Aus dem Archiv: Anschlag in Hanau
Shownotes
Triggerwarnung: In der Folge geht es um Rassismus.
Leider haben wir uns dazu entschieden die aktuelle Folge #228 von allen Plattformen zu nehmen. Grund dafür ist der Schutz der beteiligten Personen. Ihr wisst, dass ein respektvoller Umgang mit allen Involvierten für uns an erster Stelle steht. Nach aktuellen Entwicklungen haben wir die Situation erneut bewertet und uns für diesen Schritt entschieden. Bitte habt Verständnis dafür. Die nächste Folge für euch ist schon in der Vorbereitung.
Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, haben wir in unserem Archiv eine Episode ausgewählt, die uns sehr lange beschäftigt hat. Es geht um ein Verbrechen, das sich in diesen Tagen zum sechsten Mal jährt und für viele Hinterbliebene und Betroffene schmerzhaft präsent ist. Es geht um den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, den wir aus der Sicht zweier Familien erzählen.
Mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für ihren Sohn haben Vilis Eltern ihre Heimat Rumänien verlassen und sind nach Deutschland gezogen. Diese Chance will der 22-Jährige nutzen, später einmal Lebensmitteltechniker werden und eine große Familie gründen. Bis dahin liefert Vili Pakete aus, um so zumindest vorerst seine Eltern finanziell zu unterstützen. Auch an diesem Tag ist er wieder auf Liefertour als wie aus dem Nichts ein ohrenbetäubender Knall zu hören ist - und dann sieht Vili einen Mann mit einer Waffe direkt vor sich stehen.
Etris und sein kleiner Bruder Nesar sind gerade in ihrer Stammkneipe, der Arena-Bar, als sie es von draußen vier Mal laut knallen hören. Die Brüder hatten sich an diesem Abend hier mit ihren Freunden verabredet, um gemütlich ein Fußballspiel zu schauen. Doch jetzt kommt Panik auf. Denn plötzlich tritt ein bewaffneter Mann in den Eingangsbereich. Er ist nicht zufällig hier - er hatte sich genau diese Bar ausgesucht, weil er wusste, wen er hier antreffen würde: sein Feindbild.
Sechs Jahre nach dem rassistischen Attentat in Hanau-Kesselstadt sind noch viele Fragen offen: Wieso bekommt ein Mensch, der eine psychische Erkrankung hat, einen Waffenschein ausgestellt? Warum wurden die Notrufe nicht angenommen? Warum war ein Notausgang abgeschlossen? Und was wusste der Vater des Täters? Fragen, die sich auch Etris Hashemi stellt, der mit uns für diese Folge gesprochen hat und dem es - genauso wie allen anderen Hinterbliebenen und Überlebenden - sehr wichtig ist, dass sich solch eine Tat nicht wiederholt und dass die Namen der Toten niemals vergessen werden.
Credit
Produzentinnen/Hosts: Paulina Krasa, Laura Wohlers Recherche: Paulina Krasa, Laura Wohlers, Vera Grün Schnitt: Pauline Korb
Quellen (Auswahl)
Wenn ihr die Initiative des 19. Februar unterstützen wollt, könnt ihr das hier tun: https://19feb-hanau.org
Ein Jahr nach dem 19. Februar in Hanau Initiative 19. Februar Hanau: Wir klagen an!: https://bit.ly/3BARizT Zeit: “63454”: https://bit.ly/3GVbc9A Spiegel: Die Hanau-Protokolle: https://bit.ly/3oKWBaD fr: Hanau: https://bit.ly/3HU7cY7 Amadeu Antonio Stiftung: Said Nasar Hashemi: https://bit.ly/36fJRT0 Deutschlandfunk: Gedenken an das Attentat: https://bit.ly/3rPZLvJ faz: Vili Viorel Paun für Zivilcourage geehrt: https://bit.ly/3Bv1qdm Zeit: Terrorist oder Psychopath?: https://bit.ly/3gKjA19 Der Spiegel: Amoklauf in Hanau: https://bit.ly/3sKesiW ZDFheute Nachrichten: Ein Jahr nach dem rassistischen Terror: https://bit.ly/3rPSMmh WDR 5 Dok 5: Der letzte Tag: https://spoti.fi/3sHZI4f Spiegel: Psychogramm eines Terroristen: https://bit.ly/3JtGw0V Zeit: Sie klagen an: https://bit.ly/3HVWaSk
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ihr lieben einen kurzer Hinweis.
00:00:02: Wir haben uns dazu entschieden, die Folge, die wir am Mittwoch hier veröffentlicht haben jetzt von allen Plattformen zu nehmen.
00:00:08: Ihr wisst ja dass der Schutz aller Involvierten bei uns immer an oberster Stelle steht und wir haben nach aktuellem Entwicklung nochmal die Situation neu bewertet und uns eben jetzt für diesen Schritt leider entschieden.
00:00:21: Wir bitten euch da um Verständnis.
00:00:23: Genau, die nächste Folge steht aber schon in den Startlöchern.
00:00:27: Das Thema ist auch relativ aktuell und um die Zeit bis dahin zu überbrücken haben wir diese Folge hier jetzt aber ersetzt mit einer Archivfolge Und es geht um einen Fall der sich gerade zum sechsten Mal gejährt hat und zwar um den Anschlag in Hanau.
00:00:41: erzählt aus zwei Perspektiven
00:01:00: Aus fast sieben Metern Höhe blicken Jakob und Wilhelm auf dem großen Marktplatz im Zentrum hinab.
00:01:06: Noch heute bewahrt die hessische Stadt, in der sie geboren wurden das Andenken an die berühmten Brüdergrimm.
00:01:12: Ihr Denkmal ist das Wahrzeichen von Hanau – für die knapp hunderttausend Einwohnerinnen ein zentraler Versammlungsort, für TouristInnen aus aller Welt ein beliebtes Fotomotiv.
00:01:22: Doch wer die Statue am neunzehnten Februar zwetausendundzwanzig besucht, blickt nicht auf die zwei Brüdern, die uns Märchen Vera Punzel und Hänsel und Gretel beschert haben sondern auf neuen andere Hanauer Innen Denn in der Mitte des Sockels prangt ein großes weißes Plakat, das die Fotos von neun jungen Menschen zeigt, die genau vor einem Jahr schlagartig aus dem Leben gerissen wurden.
00:01:44: Darüber ragt im präzisen Schwarzen Buchstaben der Satz Wir werden euch nicht vergessen!
00:01:50: Say their names.
00:01:52: Und diesen Wunsch von Angehörigen und Freunden wollen wir auch heute nachgehen und deswegen bleiben die Namen der Opfer in dieser Folge unverändert – die des Täters und seiner Familie aber nicht.
00:02:05: Das sind die Zahlen, die sich sein kleiner Bruder Nessa für immer unter die Haut stechen lassen will.
00:02:11: Es ist die Postleitzahl ihres Wohnortes Hanau-Kessel statt und während eine Ziffer nach der anderen Nessas' Haut schwarz wär, sitzt Etris direkt neben ihm – der große Bruder, der auch als Zwilling durchgehen könnte, obwohl er zwei Jahre älter ist!
00:02:26: Denn beide haben die gleiche Statue, dicke dunkelbraune Haare, einen kurzen Vollbad und sanfte mandelförmige Augen, die von buschigen Brauen umrandet sind.
00:02:35: Auch Etris lässt sich heute hier in einem Frankfurter Studio tätowieren – auf seinem Oberarm landen ebenfalls Zahlen, und zwar das Geburtsdatum der Mutter im römischen Ziffern Familie und Zuhause.
00:02:48: Für Etris und Nessa Hashemi das Wichtigste in ihrem Leben, für die zwei, die sich seit Kindheitstagen nicht nur ein Zimmer sondern auch Freunde –die Liebe zum Boxen- und Klamotten teilen!
00:03:00: Auch wenn Letzteres heute noch immer zu Streitigkeiten führt, wenn der eine dem anderen mal wieder seinen Lieblingspulli weg schnappt.
00:03:07: Nessa ist es dann, der schnell dafür sorgt dass ich die beiden wieder versöhnen Eine Eigenschaft, die Etris an seinem kleinen Bruder neben seiner lustigen Art seiner Bescheidenheit und dem Vermögen in jedem Menschen das Gute zu sehen am meisten schätzt.
00:03:20: Und dass Zusammenleben mit ihm einfach macht.
00:03:23: Obwohl beide schon einundzwanzig-und dreinzwanziger Jahre alt sind, wohnen sie noch mit ihren Geschwistern und ihren Eltern in der Wohnung in Kesselstadt.
00:03:31: Ein Foto im Wohnzimmer zeigt den ganzen Stolz der Eltern.
00:03:34: Nebeneinander sind dort Etris, Nessa ihre Schwester und die anderen beiden Brüder zusehen Fünf Kinder plus die Eltern in einer Vierzimmer-Wohnung.
00:03:44: Doch auch wenn es eng ist, der Platzmangel trübt das Familienglück nicht – im Gegenteil!
00:03:49: Täglich kommen alle sieben am Tisch zusammen.
00:03:51: Dann wird gegessen sich unterhalten und viel gelacht.
00:03:54: Die Hashemis genießen dieses Rituales, es schweißt sie zusammen.
00:03:59: Doch irgendwann wollen Etris und Nessa das Nest auch mal verlassen — eine eigene Wohnung kaufen und eine Familie gründen.
00:04:05: Das ist
00:04:05: klar.".
00:04:06: Aber Sie wissen, dafür müssen sie zielstrebig und fleißig sein.
00:04:09: Und erst mal ihre Ausbildung abschließen!
00:04:12: Etris, die zum Versicherungskaufmann und sein kleiner Bruder Nessa – die zum staatlich geprüften Techniker bei derselben Firma wie ihr Vater.
00:04:20: Deshalb nennt man Nessa dort auch nur den kleinen Hashimi so, wie es sich ihr Vater für sie gewünscht hat... Eine sichere Zukunft in einem sicheren Land.
00:04:29: Genau dafür war er in den Jahren von Afghanistan nach Deutschland geflüchtet, für ein Leben ohne Krieg und Gewalt war er nach Hanau gekommen.
00:04:37: Nach sechs drei vier fünf vier Hanau-Kesselstand die für die Hashemis zum Zuhause
00:04:42: wurde.".
00:04:44: In dem ehemaligen Bauernunfischerdorf ist der Migrationsanteil hoch – etwa jeder Zweite hat eine Zuwanderungsgeschichte.
00:04:51: Ungefähr ein Viertel keine deutsche Staatsangehörigkeit!
00:04:54: Menschen mit den verschiedensten Wurzeln treffen hier in der Kesselstädter Backstube, dem kroatischen Restaurant oder dem Dönerim bis aufeinander.
00:05:02: Man kennt sich, niemand ist wirklich fremd und die wenigsten fühlen sich
00:05:06: so.
00:05:07: Doch mitten unter ihnen lebt einer, der gegen genau dieses friedliche bunte Zusammenleben einen Hassgefühl entwickelt
00:05:14: hat.".
00:05:16: Frisch tätowiert wollen Etris und Nessa an diesem Mittwochabend noch in ihre Stammkneipe, der Arena-Bar am Kutschumacherplatz.
00:05:23: Es ist Februar, das Coronavirus steht erst kurz davor, Deutschland in den Lockdown zu zwingen.
00:05:30: Deswegen ist die Arena Bar auch an diesem Abend wieder der zentrale Treffpunkt für Jugendliche.
00:05:35: Obwohl die Kneipe eher einem kalten Wohnzimmer gleicht und von manchen Besucherinnen Drecksloch genannt wird, ist es der Ort an welchen es die jungen Hanauer Innen führt wenn das Jugendzentrum um die Ecke schon geschlossen hat.
00:05:49: Auf zwei Flat Screens, die an der Wand hängt, läuft Fußball.
00:05:52: Direkt davor steht ein blau-router Tischkicker um die Eggespielautomaten.
00:05:57: Seit Neustem wird in der Arena Bar auch Champions League gezeigt sowie heute wo Atalanta Bergamo gegen den FC Valencia spielt.
00:06:04: Ach, der Finale!
00:06:06: Das wollen sich Nessa und Etris nicht entgehen lassen.
00:06:10: Deswegen haben sie die beiden nach dem Tattoo-Termin in Frankfurt schnell auf den Weg nach Hause gemacht um noch etwas zu essen damit sie rechtzeitig in der Bar ankommen.
00:06:19: An fünf ist um einundzwanzig Uhr aber von der Wohnung sind es nicht mal zwei Minuten zu furcht.
00:06:24: Etris geht schonmal vor, Nessa will gleich nach kommen.
00:06:27: Als Etris vor der Bar ankommt ständert er erst einmal in den eingrenzenden Kiosk.
00:06:32: Der Spätkauf und die Arena-Bar teilen sich einen Eingangsbereich, sind über einem Vorraum verbunden.
00:06:37: Deshalb ist es für Etris irgendwie zum Ritual geworden, sich erst ein paar Naschereien im Kiosk zu besorgen und erst danach hinten in die Bar zu gehen.
00:06:45: So macht er es also auch an diesem Abend!
00:06:48: Als er gegen halb neun dann in die Arena bar geht, sind seine Kumpels Hamza und Mohammed den hier alle nur Momo nennen schon da... Beide kennt Ethris schon seit Jahren.
00:06:57: Mit Nessa und Pita ist die Runde etwas später dann auch vollzählig, und so bestellen die Männer Pizza, quatschen und verfolgen wieder bei von links nach rechts und von rechts nach links über das Spielfeld gekickt wird.
00:07:10: Zweieinhalb Kilometer entfernt von der Arena Bar sucht ein junger Mann gerade einen Parkplatz für seinen silbernen Mercedes – sein Lieferwagen wie Villivillorel-Pown ihn nennt!
00:07:21: Der Mann mit den freundlichen haselnussbraunen Augen, den lässig nach oben gestalten Hahn und dem drei Tagebad fährt jeden Tag damit Pakete aus.
00:07:30: Eigentlich wollte Willi eine Ausbildung zum Fliesenleger machen – hat die aber erst mal auf Eis gelegt um seine Eltern finanziell zu unterstützen.
00:07:37: Bei denen wohnt der Zweienswahnseherige nämlich noch?
00:07:40: Für eine bessere Zukunft waren die Pouns damals von Rumänien nach Deutschland gekommen.
00:07:45: Ihr Herkunftsland hat ihnen nicht das geboten was sie sich erhofft
00:07:48: hatten.
00:07:49: Vor allem nicht für Willi!
00:07:51: Rumänien ist zwar ihr Land, doch nicht Ihr System.
00:07:54: So sieht es vor allem Vater Nikolesko für den Korruption und andere Probleme ausschlaggebend waren auszuwandern.
00:08:01: Hier in Deutschland hat Willi jetzt die Möglichkeit etwas aus Sicht zu machen – das ist auch sein Plan!
00:08:06: Später will er mal Lebensmitteltechniker werden und eine Familie gründen.
00:08:11: Und zumindest von letzterem scheint er nicht mehr weit entfernt.
00:08:14: Seit kurzem hat Willy nämlich einen Freundin, von der er den ganzen Tag schwärmt.
00:08:18: Papa, ich mach für dich und für Mama nicht ein Kind sondern mehrere weil ich immer alleine war hat Willi seinem Vater versprochen.
00:08:26: Tatsächlich hatten Vater Nikolesco und Mutter Julia noch lange versucht ein weiteres Kind zu bekommen.
00:08:31: leider hatte es aber nicht geklappt.
00:08:34: Deshalb ist Nikolesko jetzt begeistert von Willis Plänen und kann es kaum erwarten Großvater zu werden.
00:08:40: Dann müsste Willi aber aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen in deren Nähe er gerade parken will.
00:08:46: Doch plötzlich knallt es orenbetäumt laut.
00:08:49: Etwas hatte Willis Mercedes getroffen, dann nochmal und wieder!
00:08:54: Der zwanzierige Start.
00:08:55: erschrocken aus dem Fenster – vor ihm steht ein Mann mit einer Waffe in
00:08:59: der Hand,
00:09:00: der anfängt die Straße runterzurennen.
00:09:02: Und da fasst Willi einen folgenschweren Entschluss.
00:09:07: Wenige Minuten zuvor nur einige Meter entfernt.
00:09:11: Multikultie gute Leute viel Spaß, gute Musik nette Bedienung Schreibt einen Besucher bei Google Reviews über die La Votre Bar am Hanauer Heumarkt, in der man nach Feierabend zur Flaschenbier am Automaten sein Glück versuchen und auf mindestens drei Richtige hoffen kann.
00:09:27: Doch dazu kommt es an diesem Abend nicht mehr.
00:09:29: Denn um einundzwanzig Uhr fünfundfünfzig kommt ein Mann, die vier Stufen zur Bar herauf zieht seine Waffe und schießt ohne jede Vorwarnung auf den Mann mit rasiertem Kopf- und braunen Augen, der hinter dem Tresen steht.
00:09:41: Das Opfer ist Karl-Johann Welkow, ein dreidreißigjähriger LKW-Fahrer aus Bulgarien der erst seit zwei Jahren in Deutschland lebt.
00:09:48: Um Geld für die teure Augen-OP seines achtjährigen Sohnes zu verdienen, jobbt er nebenbei im Lawottere für fünfzig Euro am Tag.
00:09:56: Als die Kugeln im Sekundentag durch die Luft jagen versucht Karl-Joan Entdeckung zu gehen – doch eine faire Chance bleibt ihm nicht!
00:10:03: Der fremde Mann trifft ihn viermal und Karl- Joan verblutet.
00:10:07: Danach rennt der Mann aus der Kneipe.
00:10:09: Draußen stößt er auf Fatis Sarasulglü, der gerade auf dem Nachhauseweg ist und am Straßenrand eine Zigarette raucht.
00:10:16: Fatis wurde in der Türkei geboren – aufgewachsen ist er in Regensburg.
00:10:21: Nach Hanau kam er schließlich um sich als Kammerjäger selbstständig zu machen.
00:10:25: Dunkle Haare, braune Augen, südblende Châtin vollbart!
00:10:29: Auch auf ihn zieht der Mann und trifft viermal.
00:10:32: Das nächste Zähle-Schützen ist die Shisha Bar Mitneid, die direkt neben dem Lavottre liegt.
00:10:37: Als er die Tierschwelle nur zwei Hausnummern weiter betritt, besieht es Sedat Görebös an.
00:10:42: Der neunzwanzigjährige ist nur im Mitneit um sich von seinen ehemaligen KollegInnen zu verabschieden.
00:10:47: Sedat hatte die Bahn nämlich erst kurz vorher verkauft – ein Kopfschuss trifft ihn tödlich!
00:11:02: Willi, der nicht getroffen wurde, legt den Rückwärtsgang ein und nimmt die Verfolgung auf.
00:11:07: Zweieinhalb Kilometer rast er nun hinter einem schwarzen Vierer BMW her.
00:11:11: Es geht Richtung Hanau-Kesselstadt.
00:11:13: Während der Verfolgungsjagd wählt Willi die «Eins, Eins, Null» um Hilfe zu rufen – doch am anderen Ende ertönt keine Gegenstimme.
00:11:21: Einundzwanzig Uhr siebenundfünfzig.
00:11:23: Willi kommt nicht durch!
00:11:25: Er erreicht die Beamtinnen einfach nicht.
00:11:27: Eins, eins, null tippt er wieder in sein Handy und widerhebt niemand ab… Einen zwanzig Uhr achtundfünfzig.
00:11:33: Einenzwanzig und neunundfünftig.
00:11:35: In der Aufregung kommt er zweimal auf die falschen Zahlen, verweht sich... Und dann bremst der BMW auf einmal, wird langsamer und hält an!
00:11:43: Nach zweieinhalb Kilometer sind sie nun auf einem großen Parkplatz angekommen mitten am Kutschumacher Platz.
00:11:49: Vor Willi leuchtet jetzt die Reklame Tafel der Arena Bar in bunten Buchstaben.
00:11:54: Der Mann vor ihm steigt aus, stellt sich vor Willis Fensterscheibe, zielt und drückt viermal
00:11:59: ab.".
00:12:01: Dieses Mal trifft er.
00:12:02: In wie des Brust, in die Schulter...in die
00:12:05: Stirn.".
00:12:07: Gerade ist Halbzeit bei Atalanta Bergamo gegen FC Valencia als Etris es viel mal laut knallen hört.
00:12:14: Was is das?
00:12:15: Es ist doch Februar und Sylvester schon längst vorbei, denkt Etris.
00:12:20: Das hört sich nicht gut an, sagt dazu seinen Kumpels in der Arena Bar und dreht sich Richtung Eingangsbereich um zu schauen was da vor sich geht – und da sieht er ihn!
00:12:29: Ein Mann mit Waffe direkt im Eingangsbereich.
00:12:32: Als der Richtung Kiosk geht, schaut der Etris direkt in die Augen – dann bricht Panik in der Bar aus!
00:12:38: Denn wegen der durchgängigen Wand zwischen den zwei Räumen können Etris und seine Freunde genau hören was im Kioskk nebenan
00:12:44: passiert.".
00:12:46: Gülkan Gültikin wird als erstes von den Schüssen des Mannes getroffen.
00:12:50: Ihnen nennen hier in Kesselstadt alle nur Gogo — ein Mensch, der immer gerne für jeden da ist… seine Familie eng bei Samen hält und jeden optimistisch stimmt.
00:13:00: Der siebenunddreißigjährige hat normalerweise für jede Lebenslage einen Plan B, doch an diesem Tag wird ihm jeder Ausweg genommen.
00:13:07: In sechs Sekunden schießt der Täter fünfmal.
00:13:10: Gogo treffen zwei Kugeln – eine ins Herz, eine in den Kopf.
00:13:15: Auch Mercedes Kierpatsch wird zweimal getroffen.
00:13:17: Sie ist fünfund dreißig, Mutter von zwei Kindern.
00:13:20: Unglaublich offen und sympathisch!
00:13:22: Sie arbeitet in dem Kiosk, doch auch wenn sie nicht dort aushilft ist sie oft da.
00:13:27: Einfach so zum Abhängen!
00:13:29: Dann dreht sie die Musik laut auf, lacht und tanzt ausgelassen.
00:13:33: Heute Abend ist sie nur kurz im Kioskk vorbeigekommen um für ihre Kinder etwas zu essen zu besorgen.
00:13:39: Nun verletzt eine Kugel Mercedes Organe Die andere durchtrennt ihre Halsschlagader.
00:13:45: Er ist dreiundzwanzig Jahre alt.
00:13:48: Vor etwa zwei Wochen hat er seine Lehre zum Heizungsinstallateur abgeschlossen.
00:13:53: Fährhardt is tiefgründig, fast philosophisch sagt sein Umfeld.
00:13:57: Zwischenfünfzehn postet er auf Facebook – tot sind wir erst wenn man uns vergisst!
00:14:02: An diesem Abend hat Ferhardt selbst gerade erst den Kiosk betreten und nun sechs Minuten später durchbohrt eine Patrone seine Leber, eine Niere und die Wirbelsäule.
00:14:12: Er schafft es noch, sich über den Boden zu ziehen und hinter die Theke zu griechen.
00:14:16: Dort holt er sein Handy aus der Tasche mit seinem letzten Atemzugraunter auf Türkisch – ich brenne!
00:14:21: Ich
00:14:21: brennne!".
00:14:23: Während die Schüsse durch den Kiosk dröhnen, rennt Etris und seine Kumpels in der angrenzenden Arena-Bahrrichtung tresen, obwohl es einen Notausgang gibt.
00:14:32: Doch weil der immer verschlossen ist, ist die Thekel jetzt gerade die einzige Option um nicht mitten im Schussfeld zu stehen….
00:14:39: Doch hinter der Theke geht es für die jungen Männer nicht weiter.
00:14:41: Der Raum ist eine Sackgasse, und damit sind sie den Täter hilflos ausgeliefert, der jetzt die Bar
00:14:46: betritt.".
00:14:48: Den letzten Schutz finden die Fünffinter einer Säule – alle pressen sich dahinter körper an Körper!
00:14:53: So versuchen Sie sich abzuschotten, indem Sie eine Reihe bilden.
00:14:57: Etris steht ganz vorne, drückt seinen Bauch gegen den kalten Putz.
00:15:01: Hinter ihm Momo dann sein kleiner Bruder Nessa… Dahinter Peter und Hamza neben ihm.
00:15:06: Und dann kommt er... Gerade einmal neun Sekunden hatte der Täter gebraucht, nebenan drei Leben auszulöschen.
00:15:12: Und jetzt läuft er in den hinteren Teil der Bar Richtung der Säule.
00:15:16: Aus nächster Nähe feuert er sechzehn Schüsse auf Etris und seine Freunde ab.
00:15:20: Sechzehntmal knallt es Mark erschütternd laut.
00:15:23: Immer wieder erwischt er man die Säulen.
00:15:25: Etris wundert sich!
00:15:26: Wieso treffen ihn keine SchüsSE?
00:15:28: Wieso wird er nicht
00:15:28: verwundet?!
00:15:29: Ist das vielleicht doch alles nur ein schlechter Scherz...?
00:15:32: Etris nimmt all sein Mut zusammen... ...und spät für einen Bruchteil einer Sekunde um die SÄule herum.
00:15:37: Sein Blick fährt direkt in das Gesicht des Angreifers, und da erkennt er in dessen weit aufgerissenen Augen etwas.
00:15:44: Es ist der pure Hass!
00:15:46: Der Mann zeigt seine Zähne und presst sie aggressiv aufeinander – die Patronen donnern weiter gegen die Säule so dass sich ganze Stücke von ihr lösen als der Täter den fünf jungen Männern immer näher kommt.
00:15:57: Schutz bietet die Salle jetzt kaum noch jemandem….
00:16:00: Die Freunde springen daher in Verzweiflung hinter den Tresen drängen sich nebeneinander bis sie keinen Halt mehr haben und
00:16:05: umfallen.".
00:16:06: Einer über den anderen.
00:16:08: Der Schütze steht jetzt auf der anderen Seite der Theke und feuert von oben auf die am Bodenliegenden, bis die Schüsse verstummen und sich Schritte entfernen – und plötzlich ist alles still!
00:16:21: Der Erste, der sich regt, is Etris.
00:16:23: Er liegt immer noch unter der Thecke, wo er jetzt sein Handy aus der Tasche zieht.
00:16:28: Immer noch in schockstare Wetter.
00:16:29: die Nummer der Polizei.
00:16:31: Einmal zweimal doch niemand nimmt ab….
00:16:33: dann wählt er die eins, einst zwei und endlich kann er jemanden verständigen.
00:16:37: Er erzählt dem Menschen am anderen Ende des Schüsse gefallen sind es Verletzte und sogar Tote gibt.
00:16:42: hier in der Arena Bar mitten in Hanau Kesselstadt.
00:16:46: Während Etris telefoniert merkt er dass seine Zunge taub wird Und er zu nuscheln beginnt.
00:16:51: Er nimmt sein Handy vom Ohr und schaut es an.
00:16:54: Sieht das der Bildschirm mit Blut überzogen ist.
00:16:56: erschrocken wirft er es zur Seite Zu der Seite auf der sein Freund Momo liegt dessen Schulter blutet.
00:17:03: Etris wird ihm einen ernsten Blick zu und sagt, Momo, schau mich an!
00:17:06: Du musst jetzt ehrlich sein.
00:17:08: Wurde ich auch getroffen?
00:17:10: In diesem Moment fühlen sich Momos Augen mit Tränen.
00:17:13: Und gerade noch so bringt er dein Halsblutet über seine Litten.
00:17:20: Seine ganze Hand ist voller Blut.
00:17:22: Irgendwo in dem Chaos hinter der Theke findet er einen Pulli, Etris greift nach ihm.
00:17:26: Dann helfen sich die Freunde gegenseitig.
00:17:28: Etris hält Momo Schultern.
00:17:30: dafür drückt Momo auf den improvisierten Pulliverband auf Etris Hals und dann wie aus dem Nichts steht auf einmal Peter vor ihnen unverletzt.
00:17:39: Peter zieht Momo unter der Thecke hervor als eigener Kraftschaffter es nicht mehr.
00:17:43: Dann ruft Peter wir müssen hier raus schnell bevor er wieder kommt.
00:17:48: Etris nimmt all seine Kräfte zusammen und steht auf.
00:17:52: Er kann jetzt nicht einfach hier liegen und sterben, denkt er – und die anderen auch nicht.
00:17:56: Vielleicht braucht ja noch jemand Hilfe!
00:17:59: Etris geht um die Theke herum.
00:18:00: Da fällt sein Blick als erstes auf Hamza.
00:18:03: Er liegt auf dem Boden zweifach getroffen.
00:18:06: Daneben entdeckt Etris seinen kleinen Bruder Nessa.
00:18:09: Auch er ist verletzt und regungslos.
00:18:11: Etris rennt zum Kiosk nebenan.
00:18:13: Kann da jemandem helfen?
00:18:15: Er sieht auch da drei Menschen leblos auf dem Boden liegen.
00:18:18: Einer von ihnen ist Ferrehardt, ein Freund von Etriss, den er schon seit der Grundschule kennt.
00:18:23: Dann läuft er weiter nach draußen an die frische Luft.
00:18:26: Sein Blick fällt auf einen Silbernen Mercedes mit Einschlusslöchern und kaputter Frontscheibe, der direkt vor der Bar steht.
00:18:32: Das müssen die Schüsse gewesen sein, denkt er.
00:18:35: Das Knallen das wir von draussen gehört haben.
00:18:37: Hunderte kleine Scherben liegen quer über den ganzen Asphalt verstreut.
00:18:41: Etris rennt hin und sieht hinein.
00:18:43: Hinter dem Steuer sitzt zusammengesagt ein junger Mann.
00:18:46: Auch er ist verwundet, einen Schuss in die Brust, einer an die Schulter und einer mitten in seine Stürme – und Etris realisiert dass er hier nicht mehr helfen kann!
00:18:56: Er lehnt sich gegen den Wagen dessen Motor noch läuft, seine Kräfte schwinden.
00:19:00: fest drückt er auf seinen Hals, inzwischen spürt er seine Zunge gar nicht mehr.
00:19:05: Etris verhaart dort und wartet nun selbst auf die Hilfe, die er gerufen hat.
00:19:10: Doch als die Beamtinnen endlich eintreffen, ist Etris überrascht.
00:19:13: Sie kommen ihm nervös und zittrig vor – einer von ihnen betritt die Arena-Bar, kommt wieder raus und übergibt sich bei dem Anblick dessen was ihn drinnen erwartet hat.
00:19:22: Später wird Etris im Spiegel erzählen das es an diesem Tag lange dauert bis er endlich medizinisch versorgt wird, dass ihm das Sprechen von Minute zu Minute schwerer fällt und er zu nur schön beginnt….
00:19:32: Und dass nach und nach Polizeivagen Hubschrauber und Einsatzkräfte anrücken aber niemand der ihm helfen kann!
00:19:39: Sieht nach einem Streifschuss aus, sagt einer der Polizisten.
00:19:43: Etris schöpft Hoffnung.
00:19:44: Vielleicht ist es dann ja doch nicht so
00:19:45: schlimm.".
00:19:47: Als endlich ein Krankenwagen kommt wird Etris von den Rettungskräften abgetastet.
00:19:51: Ein Schusswunder heilt und keine Austrittswunde.
00:19:54: Die Kugel ist noch drin.
00:19:56: Etriss wird auf eine Trage befestigt.
00:19:58: Dann schreit plötzlich jemand.
00:20:00: Der Täter ist wieder da!
00:20:01: Und von einer auf die andere Sekunde verschanzen sich alle.
00:20:04: Teilweise hinter seiner Trage, auf der Etris festgebunden liegt – mit dem Blick zur Arena war!
00:20:11: Ein Fehlalarm.
00:20:12: Doch bis der Krankenwagen mit Etris dessen Kräfte weiter und weiter schwindend endlich losfährt vergehen wichtige Minuten.
00:20:19: Dabei ist Etris Gesundheitszustand kritisch.
00:20:21: Die Kugel steckt noch immer in seinem Hals.
00:20:23: Eine andere hat seine Schulter verletzt.
00:20:26: Im Krankenhaus zieht man ihm die Schuhe aus Dann wandert eine Spritze an seinen Armen.
00:20:30: Wir legen dich jetzt schlafen, hört Etris noch.
00:20:33: Und dann ist es als hätte jemand den Horrorstreifen der gerade lief
00:20:36: ausgeknipst.".
00:20:39: Während rund um die Arena war immer noch Chaos herrscht und die Angehörigen um das Leben ihrer Liebsten bang melden sich mehrere Zeuginnen bei der Polizei.
00:20:47: Sie haben den Täter gesehen wie er in ein Auto gestiegen ist und sich das Kennzeichen gemerkt.
00:20:52: Darüber kommen die Beamtinnen an einen Namen – Stefan S., und eine Adresse.
00:20:58: Sofort macht sich die Polizei auf den Weg zu dem terracottafarbenen Reihenhaus in Hanau-Kessel statt.
00:21:04: Doch erst ca.
00:21:05: vier Stunden später verschaffen sich Einsatzkräfte Zugang zum Gebäude.
00:21:09: Darin treffen sie als Erstes auf den Vater des Gesuchten, er steht im Flur und amt Schießbewegung nach, ruft dann zweimal die elevens null – obwohl die Einsatzkräften ja an seinem Haus sind – und berichtet denen von einem Terroranschlag mit großer Detonation.
00:21:25: Während der augenscheinlich verwirrte Mann befragt wird, findet das Einsatzkommando in einem anderen Zimmer die Leiche einer zwanzigjährigen Frau.
00:21:32: Es ist die Mutter von Stefan.
00:21:34: Im Keller des Hauses entdeckt man schließlich auch den Gesuchten – er liegt am Boden!
00:21:39: Stefan hatte zunächst seine Mutter und dann sich selbst erschossen.
00:21:42: Er selbst kann der Polizei also nicht mehr erklären warum er an diesem Abend innerhalb nur wenigen Minuten so viele Menschen getötet hat.
00:21:50: Doch die Dateien aus seinem PC zeichnen noch in dieser Nacht ein sehr klares Bild davon, was Stefan angetrieben hatte.
00:22:11: Einer der durchgeschossesten Leute des Jahrgangs macht auf Oberkuhl und Karriere, schwallt oft ohne Inhalt und Ziel, schwankt zwischen lieb- und hyperaggressiv.
00:22:21: Schafft es die absurdsten Kommentare zum absurdsten Zeitpunkt zu reißen?
00:22:26: Nach dem ABI macht Stefan eine Lehre zum Bankkaufmann – anschließend studiert er BWL in Bayreuth.
00:22:32: Die angestrebte Karrierei scheint so funktionieren doch Weggefährten hat Stefan nicht!
00:22:36: Keine engen Freunde keine Partnerin.
00:22:39: Stefan bleibt allein Auch als er irgendwann zum Arbeiten in verschiedene Städte zieht.
00:22:44: Als er im Jahr twohundneinzehn wegen mangelhafter Leistungen bei einer Softwarefirma gekündigt wird, geht er nach Hanow zurück, zieht ihn in den Keller des Elternhauses und hilft seinem Vater die an Parkinson erkrankten Mutter zu pflegen.
00:22:56: Wenn er sich da nicht gerade um seine Mutter kümmert, geht Stefan unter anderem schießen.
00:23:01: Seit zwei-tausenddreizehn hat er eine Waffenbesitzkarte – für die Ausübung des Hobbys des sportlichen Schießens hatte er dort als Zeck angegeben!
00:23:09: Doch der eigentliche Zweck wird deutlich, als die ermittelnde nun Stefans PC durchsuchen.
00:23:14: Dann dort finden sie ein fünffanzigseitiges Dokument, das seine abscheuliche und groteske Sicht auf die Welt erkennen lässt.
00:23:21: In dem Pamphlet, dass Stefan aus seiner Website hochgeladen hatte, vermittelt er ein rassistisches Islam-feindliches antisemitisches und von verschiedenen Verschwörungstheorien geprägtes Weltbild.
00:23:32: Er schreibt beispielsweise, dass er schon als junger Mann erkannt habe das Zitat schlechte Verhalten bestimmter Volksgruppen ein Problem sei und über Menschen mit Migrationshintergrund.
00:23:43: Dass diese Zitat äußerlich instinktiv abzulehnen sein und sich zu dem in ihrer Historie nicht als leistungsfähig erwiesen hätten.
00:23:52: Umgekehrt habe er sein eigenes Volk als ein Land kennengelernt aus dem das Beste und Schönste entsteht und herauswächst was diese Welt zu bieten hat.
00:24:01: Als Lösung für die Probleme, die andere Völker verursachen würden, schlägt Stefan vor Teile der Menschheit zu vernichten und setzt sich diese Mission selbst zum Ziel.
00:24:11: Wegen des Verdachts auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund unter besonderem Bedeutung der Tat werden die Ermittlungen noch am Morgen des zwanzigsten Februars an die Bundesanwaltschaft Karlsruhe übergeben.
00:24:22: Denn jetzt ist klar – Die Opfer wurden auf Grund ihres erkennbaren Migrationshintergrunds ausgewählt!
00:24:29: Am Abend des neunzehnten Februar ist Julia gerade dabei ein Schnitzel für ihren Sohn Willi zuzubereiten, als ihr Mann Nicolesco es draußen viermal knallen hört.
00:24:38: Das Entschüsse sagt er zu seiner Frau – doch Julia meint das es sowas in Deutschland nicht gebe!
00:24:44: Nico muss sich zurückhalten mit seinem Appetit, für Willi soll immerhin was übrig bleiben wenn er von der Arbeit nach Hause kommt.
00:24:50: Die Pounds gehen wie jeden Abend gegen zwanzig Uhr ins Bett.
00:24:53: Am nächsten Tag müssen sie wieder früh raus bevor sie zur Arbeit an den Supermarkt.
00:24:58: Vater Nikolesko fährt dort stapler und Mutter Julia sortiert die Waren ein.
00:25:03: Doch als Nico am nächsten Morgen das Zimmer seines Sohnes betritt, ist das Bett noch immer leer.
00:25:07: Nico hat sofort ein seltsames Gefühl versucht.
00:25:10: will ihm mehrmals anzurufen oder ihn über den Messenger zu erreichen – doch wie?
00:25:15: er antwortet nicht!
00:25:16: Als Nico und Julia auf dem Weg zur Arbeit sind wird im Radio einen Beitrag gesendet in dem erzählt wird dass es gestern in Hanau einen rassistischen Anschlag gab.
00:25:24: Nico dreht das Radio lauter, kann nicht glauben was er da hört.
00:25:28: Er übersetzt seiner Frau die kaum Deutsch spricht, was gerade erzählt wird.
00:25:32: Danach versucht er wieder seinen Sohn zu erreichen.
00:25:35: Um elf Uhr hält er es dann nicht mehr aus und erzählt seinem Chef dass wir die gestern Abend nicht nach Hause gekommen ist.
00:25:40: Geh sofort zur Polizei sagt der.
00:25:43: Wenig später stehen Nico und Julia in der Polizeistation am Marktplatz.
00:25:47: Über eine Stunde verbringen sie dort mit Warten, nur damit man ihnen erzählt, dass sie zu einer anderen Polizeistation am Freiheitsplatz gehen sollen.
00:25:55: Diese Station ist voll mit Menschen – Menschen die traurig aufgewühlt und verzweifelt sind, die weinen und nicht weiter wissen.
00:26:02: Was ist passiert?
00:26:03: Was ist
00:26:03: los?",
00:26:04: fragt Julia ihren Mann.
00:26:05: Die beiden nennen den Polizistinnen Willis Daten und sein Autokennzeichen.
00:26:09: Eine weitere Stunde vergeht bis sie von jemandem in ein Zimmer gebeten
00:26:13: werden.".
00:26:14: Es tut mir leid, ihr Sohn ist gestern bei dem Attentat im Kutschumacherplatz gestorben.
00:26:19: Dann werden sie nach Hause
00:26:20: geschickt.".
00:26:22: Was macht man wenn sein Kind tot ist?
00:26:24: Wo geht man dann hin?
00:26:25: Wohin mit sich
00:26:26: selbst?!
00:26:28: Auch Nico und Julia fragen sich das!
00:26:30: Vom Kutschuhmacherplatz haben die beiden noch nie gehört – was hat wir denn da gemacht?
00:26:35: Es ist zwanzig Uhr als Nico entscheidet zu den Platz zu gehen um dort eine Kerze für Willi anzuzünden.
00:26:40: Eine von vielen, die an diesem Abend für die Opfer brennen….
00:26:44: Dort kommt Nico mit anderen Angehörigen ins Gespräch.
00:26:47: Wo warst du bis jetzt?
00:26:48: Vor einer halben Stunde ist dein Sohn von hier weggebracht worden, was für eine Familie seid ihr?
00:26:53: sagt Einer.
00:26:55: Nico und Julia hatten keine Ahnung – sie sind nur für eine Kerze hergekommen!
00:26:59: Auf der Polizeistation hatte man ihnen erzählt dass ihr Sohn schon zur Obduktion gebracht wurde Und jetzt erfahren Sie von einem aufgebrachten Mann das wir die bis eben hier tot in seinem Auto lag
00:27:10: Wieder angeknipst.
00:27:11: Nach zwei Tagen ist Etris plötzlich wieder da und der Film läuft weiter, Schläuche hängen an ihm dran – reden geht nicht!
00:27:19: Etris ist jetzt auf der Intensivstation im Frankfurter Uniklinikum.
00:27:23: Dort erfährt er, dass die Kugel rausoperiert wurde.
00:27:25: Siebzehn Stunden steckte sie in seinem Kopf.
00:27:28: Eigentlich ist er jetzt in Sicherheit, ein Obhut der Ärzteschaft.
00:27:32: Doch sicher fühlt sich Etris nicht.
00:27:34: Er hat schlimme Flashbacks.
00:27:36: In einer Nacht wird im Krankenhaus etwas auf eine Rampe geladen.
00:27:39: Es knallt.
00:27:40: Etris schreckt sofort hoch, will sich unter seinem Bett verstecken.
00:27:43: Noch immer kann er nicht sprechen – deshalb reicht man ihm ein Klemmenbrett auf dem er etwas notieren
00:27:48: kann.".
00:27:49: Etriss schreibt genau einen Wort, fünf Buchstaben und ein Fragezeichen.
00:27:54: die Frage, die ihn in den letzten Stunden am meisten beschäftigt hat Nessa.
00:27:59: Die Ärztinnen erklären ihm sein Bruder sei hier Auf der Intensivstation Sein Zustand sei kritisch.
00:28:06: Etris stutzt kurz, so wie er in seinem Bruder dort in der Arena bar hatte Liegensehen dachte er, er sei tot.
00:28:12: Doch jetzt ist er beruhigt – Nessa lebt und den.
00:28:15: Etriss macht sich erleichterungbreit.
00:28:17: Ein paar Stunden später.
00:28:19: Etris legt in seinem Krankenbett und spielt an der Fernbedienung dafür rum.
00:28:23: Plötzlich hört er eine Stimme!
00:28:25: Er hat da aus Versehen das Radio eingeschaltet.
00:28:27: Es ist Bundespräsident Frank-Weiter Steinmeier, die auf dem Marktplatz in Hanau eine Malenwache für die Opfer gehalten.
00:28:34: Was geschehen ist, das ist furchtbar.
00:28:36: Denn gescheh'n isst was wir alle doch zu tiefst fürchten Geliebte Menschen zu verlieren nämlich Nichts kann uns den Schmerz um sie nehmen.
00:28:47: Und dann hört Etris wie im Radio die Namen der Opfer des rassistischen Anschlags vorgelesen werden Ferre hat Unwahr, Kalyan Wellkow und Zahid Nessar Hashimi.
00:29:09: Und dann realisiert Etris das Frank-Walter Steinmeier Recht hat.
00:29:14: Nichts kann ihm den Schmerz nehmen.
00:29:16: Sein kleiner Bruder ist tot!
00:29:19: Die Ärztinnen und seine Eltern hatten ihn angelogen damit sein Schmerzen seiner Heilung nicht im Weg
00:29:24: steht.".
00:29:26: In Hanau herrscht derweil Ausnahmezustand.
00:29:29: Die Gewissheit, dass Menschen nur aufgrund ihrer Rassifizierung kaltblütig erschossen wurden trifft mitten ins Herz.
00:29:35: Am Wochenende bekunden Tausende öffentlich ihr Mitgefühl und ihre Bestürzungen gedenken den Opfern und wollen ein Zeichen setzen – Flagge zeigen gegen Rassismus!
00:29:45: Gemeinsam laufen die Menschen die Route vom Kurschumacherplatz bis in die Hanauer Innenstadt, bis zum Marktplatz auf den Wilhelm und Jakob Grimm von oben nun nicht auf fotos schießende Touristinnen sondern auf Blumen, Grabkerzen und Fotos hinabblicken.
00:29:59: Die fast den ganzen Boden
00:30:00: bedecken.".
00:30:01: Bei der Kundgebung vor Ort meldet sich der Oberbürgermeister Klaus Kaminski zu Wort und erklärt – «Die Tage und Stunden sind zu Friedenszeiten die schwerzesten und dunkelsten, die unsere Stadt je erlebt hat.» Und wendet sich danach direkt an die Angehörigen.
00:30:16: Ihr seid nicht alleine, wir können euren Schmerzen natürlich nicht lindern aber ein klein wenig Toast könnten wir
00:30:22: spenden.".
00:30:24: Die Zeitungen sind voll mit den Bildern der Trauernden und in Deutschland gibt es für kurze Zeit nur das eine Thema.
00:30:31: Kannst du dich noch daran erinnern?
00:30:37: Also jetzt nicht so in dem Sinne von, ich weiß noch genau wo ich war als ich davon erfahren habe.
00:30:42: So wie man das mit anderen Terroranschlägen oder sowas hat was eigentlich ja auch schlimm ist.
00:30:48: Weil dadurch dass es davor schon einige solcher Anschläge gab, hat man nicht mehr dieses Schockgefühl und das ist ja ganz schlimm eigentlich, dass das nicht normal geworden ist aber dass man das wahrnimmt natürlich noch und auch noch wahrnimmt wie das so war in der Zeit mehr sich genau an diesem Moment erinnert, wo man davon erfahren hat.
00:31:10: Weil es für uns die nicht in Hanau wohnen, diesen Bezug dann hat.
00:31:15: Ja und dadurch dass eben der Anschlag von Halle auch nicht so lange her war, war das für mich persönlich auch dann in der Zeit danach relativ schwierig, das auseinander zu halten obwohl das ja ganz andere Taten waren sozusagen und ich ehrlicherweise da im Februar nicht so viel davon mitbekommen habe.
00:31:38: Also was ich noch weiß, dass man am Anfang und vielleicht ist es mir auch deswegen nicht so hängen geblieben... Man wirklich teilweise noch von Chisha-Morden oder von klaren Kriminalität gehört hat.
00:31:50: Was ja auch in den Medien dann war!
00:31:52: Ja, genau.
00:31:54: Mir war das am Anfang nicht so klar, dass es ein rassistisches Attentat.
00:31:58: jetzt ist und das haben im nachhinein ja auch Angehörige stark kritisiert, dass die Medien in der ersten Berichterstattung so getan haben als während des Zitat, das habe ich aus diesem Spotify-Podcast, Ninze Null, zweizwanzig, dass da einen Angehöreger sagt, das waren da die Kanakken unter sich.
00:32:18: So hat er die Berichterstattung damals wahrgenommen.
00:32:21: Ja, das ist richtig schlimm.
00:32:23: Also ich hatte auch das Gefühl dass sich das aber relativ schnell gewendet hat als dann klar war des Rossismus Das Motiv des Täters auch wahr Dass man sich auch als Presse da zusammen gerissen hat und so eine öffentliche Debatte dann geführt wurde wie Und über wen man eigentlich berichten sollte und dass man sich dann schon bemüht hat auch die richtigen Begriffe zu benutzen und dass man eben eher zum Beispiel von Rassismus spricht als von Fremdenfeindlichkeit.
00:32:49: Ja, das weiß ich auch noch genau.
00:32:50: Dass da also das unter anderem diese Tat auch erstmal darauf aufmerksam gemacht hat, dass man dieses Wort Fremdefeindlichkeit nicht benutzt weil es keine Fremdien sind.
00:33:02: Aber ansonsten muss man ja einfach sagen, dass generell Auch gar nicht so viel Augenmerk darauf gelegt wurde, weil einfach eben danach Corona kam.
00:33:11: Und dann war das das Thema was ja bis heute auch immer noch über allem schwebt und was einfach alles andere so weggeschwemmt hat aus dem öffentlichen Interesse.
00:33:23: Viele Angehörige und Überlebende des Hanauer Anschlags haben durch Corona und die Berichterstattung über das Virus jetzt natürlich Sorge dass sie tat und damit auch ihre Aufarbeitungen nicht nur in der Öffentlichkeit in den Hintergrund rutscht.
00:33:36: Und deshalb wird am sechsten März die Initiative neunzehnte Februar Harnau gegründet.
00:33:42: Mit dem Ziel, die Namen der Opfer nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und dafür zu kämpfen das Verbrechen aufzuarbeiten um andere zu verhindern.
00:33:51: Die Tat Aufzuklären ist auch der Auftrag der Bundesanwaltschaft.
00:33:54: Dazu wenden sie sich unter anderem an den renommierten forensischen Psychiater Henning Sass.
00:33:59: Er soll ein Gutachten erstellen, das Auskunft über Stefans Psyche geben soll.
00:34:03: Denn wenn man die Website von ihm genauer unter die Dupe nimmt, bemerkt man dass ihn nicht nur Rassismus und rechtsextremes Gedanken gut umgetrieben haben.
00:34:12: Viel mehr wird anhand von Stefans Dateien auch sein Blick auf sich selbst klar!
00:34:16: In seinem Pamphlet steht nämlich, dass er sich schon von Geburt an einem großen Geheimdienst überwacht fühlt und dieser in der Lage sei, sich in die Gehirne von Menschen einzuklinken.
00:34:26: Und sie bis zu einem gewissen Grad fernzusteuern!
00:34:29: Dass er in der Liebe bisher kein Glück hatte, ist seiner Ansicht nach übrigens auch bewusst von dieser geheimen Organisation gesteuert.
00:34:36: In diffusen Online-Videos erklärt Stefan der Welt seine abstrusen Theorien und gibt sich leidenschaftlich Verschwörungstheorien hin – beispielsweise warnt er US-Amerikanerinnen vor unterirdischen Militärbasen, in denen der Teufel persönlich angebetet würde und kleine Kinder missbraucht, gefoltert oder getötet
00:34:54: würden.".
00:34:56: Er red dem deutschen Volk außerdem, dass man um die Welt vor dem Leid der vergangenen Jahrhunderte zu bewahren eine Zeitschleife fliegen und die Erde in der Vergangenheit zerstören müsste.
00:35:10: Und diese Ideen sind tatsächlich nicht neu!
00:35:12: Von Anfang der zweitausender Jahre stellt Stefan bei der Polizei durch die Wand und durch die Steckdose abgehört, belauscht und gefilmt werde.
00:35:23: Daraufhin diagnostiziert ihm ein Amtsarzt auch eine Psychose aus dem Schizophrenenformenkreis und spricht sich für diese fortige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus
00:35:32: aus.".
00:35:34: Daraufhin rand Stefan einen Polizisten mit dem Kopf und stürmt aus dem Zimmer.
00:35:39: In Hanschellen wird er ins psychiatrische Krankenhaus eskottiert, mithilfe eines Anwalts verlässt er dieses allerdings schon am selben Abend wieder.
00:35:47: So bleibt Stefan unbehandelt – fünf Jahre später greift der dann ein Wachmann an!
00:35:52: Doch auch dafür gibt es keine Konsequenzen.
00:35:54: Genauso wenig wie für die Waffen, die sich Stefan ab im Jahr zehntinzehn legal beschaffen kann weil sein Antrag auf die Waffensitzkarte nicht ordentlich geprüft.
00:36:03: Nach dem Sichten des Pamphlets und anderer Unterlagen kommt der forensische Psychiater Sass auf über hundertvierzig Seiten letztendlich zu dem Schluss, das bei Stefan klare Anzeichen einer paranoidischen Schizophrenie zu erkennen sind.
00:36:16: Wir hatten ja schon mal eine eigene Folge zum Thema.
00:36:19: trotzdem noch einmal hier zur Einordnung die paranoide Schizophrenia ist die verbreitete Form einer Schizophrenien.
00:36:25: generell ist das Krankheitsbild sehr komplex und vielfältig heißt es gibt nicht die eine typische Psychose aber mehrere Symptome tauchen immer wieder auf.
00:36:35: Zum Beispiel akustische Halluzinationen, bei denen die Betroffenen Stimmen hören und ihnen beispielsweise Befehle erteilen – auch der Waren kommt nicht selten vor.
00:36:44: Hierbei entwickeln betroffene falsche Vorstellungen, die von der Realität stark abweichen, fühlen sich zum Beispiel verfolgt überwacht oder kontrolliert so wie das auch Stefan berichtet hat.
00:36:54: Die Betroffenen sind so überzeugt von ihren Vorstellungen, dass sie unbeirrbar daran festhalten.
00:36:59: Auch wenn man ihnen ganz klare logische Beweise für das Gegenteil darlegt.
00:37:04: Zudem erleben Sie sich häufig selbst und Ihre Umwelt unwirklich und fremd.
00:37:08: Experten sprechen dann da von einer Ichstörung wo dann sozusagen die Grenzen zwischen dem ich und dem Umfeld verschwimmen.
00:37:16: Laut der forensischen Psychiaterin Dr.
00:37:18: Nahleis Améen, mit der wir für diese Folge gesprochen haben ist das aber ganz wichtig festzuhalten dass die psychiatrische Erkrankung des Täters nicht das einzige Problem, nennen wir es mal war sondern er eben auch eine eindeutige Gesinnung hatte.
00:37:33: Es kommt eben eindeute hinzu ein rechtsextremistisches Gedankengut, ein völkisch extremistisches rassistisches Gedankengut.
00:37:44: Das ist ja zunächst mal keine Erkrankung, das ist eine politische Überzeugung die sich aus verschiedenen Gründen und Ursachen bei jemandem entwickelt.
00:37:53: Aber hier kommt es sozusagen zu einer Überlagerung von Schizophrenasymptomatik und von einer persönlichen ideologischen Aufhängung Und darüber hinaus gibt es eine doch beträchtliche nazistische Persönlichkeitsstörung.
00:38:10: also jemand der sich selber sehr aufwertet aggrandisierte, sehr grandios sieht seine Volksgemeinschaft sehr grandio sieht der sich überlegen fühlt über andere Menschen und dadurch im Grunde sein Selbstwert stabilisiert.
00:38:25: Und auf der anderen Seite in seinem Leben ja scheitert.
00:38:28: er hat keine Intimbeziehung Er ist beruflich nachher nicht mehr erfolgreich gewesen das heißt es gibt den sogenannten Knick in der Lebenslinie im übrigen auch ganz typisch für Menschen mit einer Schizophrenie so dass sich bei diesem Attentäter in der Tat drei Auffälligkeiten ergeben, zwei auffälligkeiten im Bereich der psychiatrischen Diagnose und eben eine spezifische ideologische Überzeugung.
00:39:11: Die Tat
00:39:14: ist ja eindeutig rassistisch, weil ich könnte ja rein theoretisch auch die wahnhafte Überzeugung haben das was weiß ich alle rotarigen Frauen Hexen sind und könnte ja die draußen erschießen.
00:39:23: dann wäre es nicht rassistsisch.
00:39:24: Dann wäre es auch verrückt aber nicht in dem Sinne.
00:39:26: Das heißt die Motivwahl und die Begründungen also die Rationalisierungen die dämen zur Runde liegen sind eindeutlich rassismotiviert.
00:39:36: Die spannende Frage ist aber natürlich ob die Schizophrenie sozusagen die Schwelle zur Tatbereitschaft gesenkt haben könnte oder nicht, das kann man nachher schwer auseinanderhalten.
00:39:52: Allerdings reicht ein schwerer malikner Narzissmus, ein bösartiger Narzismus und eine rassistische Ideologie auch aus umgegebenenfalls solche Attentate zu verüben.
00:40:04: also es bedarf Keiner Schizophrenie, aber die Schizophrenien ist eine Erkrankung, die die Persönlichkeit nochmal sehr verändert.
00:40:11: Und von daher kann man das jetzt sozusagen im Nachhinein natürlich sehr schwer auseinander klamüsern.
00:40:17: Aber das Motiv des Handlungsmotivs ist ein Rassistisches.
00:40:20: Das ist schon sehr einheitlich.
00:40:22: Also irgendwie habe ich das Gefühl dass wenn bei solchen Tätern irgendwie einen kleiner Hinweis auf eine psychische Erkrankung auftaucht, dass dann oft die Reaktion ist ach!
00:40:34: Ach so, der war krank.
00:40:36: Ja dann kann man das ja alles eh gar nicht so ernst nehmen was er da vor sich rumgeblabbert hat oder wenn er irgendwelche rassistischen Sachen erzählt hat?
00:40:44: Ich glaube aber dass das hauptsächlich bei Personen ist die sich diese Tat unbedingt erklären wollen und das ist natürlich schwer bei so einer Tat.
00:40:54: ne ich glaube aber zum Beispiel dass das gar nicht in den Köpfen der Angehörigen stattfindet Denn wenn die sagen würden, die Person ist krank.
00:41:04: Dann müssten sie sich ja eventuell auch eingestehen dass der nicht hundertprozentig was selbst dafür kann.
00:41:10: und deswegen glaube ich das es aber bei Angehörigen zum Beispiel wirklich nur ganz ganz selten der Fall ist und wir wissen das aus Uitea zb ja auch da stand ja auch im Raum dass der Täter vielleicht eventuell wegen seiner Krankheit schuldunfähig ist Und da haben Ja Die Angehöhrigen und geführt Ganz Norwegen Dafür gekämpft Dass Der Nicht Schuldunfähige gesprochen wird und dass man ihm wirklich die Schuld dafür geben kann, und das man sagen kann der war nicht krank.
00:41:37: Das war seine Ideologie und er hat ganz genau gewusst was er da tut.
00:41:40: Genau!
00:41:41: Und ich finde es halt wichtig nicht immer so eine Reaktion direkt kommt, weil erstens man oft nicht nach einer Tat, wenn sich der Täter auch selber umgebracht hat.
00:41:50: Wie schnell weiß man da ob da wirklich ne psychiatrische Erkrankung dahinter lag und wie weit vorangeschritten war die oder ausgebreitet?
00:41:57: Und wäre diese Tat vielleicht ja auch ohne sie passiert?
00:42:01: Weil wenn ich jetzt zum Beispiel an andere Arten von Terror denke und Menschen, die in den Jihad ziehen und sich da selber in die Luft sprengen Dann habe ich nicht das Gefühl, dass man irgendwie als Öffentlichkeit oder Presse da dann psychiatrische Sachen mit reinzieht.
00:42:19: Sondern da ist es eher die Religion weißt du?
00:42:22: Und bei rechtsextremen Tätern oder Täterinnen ist das anders und ich glaube auch, dass es dann so gemacht wird weil man damit leichter umgehen kann wenn einer aus der eigenen Stadt krank war und deswegen eine Tat begangen hat.
00:42:37: Ich finde aber deswegen das auch gerade sehr wichtig und auch gut, dass hier im Nachhinein das so aufgeklärt wurde mit der Psyche.
00:42:44: Das liegt natürlich auch daran, dass er vorher schon psychisch auffällig war und es da Dokumentationen drüber gab.
00:42:51: Aber es ist natürlich ganz schwierig wenn sich der Täter oder die Täterin suicidiert hat im Nach hinein darüber eine Aussage ansonsten zu treffen und dann tappen natürlich sehr viele im Dunkeln Und ich find' das hier in diesem Fall Zumindest einen guten Aspekt, dass das einigermaßen aufgeklärt schien.
00:43:08: Ja und wie der Rassismus in diese Fantasie reingespielt hat und wie es sich sozusagen bedingt hat?
00:43:17: Aber diese Einblicke in Stefans Züche bringen den Angeführigen weder ihre Kinder zurück noch beantworten sie ihnen Fragen die ihn wirklich auf der Seele brennen.
00:43:26: Sie wollen weitere Hintergründe der Tat geklärt wissen.
00:43:29: Nikolesko und Julia Pauhen treibt vor allem um, warum sie sich alle Antworten auf ihre Fragen selbst suchen müssen.
00:43:36: Billy hatte an dem Abendsanschlag seinen Ausweis und sein Führerschein dabei.
00:43:40: Er saß in seinem Auto das auf seinen Namen angemeldet war Und trotzdem ist niemand zu der Adresse gegangen unter der er gemeldet War und in der auch seine Eltern nehmen.
00:43:49: Nico und Julia hatten selbst zur Polizei gehen müssen Um herauszufinden dass ihr so ein Tod ist Und jetzt müssen Sie selbst herausfinden Warum?
00:43:57: Bis jetzt wissen Nico und Julia nämlich noch immer nicht, was Willy eigentlich am Kurt Schumacher Platz gemacht hat.
00:44:22: Sie erfahren von Willys gescheiterten Versuchen die Polizei zu kontaktieren, dass der Täter auf Willi geschossen hatte und er ihm trotzdem gefolgt war.
00:44:30: Aber so war Willi einfach!
00:44:32: Er hat immer allen geholfen – selbst den kleinen weißen Kätzchen in ihrem Heimatdorf in Rumänien, die er so oft mit nach Hause brachte weil er Mitleid mit ihnen hatte.
00:44:40: Nico und Julia sind sich aber sicher das Willi den Täter nicht auf eigene Faust stoppen wollte.
00:44:45: Ihr Sohn hatte der Polizei vertraut.
00:44:47: Er hatte mehrmals aus dem Wagen die Nummer gewählt, er wollte die Arbeit denen überlassen, die dafür zuständig waren.
00:44:53: Aber es nahm keiner ab!
00:44:55: Willi wählte fünfmal zweimal falsch und um einundzwanzig, o siebenen, fünftig, achtunfünfzig und neunundfünfzig richtig.
00:45:02: Wieso fragen sich Willis Eltern immer wieder?
00:45:04: Denn sie sind sich sicher dass Willi den Tätern nicht verfolgt hätte wenn die Polizei sich darum gekümmert hätte.
00:45:10: Deswegen erstattet Nikolesko Anzeige gegen die Betreiber in der Notrufzentrale und die verantwortlichen Polizeikräfte wegen fahrlässiger Tötung ihres Sohnes.
00:45:21: Also wie schlimm, dass man sich da jede Info selbst zusammensuchen muss?
00:45:27: Da bekommt man ja das Gefühl, das wäre dann halt nicht wichtig genug die Umstände der Ermordung des eigenen Sones zu erfahren.
00:45:34: Ja und nicht nur, dass sich da irgendwie offenbar niemand interessiert hat Die haben auch teilweise richtig schlampig gearbeitet, weil als Willis Eltern die Sterbeurkunde ihres Sohnes nach Hause geschickt bekommen haben stand er nicht Willis Name sondern der Name seines Vaters.
00:45:50: Also hielt der Vater quasi seine eigene Sterbe Urkunde in den Händen.
00:45:55: Geht's noch?
00:45:56: Ja!
00:45:57: Also das war halt auch nicht die einzige Familie, bei denen das so schief gelaufen ist.
00:46:02: Die Betroffenen waren wirklich schockiert von dem Umgang mit ihnen.
00:46:06: Peter zum Beispiel, der ja auch in der Arena bar war und auf den auch geschossen wurde sollte dann nach der Tat zur Polizeiwache am Freiheitsplatz drei Kilometer zu Fuß gehen.
00:46:19: Und da war der Täter noch nicht mal gefasst.
00:46:21: In was für einem Zustand war er da bitte?
00:46:24: Total verängstigt ja auch und muss denn da zur Polizeiwache laufen.
00:46:29: Und dann versteht man es natürlich als Angehöriger auch nicht, dass sich der hessische Innenminister danach irgendwo hinstellt und sagt das die Betreuung der Angehöhrigen quasi super gelaufen sei?
00:46:39: Ja... Das geht gar nicht!
00:46:42: Was so eine Sache war an die ich jetzt gar nicht direkt gedacht hätte, ist für die Angehöhre sehr schlimm war, dass die Opfer obduziert wurden weil sie aber auch teilweise gar nicht wussten, dass es so war.
00:46:56: Und als Sie sich dann von denen verabschieden wollten quasi diese zugenähten Körper dann gesehen haben und sozusagen nochmal ein zweites Mal dadurch traumatisiert wurden
00:47:07: ja total Ja.
00:47:10: und dann kann man natürlich auch verstehen wie bestürzt diese Familien und vor allem halt die Familie auch von Willi natürlich wahr Als sie dann erfährt das diese Anrufe nicht durchgekommen sind.
00:47:24: Hier war es nun aber tatsächlich so, dass die Staatsanwaltschaft Hanau da schon ermittelt hat im Vorfeld zu diesen nicht angenommenen Anrufen.
00:47:33: Weil ja auch nicht nur Willi es dort versucht hat sondern auch Etris bevor er die eins-eins zwei wählte.
00:47:39: Am neunzehnten Februar, zwanzigzwanzig ging zwischen einundzwanziger uhr fünfundfünfzig und zweinzwanzige Uhr neun nur fünf Notrufe bei der eins-eins-null ein.
00:47:48: Alle anderen sind offenbar nicht durchgekommen.
00:47:51: Laut Information des Spiegel gingen der erste Notruf circa eine Minute nachdem das erste Opfer erschossen wurde ein und der dritte erst nachdem schon alle Opfer des rassistischen Anschlags tot waren.
00:48:02: In einem Bericht des ARD-Nachrichtenmagazins Monitor äußert sich der Vorsitzende des Bundesdeutscher Kriminalbeamter Sebastian Fiedler und sagt, es sei nicht unwahrscheinlich, dass man mit mehr Kenntnis von Zeugen auch Gelegenheiten gehabt hätte nachfolgende Taten noch zu verhindern.
00:48:17: An diesem Abend hätten zwei Leitungen besetzt sein sollen.
00:48:21: Allerdings sah es nur an einem Apparat eine Beamte in die Anrufe entgegen nahm, angeblich wurde die sogenannte Mindestwachsstärke an diesem Abend unterschritten weil zu der Zeit die Beamtinnen zu einer Bombenentschärfung andersweilig eingesetzt gewesen seien.
00:48:36: Es dauert ein ganzes Jahr, bis Hessens Innenminister Peter Beuth Probleme bezüglich der Besetzung und der Weiterleitung von Notrufen in der Tat Nacht einräumt.
00:48:45: Außerdem wird bekannt dass vier Jahre vor dem Anschlag in Hanau Polizei intern sogar bekannt war das bei einer Unterversorgung der technischen Notrufkapazitäten die Gefahren durch einen sogenannten mobilen Täter besonders hoch sein da so Ortsangaben und andere wichtige Informationen zu spät übermittelt werden würden.
00:49:05: Ein Zusammenhang zwischen Willis Tod und den Notrufen, die ins Leere führten will man aber nicht erkennen.
00:49:11: Denn es sei nicht eindeutig zu klären ob es bei Willis Anrufen überhaupt zu einem Verbindungsaufbau gekommen sei Und ob Willy seine Verfolgungstag beendet hätte auch wenn er den Nothof erreicht hätte.
00:49:21: Außerdem sei Willy bewusst gewesen dass Stefan Zitat ohne weiteres auf ihn schießen würde.
00:49:27: Für Willis Eltern ist das ein Schlag ins Gesicht.
00:49:30: Sie sind fassungslos.
00:49:33: Die Initiative, der feb.
00:49:34: Harnaut, hält mit es sei beschämend wie die Staatsanwaltschaft zwischen den Zeilen durchklingen lasse.
00:49:39: das will sie selbst an seinem Tod schuld sein weil er dem Täter hinterhergefahren war.
00:49:43: Julia und Nikolesko reichen Beschwerde gegen die Einstellung der Ermittlungen ein.
00:49:48: Andernhalb Wochen lang kann Etris nicht sprechen.
00:49:51: Danach muss er auch laufen erstmal wieder neu lernen.
00:49:54: Doch neben seinen körperlichen Gebrechen quält ihn noch etwas anderes Die Frage, warum er und seine Freunde am neunzehnten Februar dem Täter eigentlich schutzlos ausgeliefert waren und keine Möglichkeit zur Flucht hatten.
00:50:06: Wir erinnern uns in der Arena Bar gab es auf der anderen Seite des Dresens einen Notausgang von denen die Überlebenden sagten dass sie dorthin nicht geflüchtet waren weil sie wussten das er verschlossen war.
00:50:17: Zwei Überlebende aus der Bar- und Hamzausfamilien entstanden Anzeige gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Tötung, werfen der Polizei vor Gewusst und sogar angeordnet zu haben die Tür geschlossen zu halten damit im Falle einer Ratia niemand durch den Hinterausgang fliehen könne.
00:50:33: Diese Behauptungen weist die Polizei aber vehement zurück.
00:50:36: Im Nachhinein lasse sich noch nicht mal klären ob die Tür am Abend tatsächlich verschlossen gewesen war.
00:50:42: Mitarbeitende aus der Bar hätten ausgesagt, sie sei offen gewesen und selbst wenn nicht lasse sich nach der Auswertung der Überwachungskameras im Nachhinein nicht mehr feststellen ob die Gäste an dem Abend durch den Fluchtausgang hätten fliehen können.
00:50:55: Die Initiative neunzehnter Februar Hanau beauftragt daraufhin Forensic Architecture diese Aussagen zu untersuchen.
00:51:02: dafür wird ein Video erstellt.
00:51:04: das könnt ihr euch auch unter unseren Quellen ansehen ist nämlich sehr spannend und in dem werden die Bewegungen der Gästen in der Bar nachgestellt.
00:51:11: Unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit, mit der sich Erdriss Nessa und die anderen im Raum bewegt haben nachdem es zu den Schüssen in Kiosk kam.
00:51:19: Und der Tatsache dass sich die Männer auch kurzzeitig im Weg hätten stehen können kommt forensic architecture zu folgendem Ergebnis Wäre die Gruppe statt in die hintere Ecke der Bar, in Richtung des Notausgangs gelaufen und wäre dieser offen gewesen?
00:51:33: Dann wären zu dem Zeitpunkt als der Täter die Bar betrat.
00:51:36: Vier von fünf Personen außerhalb Und die fünfte Person nur einen Sekunden Bruchteil innerhalb seines Sichtfeldes gewesen.
00:51:44: Demnach hätten alle den Anschlag überleben können.
00:51:47: Damit steht das Gutachten entgegen dem der Staatsanwaltschaft.
00:51:52: Für die Betroffenen in Hanau-Kesselstadt hat der Tag alles verändert.
00:51:55: Ein Freund von Ferhard, der ihn noch kurz vor der Tat gesehen hat, erzählt im Podcast, dass vorher Alltagsrassismus immer an ihm abgeprallt ist und er jetzt total emotional reagiert und sofort rot sieht.
00:52:08: Er sagt selbst wenn man hier geboren ist wird man nicht akzeptiert und viele seiner Freunde würden das eh nicht sehen.
00:52:14: Nach dem neunzehnten Februar fühlt er sich viel mehr als Ausländer.
00:52:18: Kesselstadt fühlt sich seitdem anders an.
00:52:21: Der Täter hatte genau hier mit ihnen gewohnt in ihrer Mitte.
00:52:25: Der Gedanke ist unheimlich.
00:52:27: Die Vierzimmerwohnung der Hashemis liegt nur gut dreihundert Meter von dem reinen Haus, in dem Stefan lebte entfernt und genau dort wohnt sein Vater heute noch.
00:52:35: Als dieser im März nachdem die Polizei ihn noch am Tatabend in die Psychiatrie gebracht hatte zurück nach Hanau-Kessel stattkehrt erfahren die Angehörigen der Opfer dies durch Anrufe der Polizistinnen Aber nicht etwa um sie vorzuwahren, sondern so Armin Kurtowicz Vater des getöteten Hamza Um Sie aufzufordern keine Straftaten zu begehen.
00:52:56: Sie die Die Opfer von Stefan S wurden.
00:53:00: Dabei war der Vater von Stefan Helmut Es schon vor dem neunzehnten Februar wegen Sachbeschädigung Erpressung und Beleidigungen polizeilich bekannt Und es gibt Hinweise darauf dass er zumindest einige Gedanke gänge seines Sohnes teilt.
00:53:13: Immerhin stellten beide zusammen eine Anzeige wegen Bespitzelung durch eine Geheimorganisation.
00:53:18: Bereits drei Jahre vor dem Anschlag fällt Helmut S. auf, weil er im Bürgerbüro der Stadt wünscht nur von Zitat Deutschen Mitarbeitern betreut zu werden.
00:53:27: Laut Aktenvermerk sagt er dabei zu seiner Frau, stelle dir mal vor jetzt arbeiten hier Afrikaner, Polen und Türken.
00:53:34: Kurz darauf stellt er einen Antrag auf einen Schutzhund um sich von den Zitat Ausländern zu schützen.
00:53:39: Außerdem stellt der Vater selbst einige Anzeigen, weil er die Webseite seines Sohnes wieder online und die Waffen-und Munition zurückhaben will.
00:53:49: Wer schützt hier eigentlich wehen?
00:53:51: fragt die Mutter von Ferre hat unwahr in der FAZ.
00:53:55: Dieser Mann ist gefährlich und keiner macht was.
00:53:58: Als im Dezember zwanzigzwanzig mehrere Angehörige eine Mahnwache vor dem Haus des Täters wo ja auch immer noch der Vater drin wohnt halten, stellt der wieder eine Anzeige.
00:54:08: Sie sollen – Zitat das Maul halten, sagt er und beleidigt sie rassistisch.
00:54:13: Außerdem empfindet er die Gedenkstätten- und Beschmückung der Tatorte als
00:54:17: Volksverhetzung.".
00:54:19: Obendrein hat Stefans Vater eine ganz eigene Version vom Abend des neunzehnten Februar.
00:54:25: Demnach sei Stefan einer weltweit agierenden Geheimdienstorganisation zum Opfer gefallen.
00:54:31: Deren Agenten hätten ihn im Wald getötet und anschließend seine Leiche im Haus abgelegt.
00:54:36: Zur gleichen Zeit habe ein Agent sich als Stefan verkleidet, die Morde begangen.
00:54:42: Momo, der auch am Tatabende in der Bar war, fühlt sich von Helmut erst bedroht.
00:54:46: Für die Hinterbliebenen ist der dreiundsiebzigjährige eine tickende Zeitbombe.
00:54:50: Deshalb stellen sie im Februar zwanzig Strafanzeige wegen Beihilfe zum Mord.
00:54:55: In der steht auch, dass der Vater von den geplanten Taten gewusst und seinen Sohn darin bestärkt habe.
00:55:00: Sie sehen in dem Vater einen psychischen Helfer von Stefan S., vor dem Stefan selbst sogar abhängig gewesen sein soll.
00:55:07: Was der Vater gesagt hat war Gesetz, sagt ein Mitarbeiter eines Jobcenters, der Stefan und Helmut S. kannte.
00:55:13: Diese Aussage untermauert die Einschätzung eines Psychiaters, der Stefan S. II betreute.
00:55:19: Der sprach sogar von einer Folie adieu bei der es zu einer Übernahme von Warnvorstellung durch eine zweite Person kommt.
00:55:26: Klar scheint zumindest das er etwas zu verheimlichen hat.
00:55:29: Gegenüber den Ermittlungsbehörden gab er nämlich an nichts vom Manifest seines Sohnes gewusst zu haben.
00:55:34: Später wird aber nachgewiesen dass Helmut S in der Nacht des neunzehnten Februars mehrmals auf der Webseite seine Sonne unterwegs war.
00:55:42: Ende des Jahrhunderts stellt die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlung aber ein.
00:55:47: Nach ihren Erkenntnissen hatte Stefan S keine Helfer oder Mitwissenden.
00:55:51: Die Bundesanwaltschaft und das BKA seien über drei Hundert Spuren nachgegangen, und hätten dabei Zitat insbesondere auch den Anregungen von Seiten der Opferanwälte Beachtung geschenkt.
00:56:03: Am Ende muss sich Helmut S. also nur wegen der Beleidigungen vor dem Amtsgericht verantworten, weil er nicht erscheint ordnet die Richterin die polizeiliche Vorführung an.
00:56:12: Vor Gericht tobt Helmut s. Er will den Gutachter des Gerichtssaals verweisen.
00:56:17: Dieser charakterisiert es als egocentrisch selbstverliebt unreflektiert und völlig unempatisch für die Bedürfnisse seiner Umgebung.
00:56:26: Helmut Es weigert sich seine Personalien fortzutragen und versucht den Prozess bei jeder Gelegenheit zu
00:56:31: stören.".
00:56:32: Am Ende wird er zu neunzig Tage setzen, a sechzig Euro verurteilt.
00:56:37: Ja aber es ist wahrscheinlich ja auch schwierig nachzuweisen dass der Vater da irgendwas von der Tat wusste oder Einfluss auf Stefan hatte.
00:56:46: weil schließlich haben die ja zusammen gewohnt und konnten halt deswegen auch miteinander reden Und dann ist es auch wahrscheinlicher das man eben keine schriftliche Kommunikation hat Die jetzt sozusagen als Beweis gelten kann der irgendwie in Stephans Tat involviert war.
00:57:03: Ich finde, der Vater ist sowieso einfach eine rätselhafte Figur in diesem Fall für mich.
00:57:09: Was ich aber auch einmal zumindest erwähnen möchte und ich weiß es ist eine rassistische Tat und diese politische Tragweite desfalls gebietet das über die Opfer des rassisten Angriffs zu sprechen und sie in den Vordergrund zu stellen.
00:57:24: Aber Ein weiteres Opfer dieses Mannes ist halt auch einfach seine Mutter.
00:57:28: Und über die wissen wir nicht viel, aber auch sie wurde an diesem Tag getötet und irgendwie interessiert sich niemand für diese an Park in Sonne erkrankte Frau in den Medien.
00:57:39: Wahrscheinlich auch weil sie eine Angehörige des Täters war, aber irgendwie finde ich das traurig.
00:57:46: Mehr muss man dazu auch nicht sagen.
00:57:48: Für
00:57:48: die Generalstaatsanwaltschaft war Stefan S. also ein Einzeltäter.
00:57:53: Dieses Wort Einzel-Täter oder Einzeltat ist eins, das für die Initiative neunzelter Februar problematisch ist.
00:58:01: Ja, es sieht so aus als hätte Stefan an diesem Abend alleine gehandelt aber er lässt sich erstens eingliedern in eine Gemeinschaft, die diese Taten zulässt und zweitens in einer Liste von TäterInnen, die in den letzten Jahren für ähnliche Taten gesorgt haben werden wir uns ja noch an Halle, Christchurch dem Münchner Einkaufszentrum.
00:58:23: Die beiden Letzten habe ich ja auch schon mal ausführlicher im Podcast behandelt.
00:58:27: Und gemein hatten all diese Täter, dass sie in ihrem Leben vorher auf irgendeine Art und Weise gescheitert waren... ...und dann halt nach Halt oder Sinn im Leben gesucht haben.
00:58:37: Und denen dann auch irgendwie in rechtsextremen Ideologien gefunden haben!
00:58:41: Das hat größtenteils im Internet wo Sie sich radikalisiert haben, in Foren Und in denen dann halt rechtes und homophobes, auch frauenfeindliches Gedankengut ausgetauscht haben.
00:58:53: Da sind sie nur einer von vielen.
00:58:56: Die operieren eigentlich nicht wirklich als komplett unabhängige Einzelteater weil Sie ja Ihre Ideologien austauschen und eine Art Community haben.
00:59:06: Auch wenn jetzt nicht bekannt ist, dass Stefan sich explizit in rechten Formen bewegt hat hatte er das Internet trotzdem für sich als Plattform entdeckt benutzt und sich da auch Ideen angeeignet.
00:59:19: Und sie halt vor allem verbreitet.
00:59:22: Ideen, die am Ende unter anderem das Leben von Willi Biorel Pauen auslöschten – der versucht hatte, sich dem Täter in den Weg zu stellen.
00:59:30: Vierzehn Monate nach Willis Tod wird ihm vom hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier die Medaille für Zivilcourage verliert.
00:59:37: Julia und Nikolesko sind stolz auf ihren Sohn, und gleichzeitig erklären sie unser Herz sagt wir brauchen keinen Helden.
00:59:44: Wir brauchen Willi zu Hause!
00:59:46: Den Ort an dem sowohl Willis Verfolgung als auch sein Leben endete markiert jetzt ein weißes Kreuz aus Stein.
00:59:52: Ganz oben ist ein Foto von ihm zusehen, auf dem er breit grinst.
00:59:56: Darunter sieht man die Inschrift dieses Kreuz wird errichtet im Namen Jesus Christus für den Helden.
01:00:04: Willis Leichnam wurde nach Rumänien überführt.
01:00:06: Dort haben seine Eltern ihm eine große Grabstätte gekauft.
01:00:09: Julia und Nico wissen, dass sie die Lücke, die er hinterlassen hat niemals füllen können werden.
01:00:14: Trotzdem versuchen sie noch einmal schwanger zu werden.
01:00:17: Doch es klappt wie all die Jahre zuvor auch schon nicht.
01:00:21: Dann adoptieren sie eben jetzt ein Kind.
01:00:24: Den Namen wissen Sie auch schon.
01:00:26: Es soll Rares heißen.
01:00:27: So hatte Willi sein Kind nennen wollen Julius und Nikos Enkel den er ihnen schenken wollte den Sie jetzt nie bekommen werden.
01:00:36: HALT gibt Ihnen noch immer, dass sich Menschen in der Initiative dafür einsetzen, dass Ihre offenen Fragen beantwortet werden.
01:00:42: Das ist wichtig wenn sie mal selbst nicht die Kraft dazu haben.
01:00:46: Die Initiative gibt sich zum Beispiel auch nicht damit zufrieden das die Ermittlungen eingestellt werden.
01:00:51: Sie wollen Antworten auf Fragen wie Warum Werden solche Foren und Websites Wie Stefan online gestellt hat Nicht besser überwacht?
01:00:59: Wieso bekommt ein Mensch, der eine psychische Erkrankung hat überhaupt einen Waffenschein ausgestellt?
01:01:04: Hätte die Tat also verhindert werden können.
01:01:06: Warum werden Notufe nicht angenommen?
01:01:08: Warum war ein Notausgang abgeschlossen und wieso hat man eigentlich so lange gewartet bis das Haus des Täters gestürmt
01:01:14: wurde?".
01:01:15: Bisher zwei Jahre nach der Tat haben sie auf fast keine dieser Fragen einer Antwort erhalten – auch keine Entschuldigung für das Verhalten der Beamtinnen am Tatabend und danach.
01:01:25: Eine Zumutung für Etris und die anderen Hinterbliebenen, wer uns im Interview erzählt hat.
01:01:31: Vor allem sind wir auch sehr enttäuscht was Ermittlungsbehörden angeht weil wir haben ja mehrere Anzeigen gestellt gehabt, mehrere Ermittlungen eingeleitet was alles schief gelaufen ist während dieser Tat und wie die Ermittungsbehörde damit umgegangen sind bzw.
01:01:45: was dabei rauskam.
01:01:46: es ist für uns leider nicht so wie wir es erhofft haben.
01:01:50: da sind wir einfach enttäuscht.
01:01:52: Wir haben mit der Initiative, am fahrzehnten Februar, so eine Auflistung gemacht.
01:01:56: Die nennen wir die Kette des Versagens.
01:01:59: Da ist gelistet was alles vor der Tat schiefgelaufen ist während der Tat und auch nach der Tat.
01:02:05: Und was für eine Rolle da die Behörden spielen?
01:02:08: Das ist auch ein Punkt das zum Teil zu dem Punkt Aufklärung fällt und auch Gerechtigkeit einer unserer Hauptpunkte unsere Hauptforderungen.
01:02:19: Die Hoffnung der Hinterbliebenen und Überlebenden liegt jetzt ganz in dem Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags, der erst mit ihrer Hilfe ins Rollen kam.
01:02:27: Durch den unerländlichen Druck, den sie mithilfe der Öffentlichkeit geschafft haben.
01:02:32: Der Ausschuss untersucht nun ob es einen Behördenversagen vor-, während- und nach der Tat gab.
01:02:37: Wenn ja sollen sich dadurch Hinweise auf einen möglichen Veränderungsbedarf bestehender Strukturen ergeben?
01:02:43: Das was ich die Initiative so sehr wünscht wie Etris uns erzählt hat
01:02:48: Genau, wir schauen einfach bzw.
01:02:52: hoffen darauf dass es auch da eine Veränderung in Zukunft gibt.
01:02:55: das ist beziehungsweise Konsequenzen gezogen werden aus den Fehlern die bisher bei dem Behörden passiert sind und auch vor allem was der Umgang mit Betroffenen nach so einer Situation wie man mit den Betroffenenen umgeht dass man damit eine gewisse Sensibilität auch rangeht.
01:03:12: Das sind so Punkte, die haben wir auch zum Thema gemacht.
01:03:15: Die haben ja auch im Untersuchungsausschuss jetzt vorgebracht und wir hoffen einfach dass sich da in Zukunft definitiv etwas
01:03:22: ändert.".
01:03:23: Ja – und dafür ist allerhöchste Zeit was die Zahlen zu rechtsextremen Straf- und Gewalttaten in Deutschland zeigen.
01:03:29: Seit dem Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise sind die Taten deutlich angestiegen und seitdem auf einem sehr hohen Niveau geblieben.
01:03:38: Zwei-tausendzwanzig ist die Zahl zum Vorjahr noch einmal gestiegen und lag damit bei zweiundzwanzichtausenddreihundertsiebenundfünfzig.
01:03:47: Warum er?
01:03:48: Und nicht ich!
01:03:49: Diese Frage stellt sich Etris seit Wochen und Monaten.
01:03:52: Eine Antwort darauf findet er nicht, die gibt es auch nicht – das weiß er.
01:03:56: Doch die Lücke, die Nessa bei den Hashemis hinterlässt, isst immens.
01:04:00: Das Foto der Kinder, dass bis vor dem neunzehnten Februar zweitausend zwanzig das Wohnzimmer schmückte, liegt jetzt mit der Vorderseite umgeklappt auf dem
01:04:07: Schrank.".
01:04:08: Der Schmerz ist noch zu groß.
01:04:10: Früher kamen alle immer gemeinsam an den Essendstisch zusammen, jetzt bleibt ein Platz immer leer.
01:04:15: Auch das Zimmer dass Etris sich früher mit Nessa geteilt hatte wirkt jetzt kalt.
01:04:20: Die Hashemis haben dort alles so gelassen wie es war.
01:04:23: sogar Nessas Bett steht immer noch darin.
01:04:25: Doch nun is da niemand mehr der Etriss nachts aus dem Schlaf reißt weil er vor sich hin plappert So wie Nessa es getan hat.
01:04:32: Etris versucht weiter machen nicht aufzugeben.
01:04:35: Mehrere Male versuchte eine neue Ausbildung anzufangen, doch scheitert immer wieder.
01:04:40: Das liegt auch an den vielen Arztbesuchen und Operationen, denen sich Etriss fast jede Woche stellen muss um irgendwann vollständig zu genesen.
01:04:48: Aber ihn machen nicht nur die sichtbaren Wunden zu schaffen.
01:04:50: Seine Seele ist verletzt.
01:04:52: Noch ein Jahr nach dem Anschlag kann er keine geschlossenen Räume betreten ohne vorher zu kontrollieren ob es einen Fluchtweg gibt.
01:04:59: Gerne würde Etris wieder wie vor herleben.
01:05:01: Mittlerweile hat er im Studium angefangen.
01:05:04: nach vorne blicken.
01:05:05: Das ist wichtig.
01:05:06: Die Hashemis wollen auch umziehen in einen anderen Stadtteil, raus aus Kesselstadt.
01:05:12: Hanau ist nicht mehr die Stadt, die sie vorher war.
01:05:16: Hanu hat sich definitiv verändert seit dem Anschlag geschmeint.
01:05:19: Der neunzehnte Februar ist hier in unserer Stadt mittlerweile allgegenwärtig.
01:05:23: Überall gibt es Gedenkmäler, überall finden Veranstaltungen mit... Wenn man durch die Stadt läuft, dann wird man auf jeden Fall mit diesem Thema konfrontiert.
01:05:35: Die Menschen in Hanau haben sich auch verändert gehabt.
01:05:38: Ich meine nach so einem Anschlag waren die Leute einfach nur geschockt gewesen dass so etwas gerade in einer Stadt wie Hanau vielfältig ist und wo Menschen aus jedem Land trefft und jeder ist mit jedem immer gut ausgekommen.
01:05:55: Und dass gerade so etwas hier in Harnau, in unserer Stadt passiert ist zeigt eigentlich das es in jeder anderen Stadt in Deutschland auch passieren kann.
01:06:04: was ich sagen kann was gut gelohnt was beziehungsweise positiv sich entwickelt hat ist einfach der Zusammenhalt dass die menschen jetzt mehr zusammenhalten und Dass ich mir die Frage gestellt habe ob Harnow immer noch meine Heimat ist, das stand gar nicht zur Debatte.
01:06:18: Diese Frage habe ich jetzt öfters bekommen gehabt in der Vergangenheit aber... Ich meine wenn wir jetzt sagen würden dass Hano nicht mehr unsere Heimat wäre und wir umziehen würden dann hätten die Rechten ja gewonnen.
01:06:32: Das ist auf jeden Fall nicht das wofür wir kämpfen.
01:06:35: Harnau ist nach wie vor meine Heimatstadt.
01:06:37: Ich bin hier geboren, ich bin aufgewachsen und ich bin hier zur Schule gegangen.
01:06:40: Ich habe eine Freundin und Familie hier.
01:06:42: Also das ist gar keine Option, dass ich hier irgendwann mal bzw.
01:06:45: was ich hier wegziehe und das nicht mehr als meine Heimatzee ganz im
01:06:48: Gegenteil.".
01:06:50: Harnow wird immer sein Zuhause bleiben genauso wie Nessas der diesen Ort so geliebt hatte, dass er sich sogar die Postleitzahl tätowierte.
01:06:59: Edriss hat auch mit uns gesprochen, weil es für ihn wichtig ist dass der Fall hier im Podcast aber auch sonst überall ins Gedächtnis gerufen wird.
01:07:07: Hat er uns erzählt
01:07:09: Die Medienarbeit und Öffentlichkeitsarbeit ist ein sehr wichtiger Punkt bei uns.
01:07:13: Das bedeutet wenn wir uns die vergangenen Anschläge anschauen da haben die Behörden und die Politiker am liebsten alles unter den Teppich gekehrt und die Akten zugemacht und wollten nie wieder mehr darüber sprechen was da alles schief gelaufen ist.
01:07:26: Und uns war relativ schnell klar gewesen, dass es bei uns nicht so sein wird, sondern das wir alles auf den Tisch legen, was schiefgelaufen ist.
01:07:35: Wir fühlen jetzt schon seit knapp zwei Jahren einen Kampf gegen die Politik und gegen die Regierung hier im Land Hessen.
01:07:42: Da ist es wichtig, dass das Thema HNAW präsent in den Medien erscheint und dass die Bevölkerung vor allem mitbekommt, was alles da passiert.
01:07:50: ist diese Arbeit dann mehr Rückenwind bekommen von der Bevölkerung und auch gegen die Politik vorgehen können.
01:07:58: Etris größtes Anliegen ist es, dass das was er erlebt hat sich niemals wiederholt und dass die Menschen, die so schmerzhaft aus ihrem Leben gerissen wurden, niemals in Vergessenheit geraten.
01:08:30: Was mich an der Recherche zu dem Fall besonders berührt hat oder ich auch irgendwie vorher gar nicht so auf den Schirm hatte, war diese Kraft die die Angehörigen hinterbliebenen und überlebenden hatten.
01:08:46: So viel für die Aufklärung zu sorgen.
01:08:50: Das hatte ich vorher irgendwie erstens nicht auf dem Schirm und auch tatsächlich bei anderen Fällen noch nie so gesehen, mit so einer Initiative und so eine Öffentlichkeitsarbeit.
01:09:00: was die da auf die Beine gestellt haben.
01:09:02: Ja, gleichzeitig finde ich es aber auch traurig, dass sie's mussten.
01:09:05: Ich glaube nicht, dass Sie das gemacht hätten, wenn Sie von Anfang an das Gefühl gehabt hätten, dass genug aufgeklärt würde und sich da wirklich um Ihre Belange kümmert.
01:09:14: Und dass man schon am Anfang anerkennt, was Sie waren – die Angehörigen von Opfern einer Rassistischen!
01:09:22: Gewalt hat.
01:09:23: Und wie ich das jetzt aus den ganzen Interviews rausgehört habe, war dass denen einfach sehr wichtig Deutschland zu zeigen.
01:09:29: Hallo hier ist neben Corona noch was anderes passiert.
01:09:31: es ist ein rassistisches Attentat gewesen.
01:09:34: wir fühlen uns jetzt hier in unserem Land weil es auch ihr Land natürlich genau wie Deutschland das Land von uns beiden ist.
01:09:41: Es ist das land von jeder anderen Person.
01:09:44: und dann muss man den Menschen zuhören wenn sie sagen Fühlen uns nicht mehr sicher diese Beachtung schenken und ihr müsst uns auch die Aufmerksamkeit schenke, weil wir sie verdient haben.
01:09:56: Ja!
01:09:56: Und
01:09:56: weil nur so genug Energie von Behördenseiten reingesteckt wird das dann auch richtig aufzuklären?
01:10:02: Ich weiß nicht ob ich sozusagen die Kraft gehabt hätte wie die das ja noch heute zwei Jahre danach weiterkämpfen für Öffentlichkeit um irgendwann mal diese Antworten auf ihre Fragen zu haben.
01:10:14: Was ich absolut verstehen kann ist dass halt wissen wollen, natürlich wie die letzten Minuten ihrer Liebsten abgelaufen sind.
01:10:23: Aber was sie ja auch sagen ist es geht ja nicht nur um Sie Es geht auch um die Zukunft und andere Menschen Um Täterinnen, die frühzeitig gestoppt werden können.
01:10:36: Wenn man sich wirklich mit dem Fall auseinandersetzt und überlegt hätten wir vielleicht den aufm Schirm haben können Und das haben sicher einige Hinweise aufgetan, dass er schon eigentlich auf dem Radar war bzw.
01:10:50: auf jeden Fall keine Waffe hätte haben dürfen?
01:10:53: Ja es ist auf jeden fall noch viel zu klären und zu tun und wenn ihr die Initiative des neunzehnten Februar unterstützen wollt worüber wir und alle Angehörigen sich sehr freuen werden dann könnt ihr das unter Neunzehn als Zahl und dann FEAP für februar-hanau.org.
01:11:12: tun.
01:11:13: Ich
01:11:13: hoffe einfach, dass dieser Untersuchungsausschuss da Antworten liefern kann und vielleicht eben auch hoffentlich klare Ziele wie das in Zukunft nicht mehr passiert.
01:11:26: Er muss!
01:11:27: Also ich habe heute wirklich bevor wir jetzt hier aufgenommen haben bei der Recherche angefangen zu heulen weil ich mir dachte es kann nicht sein, dass in Deutschland in dem Land in dem ich lebe und mich sicher fühle sich andere Menschen nicht sicher fühlen
01:11:42: Ja.
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