also da hatte ich... Ich hatte keinen Menschen vor mir stehen.

00:24:08: Der irgendwie so eine Autoritätsperson die mir wirklich Frage und Antworten vernünftig von sich gibt sondern es war ein Gestammeln Es war ein nervöses Auftreten Es war schnelles Reden.

00:24:20: Also jeder der jetzt auch nichts von mitgekriegt hätte gemerkt dass dieser Arzt sich gerade komplett in Ausreden verstrickt Und das die ganze Version überhaupt gar nicht zueinander passt Auch der Bettnachbarin, der Apothekerin wird das alles zu bunt.

00:24:37: Nein sie habe doch gesehen dass Aurora bewusstlos war und dann habe er ihr auch noch einen Zugang gelegt.

00:24:42: und auf Sie können sich danach an nichts mehr erinnern!

00:24:46: Sie hören doch auch, dass er sich gerade in Ausreden verstreckt", sagt Aurora zum Oberarzt.

00:24:51: Aber der hat offenbar genug denn Aurora und ihre Bettnachtbarinnen bekommen keine weiteren Erklärung – auch nicht für die Symptome, die sie hatten nachdem sie wieder aufgewacht waren und dafür, dass ihre Erinnerungen abgerissen

00:25:02: ist.".

00:25:03: In dem Moment habe ich den Oberarzt John darauf hingewiesen, spätestens jetzt wo man sie als Patientin darüber in Kenntnis setzt sind Sie ja in der Pflicht etwas zu unternehmen.

00:25:13: Ich sagte das wird auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben und er fragte nur was ich denn machen wollen würde und dann mich gesagt dazu werde ich Ihnen nichts sagen.

00:25:21: Also da war es eher so ein bisschen unfreundlich.

00:25:23: also es war schon wie ein Streitgespräch was an dieser Stelle stattgefunden hat Und dann haben die halt das Zimmer verlassen und es kam auch irgendwie kein Angebot.

00:25:31: Es kam halt wirklich gar nichts.

00:25:34: Aurora's Bettnachbarin ist in dem Moment alles zu viel, sie sagt sie will sich nicht mit dem Krankenhaus anlegen.

00:25:40: Aurora hingegen beschließt sich nicht so schnell abfrühstücken zu lassen.

00:25:43: Sie ruft ihren Vater an.

00:25:44: er soll sie abholen.

00:25:46: eine Pflegerin bittet sie ihre Entlassungspapiere fertigzumachen.

00:25:49: Kein Moment wird sie noch länger hier bleiben.

00:25:52: Als ihr das Krankenhaus verlässt, ist sie wütend und entschlossen.

00:25:55: Doch schon bald mischen sich noch andere Gefühle darunter.

00:25:59: Aber als ich dann meinen Koffer gepackt hatte mit meinem Vater nach Hause gefahren bin... ...und ich dann zuhause war Kann ich nicht leugnen, dass dann auch erstmal wirklich die Emotion hochgekommen ist und ich wirklich erst mal geweint habe?

00:26:12: Weil ich gedacht hab das darf einfach nicht wahr sein.

00:26:15: Das kann nicht sein!

00:26:17: Wie geht es jetzt weiter?

00:26:18: Wo krieg ich jetzt die nächste Diagnose her?

00:26:20: wie gehe ich jetzt damit um?

00:26:22: Zeige ich den Menschen jetzt an?

00:26:23: zeige ich das Krankenhaus jetzt an?

00:26:25: geht man zur Polizei?

00:26:27: Aurora fühlt sich völlig hilflos, auch weil ihr jetzt bewusst wird dass sie die renommierte Neurologie verlassen hat ohne final zu wissen was wirklich mit ihr los ist.

00:26:35: Sie hat schreckliche Angst das sie jetzt kein Krankenhaus mehr findet das ihr weiter helfen kann.

00:26:40: An dem Tag spricht sie noch lange mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern über Betel.

00:26:44: Sie kommen gemeinsam zum Entschluss.

00:26:47: Am nächsten Morgen geht Aurora zu ihrem Gynäkologen, um sich untersuchen zu lassen.

00:26:54: Sie tut das weil es zum Ablauf einer Anzeige gehört nicht, weil sie wirklich damit rechnet dass sich körperliche Spuren finden lassen.

00:27:01: Im Behandlungszimmer schildert sie dem Arzt was in der Nacht passiert ist.

00:27:04: Er hat aufmerksam zu und nimmt ihr dann ihre Sorge In ihrem Fall sei keine Untersuchung nötig.

00:27:11: Eigentlich brauchen wir keine Vaginaluntersuchungen machen Denn das ist dazu eine Vergewaltigung oder so Geschlechtsverkehr gekommen.

00:27:19: ist es absolut nicht möglich, dafür ist in einem Krankenhaus das Zeitfenster viel zu schmal.

00:27:24: Aurora vertraut auf den Experten und verlässt die Praxis wieder ohne Abstrich.

00:27:28: Später am Tag fährt sie zur Polizeidienststelle nach Bielefeldt und steigt aus ihrem Auto.

00:27:33: Obwohl sie weiß dass sie jetzt das Richtige tun wird, wird ihr plötzlich mulmig zumute... Also ich habe mich wirklich gefühlt wie so ein Sandkorn, so eine kleine Person wie ich geht jetzt und unternimmt da einen riesen Schritt.

00:27:46: Und ich habe mich wirklich alleine gefühlt, ich war unsicher.

00:27:51: Ich hatte auch Angst vor dieser Situation weil ich ja nichts Konkretes benennen konnte und weil man mir vom Krankenhaus das Gefühl gegeben hat dass ich sie nicht alle hätte, dass alles in Ordnung war so ungefähr.

00:28:04: Aber der Kommissar, dem sie alles schildert, wirkt einfühlsam, ernsthaft interessiert, stellt Nachfragen und ist sehr freundlich zu Aurora.

00:28:12: Er bestätigt sie auch in ihrem Gefühl, dass man mit ihr im Krankenhaus nicht richtig umgegangen ist.

00:28:17: Allerdings versetzt er ja auch einen Dämpfer – er sagt das die Dienststelle gerade an einem anderen großen Fall sitzt und es dauern könnte bis sie wieder von ihnen hört!

00:28:26: Als Aurora die Polizeistelle verlässt hat sie das Gefühl jetzt nicht mehr viel machen zu können.

00:28:31: Sie denkt, das wird jetzt schon alle sein geregelten Gang gehen….

00:28:34: Trotzdem stellt sie sich ein paar Tage später bei einer Anwältin vor.

00:28:37: Die beiden einigen sich darauf, dass die Anwaltin Aurora vertreten wird sollte aus der Anzeige irgendwas werden.

00:28:44: In den Wochen danach konzentriert sich Aurora endlich wieder auf sich – auf ihre Familie und ihre Gesundheit!

00:28:49: Denn eine Diagnose steht ja immer noch aus.

00:28:52: In einem anderen Krankenhaus erkennen die Ärztinnen wenig später.

00:28:55: Aurora hatte einen stummen Schlaganfall.

00:28:58: Der hat ihre Ohnmachtsanfälle.

00:29:02: Ein Stummerschlag-Anfall ist so was wie eine kleine Durchblutungsstörung im Gehirn, die jetzt keine typischen Schlaganfallsymptome verursacht.

00:29:09: Deswegen merken auch viele Menschen sowas gar nicht.

00:29:12: Für sich allein kann das dann auch unauffällig bleiben.

00:29:15: So ein stiller Schlaganvall zeigt aber dass die Gefäße im Gehören belastet sind und dadurch steigt dann auch das Risiko für einen späteren echten Schlagan Fall.

00:29:23: Bei Aurora sind sich die Neurologinnen aber sicher, dass sie keine dauerhaften Schäden davon tragen wird.

00:29:28: Aurora ist überglücklich endlich zu wissen, was mit ihr los ist und damit auch nicht mehr ins Krankenhaus zu müssen.

00:29:35: Jetzt kann sie ihr Leben normal weiterleben – und das tut sie!

00:29:38: In den nächsten Monaten lernt Aurora jemanden kennen, sie verliebt sich und zieht gemeinsam mit ihrem neuen Partner und den Kindern weg von ihrer Heimat, die sie vorher nie verlassen hat.

00:29:47: Sie beginnt einen neuen Job, den sie liebt.

00:29:49: Sie ist jetzt Schulbegleiterin für Kinder mit Behinderung.

00:29:52: Aurora genießt die Distanz zu allem, was war — der Trennung vom Ex, dem Tod ihrer Mutter, der Krankheit.

00:29:59: Vor allem von Betel erzählt sie nicht gern.

00:30:02: Sie versucht das, was dort passiert ist zu verdrängen – fast so als hätte es in ihrem neuen schönen Leben keinen Platz!

00:30:09: Und Aurora hofft vielleicht hört sie ja nie wieder etwas davon.

00:30:12: und so vergeht Monat um Monat und das Jahr zehntsend und neunzehn endet.

00:30:16: Es kommt der Winter und dann der Frühling zwanzig.

00:30:20: Aber so still wird es nicht bleiben... Während Aurora ihr neues Leben an einem neuen Ort lebt, sitzt ein Beamter der Polizei am Tag im März von dem Dienstrechner in Bielefeld.

00:30:32: Auroras Anzeige ist zu dem Zeitpunkt bereits sieben Monate her.

00:30:36: Der Polizeibeamte öffnet die Datenbank und tippt den Namen Philipp G. auf die Suchzeile.

00:30:41: Auf dem Bildschirm erscheint ein Treffer – das steht, dass er als Medizinstudent in Kempten war hat die Staatsanwaltschaft Krefeld gegen Philipp G ermittelt wegen sexueller Nötigung.

00:30:52: Eine schwangere Patientin warf ihm vor, sie durch eine Infusion betäubt und anschließend Missbrauch zu haben.

00:30:58: Die Ermittlungen wurden aus Mangel an Beweisen eingestellt.

00:31:01: Dass jetzt drei Jahre später ein ähnlicher Vorwurf gegen ihn erhoben wurde, stimmt den Beamten stutzig.

00:31:06: Damit wird später der Antrag auf einen Durchsuchungsbeschluss begründet.

00:31:11: Im April durchsuchen Polizistinnen Philip G. Spindt im Krankenhaus und seine Wohnung, dort finden sie einiges was Sie einsacken und mitnehmen – Drogen, Medikamente darunter auch Propofol und eine Festplatte.

00:31:24: Über die nächsten Wochen und Monate wird nun ganz genau ausgewertet was Philip G darauf festgehalten hat.

00:31:31: Am Zweizwanzigsten September-Zwz sitzt Aurora gerade auf dem Beifahrersitz als ihr Partner den Wagen auf die Autobahn lenkt.

00:31:38: Ihr Handy klingelt!

00:31:39: Es ist eine unbekannte Nummer.

00:31:41: Aurora geht ran und hat den Polizisten am Telefon, bei dem sie damals ihre Anzeige aufgegeben hat.

00:31:46: Er wolle sie informieren, sagt er zu ihr, dass die Ermittlungen einiges ergeben hätten.

00:31:50: Begutzaum fragt er ob Aurora gerade alleine ist und ob sie im Moment sitze.

00:31:55: Aurora weiß nicht was sie jetzt erwarten wird.

00:31:58: Es sei einiges an Bildmaterial von ihr gefunden worden, fährt der Kommissar fort.

00:32:02: Er wollte Aurora vorwahren damit sie das nicht morgen aus der Presse erfährt Denn Philipp Gehe wurde vor kurzem verhaftet.

00:32:08: Die Polizei Bielefeld hat einen Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet.

00:32:13: Der Vorwurf Körperverletzung aufgrund nicht indizierter Medikamentenvergabe Ja ich war geschockt, Bildmateriale ne?

00:32:20: Was fängt man da mit an?

00:32:20: also was heißt das Bildmatterial.

00:32:22: wurden Bilder von mir gemacht.

00:32:24: Was wurden für Bilder gemacht?

00:32:26: Wo kann man die Bilder sehen, sind sie jetzt im Internet, im Darknet unterwegs.

00:32:31: Das hat mich schon schwer

00:32:32: gepackt.".

00:32:33: In dem Moment ist es als hätte sich ein Schleier gehoben.

00:32:36: Es gibt Aurora zwar endlich Klarheit aber darunter ist auch etwas zum Vorschein gekommen das Sie eigentlich nicht sehen wollte.

00:32:44: Der grausame Verdacht, den sie die ganze Zeit mit sich herumgetragen hat, hat sich bestätigt.

00:32:48: Philipp Gehm hat ihre Kontrolle ausgeschaltet und sie in einen Zustand gebracht, indem sie ihren eigenen Körper nicht mehr schützen konnte.

00:32:56: Während sie wehrlos war, hat er offenbar Fotos von ihr gemacht – jemand der eigentlich Verantwortung tragen sollte.

00:33:02: Nachdem sie aufgelegt hat, schreibt Aurora in die Chat-Gruppe, die sie mit ihren beiden Schwestern hat.

00:33:07: Sie fragt ob sie morgen eine Zeitung kaufen können?

00:33:10: Sie muss wissen was da in der lokalen Presse steht!

00:33:13: Als Aurora an diesem Abend ins Bett fällt, fällt es ihr schwer einzuschlafen.

00:33:17: Sie muss die ganze Zeit daran denken was da wohl in der Zeitung stehen wird.

00:33:22: Am nächsten Morgen schicken Aurora Schwestern ihre mehrere Fotos zu darauf die Texte aus Regionalzeitungen.

00:33:28: Aurora beginnt zu lesen.

00:33:30: innerlich glaubt sie auf das was da steht eigentlich vorbereitet zu sein doch als sie über die Zeilen fliegt wird er plötzlich klar.

00:33:36: Was passiert ist ist viel schlimmer als alles was sie sich vorgestellt hatte.

00:33:42: Ihre Augen treffen auf die Worte Videomaterial und Vergewaltigung.

00:33:46: Da steht, es gab eine Patientin, die zweimal im Klinikum Betel war, die beide Male vergewaltigt und dabei gefilmt wurde – genau wie ihre Bettnachbarin.

00:33:56: Schreiben sie da etwa von ihr?

00:33:58: Von Vergewaltung hatte der Polizist nicht gesprochen genauso wenig von Videos, die von ihr gemacht wurden.

00:34:03: Außerdem hatte der Gynäkologe doch gesagt das ist ausgeschlossen sei dass ihr sowas im Krankenhaus passiert sein könnte!

00:34:10: Aurora fühlt sich in dem Moment völlig betrogen.

00:34:13: Er fährt sie gerade ernsthaft aus einem schlecht abfotografierten Artikel, dass Sie und Ihre Bettnachbarin von Philipp G. vergewaltigt wurden?

00:34:21: Das war für Sie ein totaler Schock hat sie uns erzählt!

00:34:24: Also da ist eigentlich alles erstmal so zusammengebrochen wie so'n Kartenhaus.

00:34:27: Erst mal der Schock, so zu erfahren das einem sowas passiert ist... Dann der Ekel, der da entstanden ist weil du ja dein Körper bis dato immer nur irgendwem gegeben hast, dem du es geben wolltest.

00:34:42: Das heißt mit meinem Einverständnis und dann das erste Mal im Leben so etwas auf dich zukommt, so eine Nachricht wo jemand sich an deinem Körper bedient hat ohne dass du davon wusstest, ohne dass zu deine Zustimmung dafür gegeben hast Und dann aber parallel auch so ein Wut, dass ich es nicht wert bin Dass man mich anruft und dass man mich davon in Kenntnis setzt.

00:35:07: Als sie zumindest wieder einigermaßen klare Gedanken fassen kann, ruft Aurora die Anwältin an.

00:35:12: Bei der sie schon einmal vor einem Jahr war.

00:35:15: Ihr Name ist Stefanie Höcke.

00:35:17: Sie erinnert sich noch heute genauer an Auroras Worte damals.

00:35:21: Dass der Haftbefehl dann die Presse gespielt worden sei und dementsprechend würde sie das wahrscheinlich morgen lesen.

00:35:26: Und das war eben das was auch wahnsinnig heftig war für sie.

00:35:30: Stephanie Höcke ist Rechtsanwältin für Strafrecht und Fachanwaltin für Familienrecht.

00:35:35: Sie vertritt häufig Frauen, die als Nebenklägerin auftreten oft in Verfahren wegen Sexualdelikten – so wie demnächst wohl auch Aurora.

00:35:43: Höcke is zu dem Zeitpunkt bereits informiert aus Presse und von der Polizei.

00:35:47: Sie bittet Aurora in die Kanzlei zu kommen.

00:35:49: Zwei Kommissarinnen wollen dort darüber mit ihr sprechen was genau passiert ist.

00:35:57: Er wartet im Auto, während sie wenig später eine Bürogemeinschaft in einer Einfamilienhaussiedlung betritt.

00:36:02: Stefanie Höcke bittet sie in einen kleinen Konferenzraum – damit es steht ein Tisch mit vier Stühlen – darauf liegen Stapel von Akten.

00:36:09: An einer Wand steht ein Bücherregal am Tisch zum schon die beiden Polizistinnen.

00:36:14: Höcke und Aurora setzen sich ihnen

00:36:16: gegenüber.".

00:36:23: gar nicht herzlich und auch nicht so, dass sie mir das Gefühl gegeben haben.

00:36:28: Wir sagen ihnen jetzt gleich was, was wirklich nicht schön ist.

00:36:30: Wir haben tiefstes Mitgefühl sondern es war halt so ein... wir tun hier gerade unsere Pflicht.

00:36:35: ich habe mich überhaupt nicht wohl

00:36:37: gefühlt.".

00:36:38: Die Polizistinnen erklären Aurora nochmal das Videoaufnahmen von ihr gemacht wurden Und dass Sie sie darüber aufklären müssen was darauf zu sehen ist.

00:36:45: erinnert sich Stefanie Höcke?

00:36:47: Das war sehr umso Riggerus will ich mal sagen, wie man hier sagte so wir haben jetzt Videos.

00:36:52: Also du kannst dir die Videos angucken, du kannst Videosequenzen dir angucken.

00:36:56: Du kannst dir dann Fotos davon angucken einzelne Ausschnitte aus dem Video oder wir können dir sagen was und Detail passiert

00:37:03: ist.".

00:37:04: Aurora weiß in dem Moment dass sie auf gar keinen Fall die Videoaufnahmen sehen will.

00:37:08: Sie ist sich sicher das sie die Bilder wohl nie vergessen und ihr Leben lang Flashbacks davon bekommen würde.

00:37:14: Deshalb entscheidet Aurora dass sie nur von den Beamten hören will was auf den Videos zu sehen ist.

00:37:19: Die eine Polizistin öffnet eine Akte.

00:37:21: Sie sagt, Aurora wurde am achtundzwanzigsten siebten zwei Tausendneunzehn und am zweiten neunten zweitausend neunzehnt vergewaltigt also in beiden Nächten, in denen Philipp Gehe spät hereinkam und ihr einen Zugang gelegt hat.

00:37:32: damit hat aurora ist nun schwarz auf weiß.

00:37:34: die beiden Unmachtsanfälle im Krankenhaus hatten nichts mit ihrem stummen Schlaganfall zu tun.

00:37:40: dann beginnt die Polizisten ein Videoprotokoll vorzulesen.

00:37:43: man hat mir halt vorgelesen dass es halt um eine schwerwiegende Vergewaltigung ging oder geht schwerwiegend im Sinne von, es ist auf eine absolut ganz schlimme Art und Weise passiert.

00:37:56: Und die Sprache war auch von einer oralen Vergewaltigung also nicht nur vaginal sondern auch oral und teilweise dass der sehr vorbereitet gewesen ist und Mundstücke verwendet hat das er nicht verhütet hat.

00:38:13: Aurora hört von einer widerlichen Handlung nach der anderen.

00:38:17: Die eigentlichen Videoaufnahmen sind gar nicht mehr nötig, denn Aurora sieht in diesem Moment die abstoßenen Bilder vor ihrem inneren Auge.

00:38:25: Und das war halt etwas wo ich in dem Moment gedacht habe.

00:38:28: Ich wusste nicht ob ich aufstehe und rausgehe Ob mein Körper gelehmt ist?

00:38:32: Ob ich anfange zu brechen?

00:38:33: Ob sich nur weinen muss.

00:38:36: Also was ich verspürt hab war natürlich ein riesengroßer Ekel.

00:38:41: Aurora fühlt alles und nichts zugleich.

00:38:44: Das Gespräch ist an der Stelle für sie vorbei, Sie kann sich nicht mehr konzentrieren, nichts mehr denken.

00:38:50: Nachdem sie sich so weit gefasst hat dass sie wieder ihre Beine benutzen können verlässt ihr den Raum das Büro setzt sich zu ihrem Partner ins Auto und will einfach nur weg.

00:38:59: auf dem Weg nach Hause denkt sie noch an Niederträchtigkeit?

00:39:02: ist es wirklich kaum noch zu überbieten?

00:39:04: Das soll DER Assistenzarzt getan haben, der an ihrem Fensterbrett gelehnt und sie freundlich über ihr Leben ausgefragt hat?

00:39:11: Wie sehr man sich doch in Menschen täuschen kann.

00:39:14: Aber selbst Menschen die Philipp G. weit besser kannten als Aurora bekamen offenbar nur das zu sehen was er ihnen zeigen wollte.

00:39:22: Die, die ihn über Jahre erlebt haben beschreiben ihn als sympathisch, freundliche und auch angenehm im Umgang.

00:39:28: Während seines Medizinstudiums, das er nach dem Abitur zunächst in Marburg beginnt und dann später an Rostock fortsetzt, lebt er in verschiedenen Leges.

00:39:36: Dort gilt da als jemand der gerne feiert und für unterwegs ist.

00:39:38: Er engagiert sich politisch, besucht Demonstrationen und bewegt sich in linken studentischen Kreisen.

00:39:44: Gleichzeitig fällt einigen auf dass er trotz seiner Offenheit kaum persönliches von Sachpreis gibt.

00:39:49: über seine Familie spricht er kaum nur dass seine Eltern sich früh getrennt haben.

00:39:54: Neben dem Studium spielt er Bass in einer Indie-Band und arbeitet auf zehntausend elf Zeitweise als Fahrer für internationale Musikerin und Musiker.

00:40:03: Er scheint das laute und trugereiche Umfeld zu mögen, verbringt viel Zeit auf Festivals oder mit Freundinnen und Freunden in der Musikszene.

00:40:11: Sein praktisches Jahr absolviert Philipp G. unter anderem im Hospital zum Heiligen Geist im Campen.

00:40:17: Dort kommt es im August, dann zu dem ersten schwerwiegenden Vorwurf, den der Polizist später nach Europas Anzeige in seine Akte sieht.

00:40:26: Eine schwangere Patientin berichtet, dass er ihr etwas gespritzt habe, worauf sie sofort das Bewusstsein verlor.

00:40:32: Sie schildert, dass sie im Anschluss des Gefühl hatte, jemand berühre ihren Körper und dass sie ein Geschlechtsteil in ihrem Gesicht spürte.

00:40:40: Die Klinik informiert daraufhin die Polizei, die auch DNA am Gesicht der Patienten sichert Und diese DNA, die stammt auch nachgewiesener Weise von Philipp Gehe.

00:40:49: Allerdings kann das nicht als eindeutiger Beweis für eine Straftat gewertet werden weil man am Ende nicht sagen kann ob die DNA über das Geschlechtsteil dahin gekommen ist oder vielleicht über seine Finger.

00:40:58: Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren im Oktober.

00:41:04: Inzwischen geht man davon aus, dass auch diese Patientin Opfer geworden sein könnte.

00:41:09: Nach dem Studium zieht Philipp G. um und arbeitet zunächst in Camden-Weiter.

00:41:13: Im Februar of two thousand eighteen beginnt er eine Stelle als Assistenzarzt im evangelischen Klinikum Betel in Bielefeld.

00:41:19: Dort lebt er dann in der MännerwG, tut in seiner Freizeit mit einem VW-Bus durch Deutschland und besucht Festivals.

00:41:25: Auch unter seinen Kolleginnen und Kollegen gilt er als freundlich hilfsbereit und beliebt.

00:41:30: Mit seiner Ex-Freundin schreibt er in dieser Zeit darüber, wie sehr ihm die Arbeit in der Klinik belaste und überfordere.

00:41:36: Er müsse verrücktesidieren, die sonst nachts auf der Station herumlaufen, schreibt aber auch dass er seinen ganz persönlichen Umgang mit dem Krankenhaus Stress gefunden habe.

00:41:46: Zitat Ich habe mir die Umgebung quasi so geschaffen das ich sie aushalten kann.

00:41:52: Und jetzt wo klar ist was Philipp G. Aurora angetan hat bekommt dieser Satz eine grausame neue Bedeutung.

00:41:59: Drei Tage nach dem unangenehmen Treffen mit den zwei Polizistinnen trifft sich Aurora wieder mit ihrer Anwältin Stephanie Höcke in deren Büro, in der Kanzlei.

00:42:08: Höcke will Aurora schon mal darauf vorbereiten was sie jetzt alles erwartet wenn ein Verfahren gegen Philipp G eröffnet wird.

00:42:14: Die RechtsanwältIn erklärt ihr Ersitze selbst in U-Haft das heißt dass innerhalb von sechs Monaten das Verfahren eröffnete werden muss.

00:42:21: Sie erklärt dass Aurora sich schon einmal mental darauf vorbereitet solle Dass sie ihre Aussage in Anwesenheit von Philipp G machen muss.

00:42:28: Nach gerade mal fünf Minuten geht dann plötzlich die Bürotür auf, erinnert sich Stefanie Höcke.

00:42:33: Und dann war es echt so schräg und wir sitzen da grad voneinander.

00:42:36: wie geht's jetzt weiter?

00:42:38: Und just in dem Moment kommt mein Kollege rein hält mir so das Handy hin.

00:42:42: Höcke schaut auf den Bildschirm.

00:42:44: mehr als ein O bringt sie nicht raus nachdem sie gelesen hat was dort steht.

00:42:48: Sie dreht Aurora das Handy zu und die liest Philipp G. hat an Untersuchungshaft Suizid begangen.

00:42:54: Hinterlassen hat er vierundzwanzig handgeschriebene Abschiedsbriefe an Menschen aus seinem Umfeld.

00:42:59: Dann hat er sich selbst stranguliert.

00:43:02: Ich weiß noch, Ihre erste Reaktion war nur, boah wie feige so ein Arschloch!

00:43:06: Jetzt stellt er sich nicht mal zu diesem

00:43:08: Verfahren.".

00:43:09: Auch wenn das die ersten Worte im Effekt sind, die Aurora hervorbringt ist sie nicht wirklich wütend merkt sie.

00:43:15: Was sie tatsächlich in dem Moment gefüllt hat, hat sie uns erzählt.

00:43:20: Geht es darum, was mir passiert ist?

00:43:22: Und ja dieser Mensch hat das getan.

00:43:24: Aber ob er jetzt im Gefängnis sitzt oder ob er sich das Leben genommen hat nämlich also dass er gar nicht mehr lebt da ändert sich für mich

00:43:32: nichts.".

00:43:32: Für die Staatsanwaltschaft und ihre Anwältin Stefanie Höcke jedoch ändert sie damit alles.

00:43:37: Höcke erklärt Aurora, dass das eben Besprochene nun nicht mehr gilt weil ein Verfahren endet sobald der mutmaßliche Täter oder die Täterin tot ist.

00:43:46: Denn gegen Tote kann ich ermittelt werden.

00:43:49: Wie es nun weitergeht, könne sie im Moment nicht sagen.

00:43:51: Sie müsse sich erst sortieren – dann verabschieden die beiden Frauen sich aufs Erste.

00:43:56: In den Wochen danach laufen die Worte der beiden Polizistinnen in Dauerschleife durch Aurora's Kopf.

00:44:01: Jedes Mal begleitet von Wellen von Ekel.

00:44:03: Sie bemerkt sie sich etwas in ihr verschiebt.

00:44:06: Plötzlich hält sie die Nähe ihres Partners kaum noch aus!

00:44:09: Ihr Verstand weiß dass das etwas ganz anderes ist als was ihr unter Betäubung angetan wurde doch ihr Körper reagiert als könnte er nicht unterscheiden und macht einfach

00:44:18: zu.".

00:44:19: Gleichzeitig wird sie ängstlicher.

00:44:20: Für Aurora fühlt es sich so an, als ob die Version von ihr, die sonst zu selbstbewusst auftrat und klar ihre Meinung sagte irgendwie verschwunden ist.

00:44:29: Jetzt meidet sie Männer.

00:44:30: sogar kurze Gespräche machen ihr Angst und sie schickt lieber ihren Partner vor – sogar beim Einkaufen wenn sie wissen will wo was steht!

00:44:37: Am schlimmsten reagiert Aurora auf eine Art Männer nämlich die, die so richtig nett und sympathisch sind.

00:44:44: Sobald jemand superfreundlich ist, zieht sich in Aurora alles zusammen und sie will am liebsten vor der Person fliehen.

00:44:50: Was es an dieser Stelle für mich so auch sehr schlimm gemacht hat, das Vertrauen ist unheimlich kaputt gegangen weil dieser Mensch war ja unheimlig sympathisch und unheimlichen nett und er hatte eine Position... Es war jetzt nicht ein Nachbar oder keine Ahnung, um Busfahrer oder was?

00:45:08: Es war eine Person die dir helfen sollte!

00:45:12: Und das hat Philipp Gehe offenbar ausgenutzt.

00:45:14: Und möglicherweise waren Aurora und ihre Bettnachbarin nicht seine einzigen Opfer, denn vonseiten der Polizei heißt es in diesen Tagen im September, zwanzig Frauen die möglicherweise befürchten ebenfalls Opfer von Philipp Geh geworden zu sein können sich an die Bielefelder Polizei wenden.

00:45:31: Es könnte also noch weitere Opfer geben.

00:45:33: Ob das wirklich der Fall ist ist bisher nicht bekannt.

00:45:35: Aurora hatte eine schlimme Vorahnung, denn immerhin hatte sie im September den Anzeige bestellt.

00:45:42: Und weil so lange nichts geschah, hatte Philipp G noch acht Monate Zeit auf der Station sein Umwesen zu treiben.

00:45:48: Am ersten Oktober, etwa eine Woche nach dem Suizid von Philipp G in U-Haft, sieht sich auch der Chefarzt Wolf Rüdiger Schäbits gezwungen genau dazu Stellung zu beziehen.

00:45:58: In einem Interview mit einer neuen Westfälischen sagt er auf die Frage ob man Philipp G nicht eher hätte stoppen können.

00:46:03: – Zitat Diese Vorwürfe macht sich jeder von uns.

00:46:07: Ich glaube, jeder hier im Haus wünscht sich er hätte den entscheidenden Hinweis geben können, der diese monströsen Taten verhindert oder zumindest beendet

00:46:14: hätte.".

00:46:15: Philipp G. sei nach außen ein Teamplayer gewesen, beliebter Kollege, der andere manipuliert hat und die Abläufe im Krankenhaus kannte.

00:46:22: Dem Team werde mittlerweile vermittelt.

00:46:24: das Zitat da einen krimineller Täter gehandelt hat dessen Werk man nicht hat verhindern können.

00:46:30: Ist das so?

00:46:31: Stefanie Höcke meint, es gab sehr wohl Hinweise die ein Eingreifen erfordert hätten.

00:46:36: Ja, das war schon einfach einmal das Propofohlfläschchen was sie ja beim ersten Aufenthalt im Juni im Bett gefunden hatte.

00:46:44: Das hat sich der Schwester weitergegeben und dann ganz klar dass die dieses Gespräch mit dem Oberarzt hatte und man ihr da gesagt hat, dass es eben eine falsch temperierte Kochsalzlösung gewesen sei, die im Endeffekt verursachte, dass sie sofort unmächtig geworden sei.

00:47:03: Da war er ja schon wohl sehr komisch!

00:47:05: Aber noch etwas anderes lässt Höhe gestützig werden.

00:47:08: In dem Interview behauptet der Chefarzt, dass Aurora und ihre Bettnachbarin nach den Vorwürfen labortechnisch untersucht wurden und der Betäubungsmittelbestand der Klinik überprüft wurde.

00:47:18: Weder Aurora noch Höhe haben je zuvor was davon

00:47:22: gehört.".

00:47:23: Und da haben wir dann gesagt, da müssen wir das weiter überprüfen.

00:47:39: Da müssen die Ermittlungsbehörden auch drauf schauen.

00:47:41: Denn zu dem Zeitpunkt war für mich dann zumindest ja auch klar der Oberarzt wird den Chefarzt informiert haben und man versuchte das einfach nur zu bagatellisieren nichts anderes.

00:47:54: Im Interview des Chefarztes erkennt Höke vor allem einen Zweck.

00:47:57: Für sie wirkt es, wie der Versuch früh eine eigene Version der Ereignisse zu setzen nach der das Krankenhaus durchweg korrekt gehandelt habe.

00:48:05: Ihre Einschätzung nach soll damit verhindert werden dass jemand eine Mitverantwortung beim Klinikum sieht.

00:48:10: Da sie diese Verantwortung jedoch durchaus erkennt erstattet die Anzeige gegen Mitarbeitende des Klinikums Betel.

00:48:17: Also dann war es so, dass wir dann eben relativ zügig Strafanzeige gegen den Chefarzt Oberarzt und das Dinekome startet haben.

00:48:27: Weil wir gesagt haben da müssen weiter ermittelt

00:48:29: werden.".

00:48:29: Nach ihrer Anzeige hat Höke ein Gespräch mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Bielefeld.

00:48:34: Dabei hört sie was eine Staatsanwältin zu ihrer Straf-Anzeige sagt – und in Inhalt dessen kann sie kaum glauben.

00:48:40: Und was das denn jetzt solle, warum ich dann da diese Strafanzeige erstattet habe.

00:48:48: Ich soll doch einfach versuchen mit Betelschmerzensgeld auszuhandeln und dass wäre man doch jetzt in einer guten Position und dann wär die Sache

00:48:55: erledigt.".

00:48:56: In der Stelle wurde es schon deutlich, dass ganz klar versucht wurde, so schnell wie möglich ein Akkendeckel auf das Verfahren zu bringen.

00:49:05: Im Oktober zwanzig bekommt Höke nun auch die Ermittlungsakte über Philipp G., auf die sie eine Weile gewartet hat.

00:49:11: Nun kann sie sich endlich ein Bild davon machen, was alles über die Taten von Philipp G. herausgefunden wurde.

00:49:16: Sie geht davon aus mehr hilfreiche Details zu finden aber was sie dann dort liest entsetzt sie regelrecht.

00:49:23: in der Akte steht dass es Monate gedauert hat die beschlagnahmende Festplatte von Philipp Geh zu entschlüsseln.

00:49:30: Als ist der Polizei gelangen fanden sie darauf eine Tabelle.

00:49:33: Diese Tabelle enthält Namen und Daten, manchmal Telefonnummern oder andere Vermerke.

00:49:39: Auch Auroras Name ist darauf zu finden neben den beiden Daten an denen Philipp Gesi vergewaltigt hat.

00:49:45: Insgesamt sind es Achtzig Einträge – also Achtzig Frauennamen.

00:49:49: In der Speite zu den Namen ist entweder ein Plus- oder ein Minusvermerkt.

00:49:53: Wie Höcke in der Akte sehen kann vermuten die Ermittlenden dass das eine Unterscheidung zwischen einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und Vergewaltigungen unter Narkose sein

00:50:02: soll.".

00:50:02: Zu manchen Einträgen gibt es Videomaterial, in dem Frauen vergewaltigt werden die nicht bei Bewusstsein sind.

00:50:08: Höcke wird klar, Aurora und ihre Bettnachbarin waren nicht die einzigen Opfer von Phillygie im Betel – im Gegenteil, es gibt etliche!

00:50:16: Laut der Akte hat er neunundzwanzig der gelisteten Frauen im evangelischen Klinikum Betel betäubt.

00:50:22: Ja, und das ist ja ein Phänomen von dem wir in letzter Zeit immer häufiger gehört haben.

00:50:28: Nämlich von der chemischen Unterwerfung vor allem im Zusammenhang mit Giselle Pelicot über die wir im Podcast hier auch schon gesprochen haben.

00:50:35: Wie die Anwältin von Aurora Stefanie Höke nun anhand der Akte sieht war die erste Anzeige nicht der einzige Moment, in dem Philipp Geh hätte aufliegen können indem er sich aber nicht hat abbringen lassen.

00:50:47: Hürke findet heraus, dass die neunundzwanzig Frauen, die G. im Klinikum Betel vergewaltigt haben soll in einem Zeitraum zwischen zweizehntin und zweitausend zwanzig fallen – also voraurohrer- und nachaurorahre.

00:51:00: Sie hatte ihn ja zu Jahrzwei-tausendneunzehn angezeigt.

00:51:02: Wenn in einem Krankenhaus, an dem ein Assistenzarzt von zwei Patienten bereits beschuldigt wurde sie unrechtmäßig betäubt zu haben danach jener Arzt weiterhin reinweise Frauen auf der Station narkotisiert und vergewaltet Dann kann da was nicht stimmen.

00:51:17: Angeblich soll es keine weiteren Meldungen zu Philipp G. gegeben haben?

00:51:22: Als Stefanie Höcke sich die Namen der Frauen ansieht, sorgt sie sich.

00:51:26: Denn manchen von ihnen steht das, was Aurora bereits hinter sich gebracht hat erst noch bevor – so wie Melanie.

00:51:33: Melanie hat ihren Klinikaufenthalt in Betel im Dezember-Zweiterundneunzen.

00:51:37: Sie ist hierbei unter extremen Kopfschmerzen leidet und manchmal doppelt sieht... Auch sie wird nachts durch den Assistenzarzt Philipp Geh geweckt.

00:51:44: Er berührt mit seiner Hand ihre Wange, streichelt ihren Arm und blickt ihr dabei genau ins Gesicht.

00:51:49: Er sagt zu ihr er wolle nur mal nach ihr sehen, ihr etwas gegen die Schmerzen geben.

00:51:53: Melanie sagt ein Schmerzmittel wäre gut.

00:51:56: danach erinnert sich an nichts mehr.

00:51:59: Ein paar Tage später liegt Melanie in einem Doppelzimmer.

00:52:02: In der Nacht wacht sie auf weil plötzlich das Licht angeht.

00:52:05: Ein Arzt steht im Zimmer und hat die Deckenlampe eingeschaltet.

00:52:09: Ihre Bettnachbarin beschwert sich noch, ob man sie nicht schlafen lassen könne.

00:52:12: Der Arzt sagt die Zugänge müssen gespült werden.

00:52:15: Sie könnten verstopfen.

00:52:16: Melanie fragt noch ob das mitten in der Nacht sein müsse.

00:52:19: Dann verliert sie das Bewusstsein.

00:52:21: Als sie wieder aufwacht stehen zwei Pflegerinnen neben ihrem Bett.

00:52:25: Melanie zittert hat Gliederschmerzen und erinnert sich an einen Albtraum.

00:52:28: Darin sieht sie ein Mann im Arztkittel bei ihrer Bettnachtbarin.

00:52:32: dann bemerkt ihr ihren Blick und kommt zu ihr herüber.

00:52:35: Mehr weiß sie nicht mehr.

00:52:36: Sie erzählt den Pflegerin davon und fragt, warum ein Arzt nachts Zugänge spült.

00:52:41: Die beiden Frauen reagieren skeptisch – nachts kommen niemand ohne Anordnung ins Zimmer und Ärztinnen würden keine Zugänge spielen.

00:52:49: Melanie und ihre Bettnachbarin widersprechen.

00:52:51: Es sei der Assistenzarzt Philipp Geh gewesen sie hätten es beide gesehen.

00:52:56: Eine Pflegerin vermutet schließlich eine Krankenhausdepression und empfiehlt frische Luft.

00:53:00: Dann verlassen sie das Zimmer.

00:53:03: Den ganzen Tag wirkt Melanie's Bettnachbarin aufgelöst und weint, ohne zu wissen warum.

00:53:08: Als Melanie nach Hause kommt, geht ihr gewohnter Alltag weiter – aber irgendetwas ist anders.

00:53:13: In dieser Zeit ist sie auch wegen ihrer gescheiterten Ehe in Therapie.

00:53:17: Ihr Therapeut vermutet bei ihr eine Art unterbewusste Traumatisierung.

00:53:20: Woher die kommt, wissen beide noch nicht.

00:53:24: Wenige Wochen später, im Frühling, im Unterleib bekommt Melanie auch noch seltsame Schmerzen.

00:53:29: Sie muss ständig Wasser lassen – sogar beim Autofahren muss sie plötzlich am Wegrand anhalten und sich erleichtern!

00:53:35: Außerdem schafft sie es kaum eine Nacht durchzuschlafen.

00:53:39: Aber Gynäkologinnen können die Ursache nicht finden.

00:53:43: Melanie weiß einfach nicht was mit ihr nicht stimmt.

00:53:46: Als er aus den Medien von dem Assistenzarzt erfährt der Frauen sediert und vergewaltigt hat, denkt sie noch wenn ich unter den Opfern gewesen wäre… Dann hätte man mir ja Bescheid gesagt.

00:53:56: Das auch Melanie's Name auf der Liste steht weiß sie selbst in dem Moment nicht, aber Stefanie Höcke weiß es.

00:54:03: und was die der Akte noch entnehmen kann – die Frauen wurden nicht darüber informiert dass sie Opfer wurden.

00:54:09: Demnach können Sie auch nicht befragt werden was mit ihnen passiert ist und was sie vielleicht mitbekommen haben.

00:54:14: Als Stefanie höcke das liest denkt sie, das können die doch nicht machen.

00:54:19: Jede Frau wurde von ihm gefilmt.

00:54:21: Teilweise gab es mehrere Videosequenzen und da hat jede betroffene Person das Recht ja darauf, erst mal die Information zu bekommen.

00:54:31: Es hat eine Straftat zu deinem Nachteil ist erfolgt.

00:54:34: Das hat ja die Staatsanwaltschaft Bielefeld ganz klar versucht dass das gar nicht publik wird.

00:54:39: Die Staatsanwalt schafft informiert die Frauen also nicht aktiv.

00:54:42: nur wenn sie sich von selbst melden werden Sie darüber informiert ob sie zu den Opfern zählen.

00:54:47: Stephanie Höcke sieht darin ein klares Fehlverhalten, denn laut Strafprozessordnung muss jede betroffene Person informiert werden.

00:54:56: Als Stefanie Höcke die Staatsanwaltschaft damit konfrontiert wird ihr erklärt dass man dadurch die Opfer schützen wolle.

00:55:02: eine konsultierte Traumotherapeutin habe davon abgeraten.

00:55:05: Höcke kommt das seltsam vor erstens weil ihr diese Informationen im Laufe ihrer Karriere hätte begegnet sein müssen und zweitens weil sie in der Akte dazu nichts finden kann.

00:55:15: Also es gibt ja zu jedem Gespräch, was geführt wird werden Aktenvermerke im Endeffekt niedergeschrieben.

00:55:22: Und es gab keinen einzigen Akten- vermerk zu dieser besagten Traumotherapeutin.

00:55:27: Es konnte auch kein Name genannt werden und das halte ich wirklich für eine glatte Lüge.

00:55:32: Stefanie Höcke hat uns also erzählt, dass die Staatsanwaltschaft ihr damals gesagt hat das es besser sei die Geschädigten nicht aktiv darüber zu informieren weil die Opfer bei der Tat ja bewusstlos waren.

00:55:42: Demnach hätten sie ja von der tat nichts mitbekommen.

00:55:46: somit könnte man ihnen diese information auch ersparen.

00:55:50: Also ich weiß nicht wie ihr das seht.

00:55:52: wir machen die tage dazu auf unserer instagram Seite modulus der podcast.

00:55:55: mal eine umfrage dazu.

00:55:57: Ich würde sagen, egal was man mir wann angetan hat ich will das wissen.

00:56:02: Und ich finde auch ich hätte das Recht dazu.

00:56:04: also Bewusstlosigkeit hebt ja nicht das recht auf zu wissen was jemand mit meinem Körper gemacht hat und ich will auch nicht dass jemand anderes entscheidet was besser für mich ist.

00:56:15: so abgesehen davon dass das moralisch schon einfach nichts zu vertreten ist Opfer nicht darüber zu informieren was ihnen an getan wurde wollten wir von der Traumapsychologin wissen ob Das überhaupt Fakt, das stimmt.

00:56:26: Also dass Menschen die bei einer Tat nicht bei Bewusstsein waren sie auch nicht erleben und dementsprechend keinen Schaden davon tragen.

00:56:34: Wir haben für diese Folge mit einer Traumapsychologe gesprochen Die uns erklärt hat, dass solche Taten beim Körper sehr wohl Spuren hinterlassen.

00:56:42: Auch wenn das Bewusst sein ausgeschaltet ist würde man fragmentarisch Dinge wahrnehmen.

00:56:47: Der Körper wird ja bewegt, da wird was dran gemacht.

00:56:50: Das Gehirn versuche dann die Bruchstücke zusammenzufügen wenn es sich auch nur fragmentarisch erinnern kann.

00:56:56: Es arbeitet also daran Erinnerungen an das traumatische Erlebnis hochzuholen Was dann in unerwarteten Momenten oder bei Triggern passieren kann.

00:57:05: Unwissenheit schütze nicht, sie vertiefe die Traumatisierung.

00:57:09: Deswegen sei es essentiell dass Menschen erfahren was ihnen angetan wurde damit sie überhaupt die Möglichkeit haben das Erlebte mithilfe einer Therapie aufzuarbeiten.

00:57:19: Es war wichtig um die Opfer zu validieren und ihnen die Kontrolle über sich selbst zurückzugeben sagt die Expertin.

00:57:26: Und abgesehen davon möchte ich jetzt noch mal hinzufügen Wer sagt denn?

00:57:31: dass die Frauen wirklich die ganze Zeit sediert waren.

00:57:34: Wenn selbst ich, falls ihr euch erinnert aus einer Vollnarkose in einem OP-Seil mit einem Anästhesisten aufwachen kann und das ist mir auch schon mal für ein paar Sekunden bei ner Magenspiegelung passiert dann kann das ja wohl auch bei den Vergewaltigungen passiert sein.

00:57:49: Und wäre mein operierender Arzt damals nicht gleich zu mir gekommen und hätte mir dann gesagt, dass ich während der OP wach geworden bin?

00:57:55: Ich weiß nicht wie ich das erlebte denn damals eingeordnet hätte Weil man ist ja auch nicht so richtig wach.

00:58:02: Aber der Arzt hat selbst bei mir gesagt, kommen sie nochmal wieder wenn es ihnen damit nicht gut geht weil so ein Ereignis kann traumatisierend sein.

00:58:08: Jetzt stellt euch mal vor den Frauen passiert das während dann Körper auf denen liegt und die vergewaltigt.

00:58:14: Wie gesagt, wenn man da mal kurz zu bewusst sein kommt.

00:58:16: Dann ist das kein klares Wachsein.

00:58:18: der Verstand kann dass vielleicht auch nicht richtig einordnen und man redet sich dann im Nachhinein ein, dass es ein Traum war.

00:58:23: aber man erlebt das ja anders als einen Traum Und Fuba sagt Ja Auch Der Körper Merkt Sich Das.

00:58:31: Im November zwanzig ist der Obduktionsbericht von Philipp G fertig und er landet auf Stefanie Höckes Schreibtisch.

00:58:38: Eine Information sticht heraus in Philipp Gehs Leiche wurden die Bakterien Mycoplasma hominis und mycoplasmar genitalium gefunden.

00:58:46: Das sind Bakterien, die sexuell übertragbar sind und unbehandelt können sie zum Ausbruch von Geschlechtskrankheiten wie Harnröhrenentzündung oder Gebärmutterheitsentzindung führen und in der Folge auch zur Unfruchtbarkeit.

00:58:59: Für Höke ist klar aller spätestens jetzt müssen die Opfer informiert werden damit Sie sich testen und behandeln lassen können falls sie infiziert wurden.

00:59:07: bei Aurora ist das glücklicherweise nicht der Fall.

00:59:10: Seit Wochen bereits wissen Polizei und Staatsanwaltschaft, wer die Opfer sind, deren Vergewaltigungen teils bereits zwei Jahre zurückliegen.

00:59:17: Aber auch diese Information führt nicht dazu, dass die Staatsanweitschaft Bielefeld die Opfe informiert.

00:59:23: Und dann erreicht Höhe im Mai, in den letzten Jahren noch eine schlechte Nachricht.

00:59:27: Die Staatsanwärtschaft stellt das Ermittlungsverfahren gegen Chefarzt, den Oberarzt und die Klinikleitung ein.

00:59:37: Und die Chance, dass mutmaßliche Mitverantwortliche verurteilt werden auch.

00:59:41: Stefanie Höcke und Aurora können das kaum fassen.

00:59:45: Also da hat Bielefeld einfach ... Die haben recht grob oberflächlich ermittelt weil man eben dieses Verfahren nicht wollte.

00:59:51: Man wollte die Frau nicht informieren.

00:59:53: Da bleibe ich dabei Betelissen im riesen Arbeitgeber gerade für Bielefelt auch.

00:59:58: Die haben über dreieinhalb Tausend Beschäftigte.

01:00:01: Das wollte man nicht, dass dieses Ich nenn's mal Vorzeige-Krankenhaus so schlecht in den Medien dasteht.

01:00:07: Im Frühjahr und im Sommer, wissen fast alle Frauen auf der Liste noch immer nicht was ihnen während ihres Aufenthalts im Betel angetan wurde.

01:00:15: Die Staatsanwaltschaft gibt öffentlich nicht mal Preis wie viele es sind – sie verweist oft das postmortale Persönlichkeitsrecht des Täters.

01:00:23: Zu diesem Zeitpunkt liegt die letzte aus den Akten bekannte Vergewaltigung durch Philipp Gehe bereits über zwei Jahre zurück.

01:00:30: Aurora versucht in dieser Zeit mit ihrer Angststörung umzugehen.

01:00:34: Melanie lebt weiter mit Schmerzen im Unterleib, ohne zu wissen woher sie kommen.

01:00:39: Der Chefarzt und Leiter der Neurologie Wolf-Rüdiger Schebitz, der im Jahr zuvor im Interview gesagt hat – das Werk von Philipp G hätte man nicht verhindern können – wird im Juni, Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld.

01:00:54: Das ist nur ein Monat, nachdem das Ermittlungsverfahren eingestellt worden ist.

01:00:58: Stephanie Höcke legt Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens ein – doch auch das Oberlandesgericht haben bestätigt die Haltung der Staatsanwaltschaft Wiegelfeld.

01:01:07: Außerdem müssten die Frauen nicht informiert werden.

01:01:09: Hinweise auf eine Mitverantwortung von Chefarzt-, Oberarzt- oder Klinikleitung sehe man ebenfalls nicht!

01:01:16: In dieser Zeit gibt es immer mehr Medienberichte über Betel.

01:01:19: Aurora bekommt Presseanfragen und entscheidet sich irgendwann, sie will dass mehr Leute erfahren was passiert ist.

01:01:26: also überwindet sie sich und gibt dem rbb-Magazin Contrasta ein Interview darüber was sie erlebt hat.

01:01:32: Ich habe diese Anzeige gemacht und das war schon schwerer Schritt.

01:01:36: aber du fängst natürlich als Opfer an in eine Kampfstellung zu gehen zumindest wenn du jetzt zum Charakter stark bist wie ich.

01:01:44: Du musst darüber sprechen, weil du bist es der Menschheitsschuldig.

01:01:48: Du bist es den Frauen

01:01:49: schuldig.".

01:01:50: Widerstand formiert sich.

01:01:51: Manche fordern den Justizminister des Landes NRW in Briefen auf die Frauen zu informieren.

01:01:56: Auch im Landtag werden Stimmen laut und dann passiert etwas mit dem niemand rechnet.

01:02:01: Das Justiz-Ministerium NRW schaltet sich ein und übergibt die Zuständigkeit für den Fall Betel an die Staatsanwaltschaft Duisburg.

01:02:08: Die Begründung... Die Entscheidung, die Frauen nicht zu informieren war von Anfang an falsch", sagt Peter Biesenbach damals Justizminister in Nordrhein-Westfalen dazu.

01:02:18: Die Staatsanwaltschaft Duisburg eröffnet wieder ein Ermittlungsverfahren gegen den Chefarzt, Oberarzt und die Klinikleitung.

01:02:25: Im Dezember zwanzigundzwanzig also fünfzehn Monate nachdem die Namen der Frauen der Staatsanwärtschaft Bielefeld bekannt waren entscheidet nun die Staatsanweitschaft Duisborg.

01:02:34: alle Frauen sollen informiert werden Einerseits wegen der Geschlechtskrankheiten, andererseits um sie dieses Mal zu vernehmen.

01:02:41: Denn es soll festgestellt werden inwieweit Leitende des Klinikums hätten einschreiten können und so weitere Opfer hätten verhindert werden

01:02:48: können.".

01:02:49: Im Januar twenty-zweiundzwanzig klingelt es bei Melanie an der Tür.

01:02:52: Eine von zwei Polizistinnen fragt sie ob sie die Melanie sei, die im Dezember two-tausend neunzehn im Klinikum Betel gelegen hat.

01:03:00: Das reicht schon, damit Melanie weiß, warum die zwei Beamtinnen da sind.

01:03:05: Drinnen sprechen sie noch von einer Akte auf der ihr Name steht und um den Vorwurf der Vergewaltigung.

01:03:10: Genaueres erfährt Melanie an dem Tag nicht.

01:03:13: In der Presse liest Melanie später eine Anwältin, die sich öffentlich dafür einsetzt, dass alle Betroffenen informiert werden.

01:03:20: Sie nimmt also Kontakt zu Stefanie Höcke auf.

01:03:22: Kurz darauf vertritt Höcke Melanie – auch ihre Bettnachbarin, Am Telefon ist es Höcke, die Melanie erstmals von den möglichen Geschlechtskrankheiten erzählt.

01:03:34: Die Polizistinnen hatten das nicht erwähnt.

01:03:36: – Melanie lässt sich daraufhin auf die bei Philipp G. nachgewiesenen Erregertesten.

01:03:41: Die Kosten von € ninety-fünf Euro muss sie selbst tragen.

01:03:44: Der Test ist positiv!

01:03:46: Sie bekommt starke Antibiotika.

01:03:47: Ihr Arzt erklärt ihr aber dass sich die Entzündung möglicherweise bereits ausgebreitet hat und im schlimmsten Fall sogar eine Entfernung der Gebärmutter nötig sein könnte….

01:03:56: Erst im Mai erfährt Melanie, dass Philipp Geh sie mehrfach oral und vaginal vergewaltigt hat.

01:04:02: Über fünfzig Videos hat er davon gemacht.

01:04:06: Melanie will sie nicht sehen.

01:04:08: Höcke rät auch anderen Mandantenen davon ab.

01:04:11: Zwei der Frauen entscheiden sich aber die Videos anzusehen.

01:04:14: Es sind oft kurze Clips, die Sie zu Gesicht bekommen.

01:04:17: Teilt sind sie mit der Hand teils mit einem Stativ aufgenommen Manchmal drei manchmal auch fünfzehn Sekunden lang.

01:04:23: Eine sieht auf den Aufnahmen selbst, wie sie oral vergewaltigt wird.

01:04:28: Später erzählt sie, dass sie noch heute Probleme mit dem Hals und immer wieder Würgereiz hat und das sich die Bilder dermaßen bei ihr eingebrannt haben, dass Sie sie noch immer ständig vor Augen hat.

01:04:38: Höcke stellt zwei Anzeigen im Namen von Melanie und vier anderen Frauen Eine gegen die Polizei Bielefeld.

01:04:45: Ihr wirft sie vor, dass die Akte solange unbearbeitet geblieben ist und eine Anzeige gegen die Staatsanwaltschaft Biele Feld.

01:04:52: Ihr wird sie vor das die Frauen nicht informiert wurden und dadurch ihre Geschlechtskrankheiten so lange unbehandelt gebliebt sind.

01:04:58: Körperverletzung im Amt durch Unterlassen.

01:05:01: Tatsächlich folgt darauf ein Ermittlungsverfahren sowohl gegen die Polizei als auch gegen die Staatsanwaltschaft.

01:05:08: Mit der Ermittlung des Staatsanwaltschafts Duisburg gegen die Mitarbeitenden der Klinik werden in dem Jahr- und Zwanzig erstmals alle Frauen vernommen, die Opfer von Philipp G. geworden sind – auch jene, die sich nicht eigenständig mit einem Verdacht bei der Polizei gemeldet haben.

01:05:23: Stefanie Höcke vertritt inzwischen mehrere von ihnen.

01:05:25: Dadurch kommt jetzt raus, die Aussage des Chefarztes Shebitz – das ist vor- und nach Aurora's Anzeige im September, es gab keine Anhaltspunkte für Philipp Gehs Verbrechen, den man hätte nachgehen können?

01:05:37: Stimmt so nicht!

01:05:39: In Medienberichten heißt es, dass schon im Februar, zwei Tausendneunzehn ein Vater einer Betroffenen gemeldet haben soll, das mit seiner Tochter etwas Nichtstimme und sie von Philipp Gehe behandelt wurde.

01:05:50: Im Juli hat Aurora die Propofolflasche an eine Pflegerin gegeben.

01:05:56: Ebenfalls im Sommer soll eine Krankenpflegerinnen dem Oberarzt Beuge gemeldet haben, dass sie im Zugang einer Patientin Reste einer milchigen Flüssigkeit gefunden habe.

01:06:06: Die Patientin sagte der Pflegarin, dass Philipp G. am Abend zuvor bei ihr gewesen sei.

01:06:11: Im August habe eines der Opfer dem Chefarzt Schewitz gefragt was Philipp G., ihr am Abend gespritzt.

01:06:19: Nichts soll die Antwort des Chefarztes darauf gewesen sein.

01:06:22: Im September, also zwei Monate nach Aurora's Anzeige sollen sich zwei Opfer beklagt haben, dass Philipp G ihn nachts etwas gespritzt habe und auch danach soll es noch mehrere solcher Beschwerden und Mitteilungen gegenüber dem Krankenhaus gegeben haben – so zum Beispiel auch die von Melanie und ihrer Bettnachbarin im Januar, die etwas zu dem späten Besuch von Philipp G gesagt haben.

01:06:45: Sollten alle diese Schilderungen verschiedene Opfer stimmen, dann muss das Krankenhauspersonal sehr wohl Hinweise bekommen haben die hätten ausreichen müssen um einzugreifen.

01:06:54: Und dann hätte Philipp G nicht noch acht weitere Monate im Dienst bleiben dürfen bei denen er Vergewaltigung begangen hat.

01:07:01: Im Februar-Zweißen-Zweiundzwanzig mitten in der Ermittlung der Staatsanwaltschaft Duisburg gibt es noch einen weiteren Durchbruch.

01:07:08: Das Westfalenblatt liegt ein internes Protokoll des Klinikum Betel.

01:07:12: Nachdem noch eine Patientin im

01:07:14: Januar-Zw.a.,

01:07:15: einer Ärztin gemeldet hat, dass sie nach einer Spritze von Philipp Geh das Bewusstsein verloren hat, verbietet der Chefarzt Shebbitz, Philipp Gehe zugänge zu legen.

01:07:24: In dem Protokoll ist eine Art Krisengespräch festgehalten bei dem wir Chefarst ein Oberarzt und eine Oberärztin anwesen waren – und Philipp Gehl wurde zur Rede gestellt haben.

01:07:33: Philipp Gehr wird in dem Zug verboten, Propofol zu benutzen und Zugänge zulegen.

01:07:38: Stephanie Höcke hat dazu eine sehr klare

01:07:40: Meinung.".

01:07:41: Warum soll ich das machen, wenn ich zu dem Zeitpunkt nicht schon diverse Anhaltspunkte habe?

01:07:45: Da nicht schon im Endeffekt zu entlassen oder zumindest freizustellen.

01:07:49: Wenn zu diesem Zeitpunkt schon klar war der hat Propofol genutzt ohne dass es initiiert war.

01:07:55: Philipp Geh darf damals also keine Zugänge mehr legen und kein Propofohl mehr benutzen.

01:07:59: aber er darf weiter auf der Neurologie arbeiten drei Monate lang in denen er trotzdem betäubt und vergewaltigt.

01:08:06: Kurz nach der letzten Vergewaltigung im April, durchsucht die Polizei dann seinen Spind.

01:08:11: Erst jetzt wird er freigestellt und kündigt daraufhin selbst.

01:08:15: Im Oktober, gibt die Staatsanwaltschaft Duisburg bekannt, dass die bestätigte Opferzahl der Frauen inzwischen auf Zweiunddreißig gestiegen ist.

01:08:23: Erst Jetzt wird auch der Ehemann einer der Frauen darüber informiert, dass seine Frau, die inzwischen verstorben Im Juli, es steigt die Zahl dann auf vierunddreißig Frauen.

01:08:36: Es vergeht wieder sehr viel Zeit bis Stefanie Höcke endlich mal wieder Neuigkeiten auf ihrem Tisch hat.

01:08:42: Inzwischen ist es der erste September, also genau sechs Jahre nach dem Aurora zum zweiten Mal mit ihrem Koffer das evangelische Klinikum Betel betreten hat.

01:08:51: An diesem Tag wird bekannt – es wird Anklage erhoben!

01:08:55: Gegen den Chefarzt Shebitz, der ja auch damals das Interview gegeben hat in dem er gesagt hat es habe außer Aurora's keine Hinweise gegeben die einen Eingreifen gefordert hätten.

01:09:04: Es wird Anklager erhoben gegen den Oberarzt Beuge, der bei Aurora im Zimmer war und gesagt hat eine falsch temperierte Kochseitslösung habe ihre Ohnmacht ausgelöst und gegen den Pflegedienstleiter dass die Ermittlung gegen die Klinikleitung eingestellt wurde und stattdessen gegen den pflege Dienstleiter ermittelt wurde.

01:09:21: er fährt Höcke erst da.

01:09:23: Angeklagt sind also jetzt drei Männer wegen tateinheitlicher fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen.

01:09:29: In wieviel Fällen?

01:09:30: Das weiß Stefanie Höcke nicht, denn die Anklage liegt ihr nicht vor!

01:09:33: Die Staatsanwaltschaft Tysburg stützt die An Klage unter anderem auf den Vorwurf der Chefarzt Schäbits und der Pflegedienstleiter hätten Vorkommnisse, die sie mitbekommen haben gar nicht oder nicht vollständig an die Geschäftsführung gemeldet.

01:09:45: Der Oberarzt Beuge habe wesentliche Informationen wiederum nicht an seine Vorgesetzten weiter geleitet Und bisher wurde noch kein Verfahren gegen Chefarzt, Oberarzt und Pflegedienstleiter eröffnet – auch wenn Anklage erhoben wurde.

01:09:58: Ein Gericht muss jetzt erstmal entscheiden ob die Anklages überhaupt zugelassen wird.

01:10:02: Wieso oft heißt es für Stefanie Höcke und ihre zwölf Mandantinnen warten?

01:10:07: Im Namen von fünf Mandantenen, die nach dem Jahr im Jahr ist, erst informiert wurden hatte Stefani Höcke ja die Staatsanwaltschaft Spielefeld und die Kriminalpolizei Bielefeld angezeigt.

01:10:16: Beide Ermittlungsverfahren wurden aber mittlerweile eingestellt.

01:10:20: Aurora hat mal gute und mal schlechte Tage.

01:10:23: Panikattacken sind ein Teil ihres Lebens geworden, auch die Angststörung ist ein ständiger Begleiter.

01:10:29: Es gibt Phasen da braucht sie viel Abstand zu allem was passiert es.

01:10:33: Das wichtigste für Sie ist das Zeit mit ihren Kindern und ihrer Familie zu verbringen aber wenn sich dann doch wieder mit Betel und allem danach beschäftigt macht sich vor allem Fassungslosigkeit in ihr breit.

01:10:44: mein Vertrauensbild ist natürlich seitdem erheblich kaputt gegangen.

01:10:49: Man hat die Opfer, weil sie vergewaltigt wurden nochmal zu anderen Opfern gemacht und das ist mindestens genauso schlimm.

01:11:00: Weil dieses Ganze wie man damit umgegangen ist.

01:11:04: also wo ist das Recht eines Menschen in dem Moment geblieben wenn du weißt Frau X Y wurde vergewaltet Oral, vaginal.

01:11:16: Der hat nicht verhütet, der hatte Geschlechtskrankheiten.

01:11:20: aber diese Person hat in deinen Augen nicht das Recht das alles zu erfahren.

01:11:25: Da frage ich mich welcher Dep da eigentlich am Hohen Hebel sitzt oder wie viel Deppen da an wirklich?

01:11:31: Das ist ja für mich... Ich habe gar keine Worte dafür!

01:11:35: Das ist unmenschlich.

01:11:37: und wir sprechen hier über Kommissare, über Staatsanwälte, über Richter was sie nicht alle für hohe Posten haben über Schiffärzte und Oberärzte, und Klinikleitungen.

01:11:49: Bei den Verbrechen im Klinikum Betel begangen durch den Assistenzarzt Philipp Geh handelt es sich um die wahrscheinlich größte Vergewaltigungsserie der Nachkriegszeit in Deutschland.

01:11:58: Die öffentliche Aufmerksamkeit hält sich dafür aber in Grenzen.

01:12:02: Das alles wirft vor allem eine Frage auf Wie kann es sein dass Institutionen, die einen schützen sollen zu den Komplizen eines Verbrechers werden?

01:12:11: Aurora und ihre Rechtsanwaltin Stephanie Höcke sehen in all dem ein größeres gesellschaftliches Problem, das mit Macht- und Interesse zu tun hat.

01:12:19: Und ein System, das eher männliche Täter deckt als Opfern zu glauben und zu helfen!

01:12:25: Da lässt man halt dann ein paar Frauen über die Klinge springen, bevor seine eigene Karriere eben da ins Strauchengerät.

01:12:32: Und wir hatten häufiger uns alle mal die Frage gestellt, wäre das auch so gewesen, wenn es vierunddreißig Männer gewesen wären?

01:12:39: Hätte man da auch so drüber weggebügelt!

01:12:42: Trotz dieser ungleichen Machtverteilung bleiben Aurora Höcke und die anderen Frauen kämpferisch.

01:12:47: Kommt es zu einem Prozess wollen sie aussagen – Auch Aurora, die erste Frau aus Betel, die Philipp G., angezeigt hat?

01:12:53: Was wäre passiert, wenn sie den Mut nicht gehabt hätte?

01:12:57: Würde Philip G. noch weiter praktizieren?

01:12:59: Weiter Frauen vergewaltigen?

01:13:01: Aurora mag sich das nicht ausmalen!

01:13:04: Im Großen und Ganzen bin ich einfach froh wie Gott mich geschaffen hat nämlich dass ich immer versuche das positive rauszuziehen Aus dieser Situation oder aus diesem Geschehen.

01:13:15: was da passiert ist sich einfach heraus Dass ich an zur passenden Zeit da gewesen bin Und mit der passenden Stärke das zu Anzeige zu bringen einige Menschenleben vielleicht noch gerettet habe, wie viele der Vergeweidigungen hätte man verhindern können wenn man früher gehandelt hätte.

01:13:31: Wie viel Leid wäre manchen Frauen erspart geblieben?

01:13:36: Ja ich bin wirklich entsetzt und empfinde das alles als riesengroßen Skandal!

01:13:42: Wir haben die Folgen die Ohnmächtigen genannt.

01:13:44: gar nicht unbedingt weil die Betroffenen unmächtig geworden sind, obviously wegen des Propofols.

01:13:49: Sondern weil sie ein zweites Mal quasi handlungsunfähig gemacht wurden, weil Institutionen sie daran gehindert haben für ihre Rechte einzustehen.

01:13:58: Allein wie diese ganze Informationsweitergabe unterbunden wurde auf so vielen Ebenen also nicht nur von der Klinikleitung und von der Staatsanwaltschaft Das ging ja sogar da weiter, wo die Frauen dann informiert werden sollten von der Polizei.

01:14:11: Ja also Aurora erfährt aus der Zeitung dass sie vergewaltigt und dabei gefilmt wurde.

01:14:18: Dieses Nicht-Informieren vor allem vom Polizeienstaatsanwaltschaft ist eine zweite Victimisierung und ein Machtnisbrauch.

01:14:27: Und diese systemische Gewalt zieht sich hier durch die ganze Geschichte der Frauen auch das so was im Krankenhaus passiert Sie die Geschwächten sind, die von jemandem missbraucht werden der in der Situation ja eine Autoritätsperson ist und dann da auch Macht ausübt.

01:14:42: Das ist natürlich auch ein wahnsinnig schlechtes Zeichen müssen wir nicht drüber reden.

01:14:45: für Krankenhäuser also da arbeiten so viele Menschen über ihre Belastungsgrenzen hinaus vernachlässigen Familie und teilweise sich selbst, ja ich kann das von Freundinnen um anderen zu helfen.

01:14:57: Und natürlich gibt es dieses Personal auch in Betel.

01:14:59: aber dann kommt halt so ein Philipp Gehl und zerstört das Vertrauen in diese Häuser was sehr super dramatisch ist weil erkrankte Menschen da ja vertrauen müssen.

01:15:08: man fühlt sich dort teilweise eh schon so ausgeliefert weil man nicht das Wissen hat was die Ärztinnen haben.

01:15:14: Man muss die Kontrolle abgeben Und dann passiert da sowas.

01:15:17: Ich meine, die Frage, die es hier auch wirklich noch zu klären gäbe in einem Verfahren wäre... Wie ist das überhaupt möglich gewesen?

01:15:26: Dass ein Arzt auf einer Station, auf der ja auch noch andere arbeiten so eine Tat

01:15:31: begeht?!

01:15:32: Ich mein, da hat ja dann auch der Gynäkologe angesetzt!

01:15:35: Der meinte ne wir müssen doch nichts untersuchen, dass ist im Krankenhaus gar nicht möglich.

01:15:40: Auch tragisch dieser Aussage Warum glaubt man ihr ihren Verdacht nicht?

01:15:45: Offenbar war es möglich.

01:15:47: Was ich an dem Fall auch besonders finde, sind diese Videoaufnahmen von Philipp G., denn hätte er sich nicht selber durch diese quasi überführt!

01:15:58: Dann hätte man hier wahrscheinlich auf wirklich einen Beweisproblem gehabt – im Übrigen ist das ja so, dass man von diesen achtzig Frauen auf der Liste weiß, dass er zweiunddreißig vergewaltigt hat.

01:16:07: Bei anderen gibt's keine Videos bei denen weiß man eben nur, dass sie betäubt wurden.

01:16:13: aber heißt keine Videos auch keine Vergewaltigung.

01:16:16: Also die Beweisproblematik ist hier wirklich noch schwieriger als in vielen anderen Vergewältigungsdelikten, weil es ja keinen Widerstand gab, keine Zeuginnern und nicht mal Erinnerungen.

01:16:27: Und ich glaube wir wollen uns alle nicht ausmalen was das für die Frauen geheißen hätte wenn es diese Aufnahmen nicht gegeben hätte.

01:16:33: Das ist traurig, weil die Aufnahmen natürlich eigentlich nochmal eine zweite Enddietrigung sind.

01:16:38: Ja also das ist ein Archiv des Grauens was er da angesammelt hat.

01:16:42: Anders kann man das nicht sagen.

01:16:45: Also wie gesagt, wir halten euch auf dem Laufenden.

01:16:47: Wenn es Neuigkeiten zu Betel gibt, tausend Dank an Aurora und Stefanie Höcke dass sie uns ihr Vertrauen für diese Folge geschenkt haben.

01:16:54: Ich hoffe sehr das Sie da wo Sie's noch können Gerechtigkeit erfahren werden.

01:17:01: Nächste Woche erzählen Laura und ich hier die Geschichte von einem Grab in einem Garten Das ein grausames Familiengeheimnis birgt.

01:17:10: bis dahin Das war ein Podcast der Partner-in-Crime in Zusammenarbeit mit Studio Boomens.

01:17:19: Hosts Paulina Graser und Laura Wohlers, redaktionelle Leitung Jon Hanschen und wir Redaktionen Emily Glaser und wir Schnitt Pauline Korb rechtliche Abnahme und Beratung Abel und Kollegen.

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